Abrissbagger schaffen Platz auf Klinikareal

Bremen: Charmante Viertel-Architektur für neues Quartier

Ein Bagger steht vor der ehemalige Frauenklinik auf dem Areal des Klinikums Bremen-Mitte.
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Bagger im Einsatz: Die ehemalige Frauenklinik wird abgerissen. Hier soll ein Teil des St.-Jürgen-Quartiers entstehen.

Auf 14 Hektar frei werdenden Klinikareals in Bremen-Mitte soll in den nächsten Jahren das Neue Hulsberg-Viertel entstehen. Ein Baustein ist das St.-Jürgen-Quartier.

Bremen – Die Abbrucharbeiten laufen. Die Pharmakologie ist weg. Und an der ehemaligen Frauenklinik auf dem Areal des Klinikums Bremen-Mitte knabbern die Bagger. Die alten Gebäude standen oder stehen noch in Resten auf den Baufeldern B3 und F des zukünftigen St.-Jürgen-Quartiers des Neuen Hulsberg-Viertels.

Und jetzt steht fest, wie das Areal zukünftig bebaut werden soll. In einem Architektenwettbewerb setzte sich das Hamburger Büro „hope Architekten“ von Hannes Hölscher und Sven Petersen durch. Sie setzen in ihren Entwürfen auf „Neuinterpretationen des Bremer Hauses“. Dieter Rausch, einer der Geschäftsführer von „Vier Quartier“, sagte: „Wir freuen uns, dass ein so junges Team gewonnen hat, das passt zum Projekt.“

Zurück auf Los: Das neue St.-Jürgen-Quartier ist ein Teilstück des Neuen Hulsberg-Viertels, das auf den frei werdenden 14 Hektar des Klinikums Bremen-Mitte entsteht. Es ist sozusagen ein „Quartier im Quartier“ und besteht aus mehreren Baufeldern, die von der Gesellschaft „Vier Quartier“ entwickelt werden. An der sind die vier Bremer Projektentwickler Gebrüder Rausch, Interhomes AG, Specht-Gruppe und Stefes Pro beteiligt. Auf dem rund 2,9 Hektar großen Areal zwischen St.-Jürgen-Straße und Am Schwarzen Meer, das „Vier Quartier“ im Januar 2020 von der Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte (GEG) erworben hat, soll eine „zweistellige Millionensumme“ investiert werden. Dafür sollen unter anderem rund 300 Wohnungen gebaut werden. Davon entstehen 94 freie Wohnungen, 43 geförderte Wohnungen und neun Reihenhäuser auf eingangs erwähnten Baufeldern B3 und F.

Außenperspektive: So will das Büro „hope Architekten“ den Eingang von der Straße Am Schwarzen Meer ins Neue Hulsberg-Viertel gestalten.

Das Bremer Haus als Vorbild

Die Architekten – der 35-jährige Hölscher ist in München und Bremen aufgewachsen und hat in Hannover studiert; Petersen, Jahrgang 1988, ist in Bremen geboren und aufgewachsen, hat dann in Hannover und Sevilla studiert – wollen mit ihrem Entwurf eine Architektur schaffen, „die auf den Kontext der historischen Klinikgebäude eingeht und gleichzeitig eine gestalterische Eigenständigkeit aufweist“. Verschiedene Haustypen seien vorgesehen. Diese sollen in ihrer Struktur unterschiedlich sein, aber dennoch als Ensemble wahrgenommen werden. „Die Gebäude fügen sich schlüssig in das städtebauliche Umfeld ein und formulieren trotzdem eine eigenständige architektonische Haltung“, lautete das Urteil der Jury unter der Leitung der Hamburger Architektin Karin Loosen.

Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) sagte, der Entwurf bewahre den Charme der Viertel-Architektur und setze mit begrünten Dächern auf Nachhaltigkeit. Schaefer weiter: „Besonders hervorzuheben sind einige gereihte Häuser, die als zeitgemäße Neuinterpretationen des Bremer Hauses geplant werden.“ Schließlich sollen in den Gebäuden „lebendige Erdgeschosse“ mit kleinteiliger, gewerblicher Nutzung und einem Bewegungsbad entstehen. Steffen Eilers (Grüne), Sprecher des Stadtteilbeirats Östliche Vorstadt, bezeichnete den Entwurf als „einfühlsames Ergebnis“ und als „schlüssigen Zugang und Auftakt in das Hulsberg-Viertel“.

Noch eine Außenperspektive: Die Entwürfe der Hamburger Architekten sehen verschiedene Haustypen vor, die als Ensemble wahrgenommen werden sollen.

Nächster Architektenwettbewerb startet im Februar 2022

Die Fertigstellung der beiden Baufelder ist für frühestens Ende 2024 geplant. Im Februar 2022 gibt es den nächsten Architekturwettbewerb mit einem neuen Teilnehmerfeld. „Dann wird über die Architektur des Baufeldes B2 direkt neben dem Haus 8 an der St.-Jürgen-Straße entschieden“, sagt Rausch. Im denkmalgeschützten Haus 8 auf dem Klinikareal war einst die Augenklinik ansässig. Es bleibt auf dem Gelände bestehen und soll im entstehenden St.-Jürgen-Quartier eine neue Funktion erhalten, heißt es.

Der Siegerentwurf wird in der Sitzung des Beirats Östliche Vorstadt heute, Dienstag, um 19 Uhr öffentlich vorgestellt. Die Sitzung wird aufgrund der aktuellen pandemischen Lage als Video-Konferenz durchgeführt, den Online-Zugang finden Interessierte auf www.ortsamtmitte.bremen.d

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