Freibier auf der Bühne 

„Choir of Man“ sorgt für britische Partystimmung im Metropol-Theater

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Der „Choir of Man“ machte das Metropol-Theater zum Party-Pub.

Bremen - Das ist schon etwas Besonderes: Der „Choir of Man“ lädt das gesamte Publikum ein, auf die Bühne des Metropol-Theaters zu kommen. Es gibt Freibier. Ein Pint. Die Bühne füllt sich und man plauscht in einem britischen Pub. Dort beginnt kurz danach die Wohlfühl-Pub-Party-Show.

Die Pub-Atmosphäre bleibt, als alle Zuschauer wieder auf den Plätzen sitzen. 400 Besucher sind in das Metropoltheater gekommen, ein überschaubares Publikum. Ein möglicher Grund dafür: Das Showkonzept ist in Deutschland noch nicht recht bekannt. Jaren Stilke (27) aus Bremen, der seinem Vater Jörn (59) den Besuch Geburtstag geschenkt hat, suchte im Netz nach einem Pub mit Konzert und stieß auf die Veranstaltung, nach der beide begeistert sind. „Es war toll, mit wieviel Spaß und Lebendigkeit die Jungs auf der Bühne gespielt haben.“

Die Show der neun Männer von der Insel kann sich sehen lassen: Ein Pub mit Chor. Der wiederum weist wirklich alle typischen Charaktere auf, die man in einer Kneipe so findet. Und so verschieden sie auch sind, sie alle können singen und tanzen, auch auf einem Tisch oder der Theke und sie sind wirklich ausgelassen dabei.

Der Wirt (Tom Gadie) ist eine burschikose und leicht korpulente Erscheinung. Seine Ehe scheint in die Jahre gekommen und dringend einer Auffrischung zu bedürfen. Das erörtert er singend mit „Escape“, auch bekannt als „Pina-Colada-Song“, ursprünglich gesungen von Rupert Holmes, und später noch mit Queens „Somebody to love“. Er greift den Wischmop wie ein Standmikrofon, streicht sich sinnlich die Körperseite herunter, geht – gefolgt vom restlichen Ensemble – auf die Knie und springt vom Tisch. Zu „Escape“ geht eine Zeitung zum Interesse aller herum. Der Text erzählt von einer Kontaktannonce, auf die sich dann aber die eigene Frau meldet.

Ein echtes Original ist auch der Barpianist (Tom Reade). Bevor er zu „I’m gonna be (500 Miles)“ von den „Proclaimers“ ansetzt, spielt er lange Läufe und klimpert auf zwei Tasten, während er sich einen Schluck aus dem Pint gönnt. Der zweiten Textzeile „I’m gonna be the man who wakes up next you“ verpasst er eine Pause vor dem letzten Wort, sucht das Publikum ab, zeigt in die Menge auf eine Frau und singt die Zeile zu Ende.

Für „Under the bridge“ wird ein Pissoir hereingerollt. Drei Männer singen den stimmungsvoll-sentimentalen Song beim Pinkeln. Die Szene erntet Lacher. Einige Klänge, insbesondere vom Schlagzeug, werden nicht auf der Bühne live gespielt, allerdings hätte ein Schlagzeug auch nicht in die Pub-Atmosphäre gepasst.

Der Erzähler (George Bray) schwelgt von der Atmosphäre der britischen Pubs, die leider immer seltener werden. „Jede Woche sind es 27 Pubs weniger“, sagt er. Der Grund sei der zunehmende Bau von Luxusapartments. Er erzählt von Heimat. „Und die ist da, wo die Freunde sind.“ Dann intoniert er voller Gefühl „Dance with my father“.

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