Passagiere auf dem Bremer Airport müssen sich in Geduld üben / Schlafen auf den Sitzen

„Chaos ist schlecht organisiert“

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Ob sie ihre Reise auf der „Aida-Bella“ überhaupt antreten können, stand gestern Nachmittag noch in den Sternen: Sabine Fischer (v.l.), Regina Nagel, Ulrich Fischer und Helmut Nagel.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke · Die Nagels und die Fischers aus Ostfriesland haben die Nase voll. „Seit 3.20 Uhr sitzen wir hier auf dem Flughafen. Wir können nicht mehr“, sagt Sabine Fischer. Seit Donnerstagnachmittag geht wegen der Aschewolke aus Island nichts mehr auf dem Bremer Airport. Und das bleibt noch Stunden so, vielleicht sogar heute noch.

Fischers und Nagels wollen nach Mallorca fliegen, wo gestern Abend die „Aida-Bella“ ablegen soll. Die Hoffnung, rechtzeitig zum Schiff zu kommen, haben sie schon aufgegeben. Und ob überhaupt noch etwas aus der bereits vor einem halben Jahr gebuchten Reise wird – wer weiß das schon. Stundenlang haben die Paare versucht, die Hotline des Veranstalters zu erreichen – vergeblich. Schließlich kommt Helmut Nagel durch.

Asche legt Flugverkehr über Europa lahm

Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm

Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Die Aschewolke, die von Islands Eyjafjalla-Vulkan über Europa zieht. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Bilder des Eyjafjalla-Vulkans und der Wolke aus Vulkanasche aus der Luft. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Der Eyjafjalla-Vulkan. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Der Eyjafjalla-Vulkan. Bereits Ende März ist der isländische Vulkan schon einmal ausgebrochen. Das Bild zeigt die Aschewolke, die damals entstanden ist. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Aschewolke Ende März. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Vulkanasche über Island im März. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Ausbruch des Eyjafjalla-Vulkans im März... © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
... aus der Nähe. Der Eyjafjalla ist ein Vulkan, der sich unter einem Gletscher befindet. Deswegen haben die Menschen in Island mehr Angst vor Überschwemmungen durch schmelzendes Eis als vor der Aschewolke. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Nur noch wenige Flughäfen in Deutschland laufen im Normalbetrieb. In Europa sollen laut Eurocontrol am Freitag bis zu 60 Prozent aller Flüge ausfallen. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
In Frankfurt am Main, Berlin, Bremen, Düsseldorf und weiteren Flughafen ist der Betrieb stundenweise eingestellt. Eine Verlängerung ist wahrscheinlich. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Wie lange die Menschen an den europäischen Flughäfen ausharren müssen, ist unterschiedlich. Während die westlichen Flughäfen in Irland ihren Betrieb wieder aufnehmen konnten, hat Polen seinen Luftraum gesperrt. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Für Reisende, die festsitzen, gibt es wenigstens einen Trost. Sie erhalten den Ticketpreis zurück oder können kostenlos umbuchen. Entschädigungen gibt es nicht. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Die Behinderungen im Luftverkehr können noch Tage dauern, sagen Experten. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Inzwischen sind auch andere Verkehrsmittel ausgebucht. Mietautos sind schwer zu bekommen, und am Donnerstag war der Eurostar nach London binnen Stunden ausgebucht. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Manchen Reisenden bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der Situation abzufinden. © dpa
Vulkanasche legt Flugverkehr in Europa lahm
Immerhin gibt es Notlager für gestrandete Reisende. © dpa
German Wings schützt seine Triebwerke auch am Boden vor der Vulkanasche. © dpa/ap
Das Satellitenbild zeigt die Aschewolke am Donerstagmittag. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Bilder aus Island vom Lava-Schmelzwasser-Gemisch rund um den Vulkan. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Auch die Mietwagen werden knapp. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Satellitenbild von elf Uhr am Freitagmorgen. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Satellitenbild von elf Uhr am Freitagmorgen. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap
Vulkanasche Flughafen
Aschewolke: Deutsche Flughäfen bleiben möglicherweise auch am Wochenende gesperrt, weil die Vulkanasche-Wolke sich über Europa ausbreitet. © dpa/ap

Er spricht Klartext mit seinem Gegenüber: „Warum wird der Gast allein gelassen? Das hat mit Service nichts zu tun.“ Und weiter: „Das Chaos ist zum Teil verständlich. Aber dieses Chaos ist sehr schlecht organisiert“, sagt er ins Handy, während Radio Bremen die Szene filmt. Ergebnis des Telefonats: „Wir sollen nach Hause fahren. Irgendwann werden wir informiert.“ Es könne auch sein, dass man, kaum in Leer angekommen, wieder losfahren müsse. Möglicherweise werde ein Bus nach Valencia eingesetzt. „Auf jeden Fall ist der erste Urlaubstag schon mal weg“, sagt Sabine Fischer frustriert.

Allein zwischen 6 und 20 Uhr fallen gestern 43 Ankünfte und 51 Abflüge aus. Flughafensprecher Florian Kruse geht von einer Unterbrechung des Luftverkehrs in Bremen bis Mitternacht aus, alles weitere sei Spekulation. Die Situation, so Kruse, sei schon außergewöhnlich. Gestern Abend deutet sich an, dass zumindest heute Morgen weitere Flüge ausfallen könnten – wenn nicht gar noch länger. Auf der

Homepage des Airports werden die Nachrichten Kruses Angaben zufolge ständig aktualisiert, ebenso gibt es Auskunft am Info-Counter in der Abflughalle. Fluggäste sollten sich unbedingt mit ihrem Reiseveranstalter oder der Airline in Verbindung setzen, empfiehlt der Sprecher.

Katja Weigel stieg vom Flugzeug aufs Auto um.

Einen sehr geduldigen Eindruck machen die beiden jungen Italiener Giam Pietro (20) und Ilaria (19). Schon seit 4 Uhr in der Nacht harren sie auf dem Airport aus, schlafen auf der Bank, wandern durch die Halle, essen und trinken etwas – auf eigene Kosten, versteht sich. Um 7 Uhr sollte der Ryanair-Flieger ins heimische Bergamo gehen. Die Psychologie-Studenten wissen jetzt, dass sie auch die Nacht im Flughafengebäude verbringen werden. Frühestens heute Morgen könnte der Flug starten. Wenn ja, wären sie glücklich. Geld für eine weitere Nacht in der Jugendherberge hat das Paar nicht. Zwei Tage haben sich die jungen Italiener Bremen angesehen. Ihr Fazit: „Una bella città“ – eine schöne Stadt.

Katja Weigel ist umgestiegen. Statt 40 Euro, die sie eventuell erstattet bekommt, zahlt sie nun 330 Euro und fährt im Leihwagen nach Oslo. Dort will die 29-jährige Bremerin Freunde besuchen, der Skiurlaub ist fest gebucht, verschieben kann sie ihn nicht. Nun ist sie auf der Suche nach Mitfahrern, „dann können wir uns abwechseln, und ich muss nicht noch übernachten“.

Warteten geduldig auf ihren Flug ins italienische Bergamo: Ilaria (links) und Giam Pietro.

Eine pfiffige Idee haben die beiden Brüder Hauke und Siebo Janssen aus Stuhr-Seckenhausen. „Wir haben im Radio gehört, dass einige Leute ganz verzweifelt sind, weil sie hier festsitzen. Wir fragen jetzt herum, wer innerhalb Deutschlands irgendwo hingebracht werden will. Dann machen wir das“, sagt Hauke. Die Brüder versprechen sich davon ein paar Euro Verdienst und interessante Gespräche. Ryanair streicht gestern am Abend sämtliche An- und Abflüge in folgende Länder bis einschließlich Montag, 19. April, 13 Uhr: Großbritannien, Irland, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Belgien, Holland, Nord-Frankreich, Nord-Deutschland, Polen und in das Baltikum. Grund: Die Passagiere sollen Zeit zum Umbuchen der Flüge haben.

WWW.airport-bremen.de

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