Chris Norman mit gelungener Mischung

Frischer Sound und „Smokie“-Hits

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Ex-„Smokie“-Frontmann Chris Norman macht auch mit 65 Jahren nach wie vor eine gute Figur auf der Bühne.

Bremen - Von Werner Jürgens. „Das ist jetzt 40 Jahre her, und trotzdem kommt es mir vor, als wenn es gestern gewesen wäre“, sagte Chris Norman am Montagabend im Pier 2, als er einen seiner zahlreichen alten „Smokie“-Hits ankündigte. Vielen der rund 700 Zuhörer dürfte es ganz ähnlich ergangen sein. Dabei stellte der 65-jährige Brite einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, dass er live auf der Bühne nach wie vor eine starke Präsenz hat und auch dem Rock‘n‘Roll der etwas härteren Gangart keineswegs abgeneigt ist.

„Crossover“ heißt das aktuelle Album von Chris Norman. Und stilistisch „kreuzüber“ gemischt war auch das Repertoire dieses Abend. Das reichte von hartem Gitarrenrock über akustische Balladen und eingängigen Pop bis hin zu traditionellem Irish Folk und sogar Skiffle. Aus dem „Crossover“-Album waren an neueren Songs zum Beispiel „Beautiful Rain“, „Highest Mountain“, „Cat’s Eyes“ und „Alien like you“ zu hören. Hinzu gesellten sich diverse Cover-Nummern wie Van Morrisons „Brown eyed Girl“ oder die durch die Gruppe „Nazareth“ inspirierte Version von „Morning Dew“, wo Normans charakteristische Reibeisenstimme erstmals so richtig zur Geltung kam.

Doch auch die eingefleischten „Smokie“-Fans wurden nicht allzu lange auf die Folter gespannt. So sorgte ein Medley bestehend aus „Lay back in the arms of someone“, „It’s your Life“ und „For a few Dollars more“ dafür, dass es einige im Publikum nicht mehr auf den Sitzen hielt und sich vor der Bühne eine begeisterte Menschentraube bildete. Die Leuten blieben dort auch stehen, als ruhigere Unplugged-Töne angestimmt wurden – inklusive einer herrlich selbstironischen Interpretation von „Living next Door to Alice“. Wenn in dem Akustik-Set ein paar Längen waren, so lag dies wohl auch an technischen Schwierigkeiten, die Chris Norman wiederholt mit seiner Gitarre hatte und die ihn leicht zu verunsichern schienen. Denn der Mann hat das Instrument keineswegs bloß zur Zierde umhängen.

Als Einleitung zur erneut deutlich rocklastigeren Schlussphase des Konzerts fungierte dann ausgerechnet das zurecht oft gescholtene „Midnight Lady“, das im Vergleich zu der von Dieter Bohlen produzierten seichten Studioversion jedoch überraschend kraftvoll geriet. Dazu servierten Chris Norman und seine bestens aufgelegte Band mit „Oh Carol“, „I meet you at Midnight“, „Needles and Pins“ sowie „Don’t play that Rock'n'Roll to me“ den Fans eine weitere satte Ladung an Oldies aus der legendären „Smokie“-Ära.

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