Chris de Burgh rockt auf seiner „Hands-of-Man“-Tour das Musicaltheater

Weltstar in Bestform

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Begeisterte seine Fans im ausverkauften Musicaltheater: Chris de Burgh.

Bremen - Von Viviane Reineking. Viel mehr Stimmung geht nicht: Als Chris de Burgh nach gut zweieinhalb intensiven Konzertstunden am Mittwochabend noch seine Welthits „Don‘t pay the Ferryman“ und „High on Emotion“ zum Besten gibt, rocken die 1 400 Fans im ausverkauften Musicaltheater begeistert mit.

Im Gepäck hatte der Singer-Songwriter auf seiner Station in Bremen natürlich nicht nur die alten Hits aus 40 Jahren Bühnengeschichte, mitgebracht hat der irische Weltstar vor allem auch neue Songs des aktuellen Studioalbums „The Hands of Man“. Mit dem gleichnamigen Song legt der 66-Jährige auch los, erst zurückhaltend nachdenklich, dann – mit Unterstützung seiner vierköpfigen Band – eindringlich und fordernd. Ein wenig pathetisch kommt das Stück daher, doch es ist eines mit Tiefgang: ein Text über die Hände, die Kathedralen bauen, aber auch töten. Über Errungenschaften und Träume der Menschheit, aber eben auch über ihre Fehler. Es folgen Songs wie die Ballade „Go where your heart beliefs“ vom 2010er Album „Moonfleet & other Stories“ und das wunderbar gesungene „The same Sun“ („Quiet Revolution“, 1999).

Fast wirkt der nur knapp 1,70 große Ire in schwarzer Hose und grau-silbrig-schimmerndem Hemd verloren auf der Bühne, als er gegen das Scheinwerferlicht hinauf zu den obersten Rängen schaut. „Es ist wunderbar, wieder in Bremen zu sein.“ Eine dieser artigen Nettigkeiten. Doch die Atmosphäre im Musicaltheater scheint ihm tatsächlich sehr zu gefallen.

Nach dem mit grellen Lichteffekten begleiteten „Spanish Train“ (1975), des Teufels Zug mit den Seelen der Toten, sitzt der in Argentinien geborene Sänger in einem gemütlichen Ohrensessel, ein altes Fotoalbum auf dem Schoß, und singt „Trough these eyes“. Ein nachdenkliches Stück über eine alte Dame, die in einem Heim auf ihr Leben zurückblickt. Nach „Transmission ends“ („Man on the Line“, 1984) und dem aktuellen Liebeslied „The

Bridge“, in dem sich der irische Sänger der ewigen Liebe und des Brauchs annimmt, dass Liebespaare Schlösser um Brückengeländer hängen, geht es bereits mit „Standing Ovations“ in die Pause.

Bei der Akustik-Version des Klassikers „Missing you“ (1988) wird der Ire von Percussion, Gitarre und am Piano begleitet, bevor ein wenig Charleston in „There goes my Heart again“ mitschwingt. Einer der thematisch gewichtigsten Songs des neuen Albums ist „The Keeper oft the Keys“. In dem Titel verpackt de Burgh eine politische Botschaft, tritt für das Recht auf Freiheit, Selbstverwirklichung und Bildung von Frauen ein. Ein Song, der erst leise nur mit Stimme und Klavier, dann – unterstrichen von satten Gitarrensounds – zur fordernden Rockoper wird.

Nach schwerer Kost folgt sein größter Hit, auf den seine Fangemeinde lange gewartet hat: das seichte „Lady in Red“, das der Ire für einen Abstecher ins Publikum nutzt, um sich von den schmachtenden weiblichen Anhängern ausgiebig herzen zu lassen. Sonderapplaus, als der Sänger tatsächlich eine Dame im roten Kleid erspäht und zu sich holt. Auf den Sitzen hält es zu diesem Zeitpunkt längst niemanden mehr. Zum Finale dann die großen Hits und Jubel für einen Chris de Burgh in Bestform.

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