Pflanzenzuchtschrank als Safe: Bazillus-Sequenzen bleiben im Boden und treten nicht aus

Chinesisches Klima an der Uni Bremen

Sicher und wohltemperiert wächst Genreis in diesem Schrank.

Bremen - BREMEN (ab) · Angesichts des riesigen Abfallproblems und des wohl noch größeren Problems der Umweltverschmutzung durch Pestizide steht der Bodenkundler Prof. Rolf Tippkötter von der Uni Bremen hinter dem Bestreben seiner chinesischen Kooperationspartner.

Tippkötter erläutert im Gespräch mit unserer Zeitung den Ansatz, durch Reispflanzen, denen die Gen-Sequenz eines in der Natur vorkommenden Bazillus zugesetzt wird, die Ernte bedeutend zu verbessern. Eine bessere Ernte durch „Gen-Modifikation“, wie Tippkötter es nennt, erspare chemische Düngung.

Der in Bremen forschende Bodenkundler hat während seiner bisher vier Besuche auf Versuchsflächen im ländlichen chinesischen Raum dort eine Hinwendung zum Umweltschutz erkannt. Auch die Kooperation mit chinesischen Wissenschaftlern habe diesen Eindruck vertieft.

Als Beweis dafür sieht Tippkötter auch seine Aufgabe bei der Reisforschung: Mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitet er an der Aufnahme der Folgen für den Boden, in dem Gen-Reis wächst. Hierfür steht nun eine neuer Pflanzenzuchtschrank in einem der Sicherheitslabore an der Uni. Ein Gerät, das zwar in der Anschaffung rund 10 000 Euro koste, so Tippkötter, aber im Grunde sehr viel einbringe. Denn in dem Schrank können Reispflanzen ihren einjährigen Lebenszyklus in Bremen durchmachen – aber unter Klima-, Licht- und Freuchtigkeitsbedingungen wie in China.

Der Schrank dient einerseits als eine Art Safe: Die „Gen-Modifikationen“ können nicht austreten und Einfluss auf die Umgebung nehmen. Andererseits ist der Schrank ein hochtechnisierter programmierbarer Schonraum. So können Tippkötter und sein Team die klimatischen Gegebenheiten der chinesischen Versuchsfelder simulieren. Das erspart Forschungsreisen. Die Gen-Sequenzen werden mit einem Marker versehen, der nach der Ernte das Auffinden im Boden ermöglicht. Akribisch werde dann der Boden auf Spuren der Bazillus-Gensequenzen untersucht, so Tippkötter. Die Ergebnisse teilt er seinen chinesischen Partnern mit, die die Erkenntnisse in die Entscheidung, ob Genreis angebaut wird, einbeziehen.

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