Nach zwölf Jahren verlässt Peter Riethmöller zum 1. September die Uni-Mensa

Ein Chefkoch im Ruhestand

Ist stolz auf die Auszeichnungen, freut sich aber auch auf seinen Ruhestand: Mensa-Chefkoch Peter Riethmöller. ·

Bremen - Von Viviane StrahmannRegionale Nahrungsmittel, frisch zubereitet und mit Liebe angerichtet – vor zwölf Jahren begann Peter Riethmöller, das Mittagessen der Universität Bremen zu revolutionieren. Zum 1. September geht der Chefkoch der Mensa in den wohlverdienten Ruhestand.

Rein kulinarisch gesehen muss der Brand am 17. Juni 1997 in der alten Mensa auf dem Uni-Campus als Glücksfall gelten. So ähnlich sieht es auch Peter Riethmöller. Das Bremer Mensa-Urgestein blickt auf zwölf Jahre Uni-Mensa zurück. Und erinnert sich noch genau an das, was er damals über die dortigen Verhältnisse hörte und später miterlebte.

Eingefrorene Lebensmittel, aufgetaut, zerkocht: Bereits in der Küche wurden Kartoffeln, Koteletts & Co. auf in Fächer unterteilte Tabletts gefüllt. So soll es damals zugegangen sein. Selten ein Genuss für die hungrige Studenten- und Mitarbeiter-Schar. Teller? Fehlanzeige – heute kaum mehr vorstellbar.

Angefangen als Azubi im Bremer Park-Hotel, kommt Peter Riethmöller nach 19 Jahren in der Mensa der Hochschule Bremen am Neustadtswall an die Uni. 48 Mitarbeiter waren es damals. Jedem einzelnen Koch habe er über die Schulter geschaut. Rotkohl aus Dosen? Nicht mehr mit Peter Riethmöller. Geordert werden seitdem frische Kohlköpfe, das Fleisch stammt aus artgerechter Tierhaltung. Für Frikadellen „wie bei Muttern“. Nur zwei Änderungen, später mehr dazu.

Die anfängliche Skepsis wich der Freunde über das positive Feedback der „Kunden“, wie der Chefkoch die Mensa-Besucher ausdrücklich nennt. Er erinnert sich an Zahlen: Um die 3 000 Essen sollen es kurz vor seiner Zeit zu Weihnachten gewesen sein. Im Jahr 2000 waren es bereits um die 5 000 täglich, heute gehen bis zu 8 500 Portionen in zweieinhalb Stunden über die Essensausgaben. Für 6 000 Essen sei die Mensa konzipiert worden, „da kneift es natürlich“. „Mit rund vier Millionen Euro Umsatz im Jahr sind wir eine der umsatzstärksten Mensen in Deutschland – und das bei Kleinstpreisen, da bin ich stolz drauf“, sagt der 64-Jährige heute. Riethmöller ist gerade heraus, sympathisch, mit Herz bei der Sache, auch nach so vielen Jahren.

Ein erweitertes Angebot, regionale, je nach Saison variierende Produkte, frisch und mit Liebe angerichtet und schmackhaft – das kam vor und hinter der Ausgabe an. Ein Löffel Soße mehr? Kein Problem. Seine Philosophie: „Essen muss frisch und gesund sein. Essen muss Genuss sein. Denn Essen ist Leben.“ Vegetarier, Veganer, Fleischesser, Dessertliebhaber – alle kommen voll auf ihre Kosten. Sämtliche Desserts und die gesamte Palette an Milchprodukten seien biologischer Herkunft, sagt Riethmöller. „Wir müssen die bremische Wirtschaft stärken, indem wir regional einkaufen und die Kleinen unterstützen.“

Seine Kollegen – mittlerweile sind es um die 100 – wird er vermissen. Stellvertreter Heiko Osterloh kam mit ihm von der Hochschule. „Wir sind wie ein altes Ehepaar.“ Und: „Ich brauche eben gute Leute, um meine Ideen umzusetzen.“

13 „Goldene Tabletts“, die dekorativ den Eingang zieren, sprechen für Riethmöllers gute Küche, die auch zum Vorbild für andere Mensen wurde. Welche der zahlreichen Auszeichnungen ihm am wichtigsten sei: „Ganz ehrlich? Der Student, der jeden Tag kommt und sagt: Chefkoch, mit hat’s geschmeckt.“ Anke Grupe, die bisher die Hochschul-Mensa an der Werderstraße leitet, übernimmt ab 1. September an der Uni. Und jetzt? Bisher blieb die Küche zu Hause beim Ruheständler in spe meistens kalt. „Das wird sich jetzt wohl ändern.“

http://www.studentenwerk.bremen.de

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