Regentropfen auf poliertem Lack: „Bremen Oldtimer Classics“ trotzt dem Wetter

Charmante Blechveteranen

Ein VW Käfer – in der Exportausführung mit viel Chromzierrat – startet auf die 140 Kilometer lange Strecke. - Foto: Kaack

Bremen - Von Ulf Kaack. Regentropfen auf poliertem Lack und glänzendem Chrom können durchaus Charme haben. Die gab es am Sonnabend auf dem Bremer Marktplatz reichlich zu bestaunen, bevor sich die 166 mehr oder weniger betagten Blechveteranen im Rahmen der 19. „Bremen Oldtimer Classics“ zu einer ausgiebigen Tour durch das südliche und östliche Umland der Hansestadt begaben.

Jeder Oldtimer wurde von dem Moderatorenduo Tanja Sörensen und Wolfgang Rother mit Fahrer und Fahrzeugbiografie einzeln vorgestellt, bevor es vom Rampenpodest aus auf die Strecke ging. Mehrere hundert Automobilfreaks aus Bremen ließen sich dieses Spektakel trotz heftigen Regens in der ersten Hälfte der Startphase nicht entgehen. Ab 11 Uhr zeigte der Wettergott ein Einsehen und sogar die Cabrioverdecke konnten – zumindest für eine begrenzte Zeit – aufgeklappt werden.

Oldtimerparade auf dem Marktplatz vor dem Schütting. - Foto: Kaack

Von Jaguars schlanken E-Types über Porsches komplette Modellpalette bis hin zum legendären Messerschmidt Kabinenroller war alles vertreten, was in der Szene klassischer Automobile Rang und Namen hat. Chromglänzende PS-Boliden vom Wert eines Einfamilienhauses ebenso wie Brot- und Butter-Autos aus der Wirtschaftswunderzeit bis hin zum französischen Wellblech-Lieferwagen Citroën HY. Markenvielfalt war angesagt.

Auf der Strecke ging es unnachgiebig gegen die Uhr, denn die Ausfahrt war als Gleichmäßigkeitsprüfung über die gesamte Distanz von 140 Kilometern ausgelegt. „Es gilt, eine Etappe von 11,7  Kilometern innerhalb von 19 Minuten zu absolvieren“, sagte Andrè Weissmann von der „Oldtimer-Galerie“ in der Überseestadt, der sich gemeinsam mit Olaf Mönch von „Tradex Park“ für die perfekte Organisation dieser größten Oldtimer-Rallye Norddeutschlands verantwortlich zeigte. „Exakt 37 Stundenkilometer beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit. Wer schneller oder langsamer ist, bekommt Abzüge in der Punktwertung.“

Über Oyten, Fischerhude und Verden führte die Route nach Bassum. Auf der dortigen Kartbahnmussten die Teilnehmer zunächst ihr fahrerisches Können auf dem Rennkart unter Beweis stellen und anschließend ein Zeitfahren mit ihren Oldtimern meistern. Die erzielten Prüfungsergebnisse flossen in die Gesamtwertung ein.

19. Bremen Oldtimer Classics rund um die Hansestadt

Zum Schluss, nach sechs Stunden „on the road“, ging es zunächst zum Mercedes-Werk in Sebaldsbrück, wo die Classics-Teilnehmer ihr letztes Zeitfahren auf der dortigen Teststrecke absolvieren mussten. Anschließend, das hat eine gute Tradition seit fast zwei Jahrzehnten, fuhren alle Teilnehmer im Korso durch die Bremer Innenstadt und die Obernstraße. Und dabei zogen sie jede Menge Blicke auf sich.

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