Straßentheaterfestival „La Strada“: Aufführungen mit aktuellen Bezügen

Chaos in der Baugrube

Da geht's lang. Oder? This Maag wird die „La-Strada“-Gala moderieren – und trat gestern schon einmal als Stadtführer in der Innenstadt auf – wie hier vor dem Bremer Dom. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Ich komme nicht von hier“, sagt der Schweizer Straßenkünstler und Schauspieler This Maag. Er kommt aber hier her, denn bald beginnt ja wieder das Straßentheaterfestival „La Strada“. Und er war auch gestern schon einmal hier, um für das Festival zu werben – bei einer Stadtführung zu den verschiedenen Aufführungsorten.

This Maag wird die „La-Strada“-Gala moderieren – Sonnabend und Sonntag, 11. und 12. Juni, bei der Bremer Shakespeare-Company in der Neustadt. Beginn ist jeweils um 20.15 Uhr. Restkarten sind für 28 Euro an der Abendkasse zu haben, hieß es gestern.

Das Festival „La Strada“ selbst dauert insgesamt von Donnerstag bis Sonntag, 9. bis 12. Juni. Zum nunmehr 22. Mal kommen internationale Straßenkünstler nach Bremen, um unter freiem Himmel aufzutreten – ohne feste Gage und in der Hoffnung auf den „Hut“, der nach den einzelnen Vorstellungen im Publikum herumgeht. Mit viereinhalb Teilzeitstellen und etwa 100 Ehrenamtlichen stellt das Team um Festivalleiterin Gabriele Koch „La Strada“ auf die Beine.

Theater und Akrobatik, Musik und Tanz, Clownerie und Jonglage, Puppenspiel und Performancekunst, Hintersinn und Unsinn: 71 Künstler aus 14 Nationen sind dieses Mal dabei. Das Bremer Festival genießt einen internationalen Ruf – bei den Künstlern ebenso wie beim Publikum. Die Zuschauer kommen aus Bremen und dem Umland; so mancher reist aber auch als „La-Strada“-Tourist an.

Etwa zum – von der Sparkasse finanzierten – „La-Strada“-Eröffnungsspektakel. Es beginnt am Donnerstag, 9. Juni, um 22.15 Uhr auf dem Domshof. Die Organisatoren kündigen eine „Sternstunde des europäischen Straßentheaters“ an: Das „Theater Gajes“ aus Holland zeigt dann seine Produktion „Agora Phobia“.

„Das Thema ist urbane Stadtentwicklung“, sagt Festivalleiterin Koch. „Man wird mittendrin sein in der Baugrube. Es ist ein großes Spektakel.“ Und eines, das offenbar gut passt zur baustellengeplagten Stadt Bremen (Stichwort: Bahnhofsvorplatz). Die holländischen Künstler lassen „mit optischen Tricks und fahrenden Großobjekten“ eine „verzerrte Illusion einer Großbaustelle entstehen“, wie es in einer Vorschau heißt. „Ein von der Gruppe bestens organisiertes, inszeniertes und choreografiertes Durcheinander aus kommunalpolitischen Eitelkeiten, planerischem Größenwahn, menschlichem Versagen und den allgegenwärtigen Tücken des Alltags nimmt seinen Lauf. Nervöse Bagger, geplatzte Wasserleitungen, visionäre Architekten, ambitionierte Politiker und akrobatische Handwerker werden Hauptdarsteller in einer grotesken Soap-Opera.“ Fast möchte man sagen: das können die Bremer doch auch selber. Aber vermutlich nicht mit solchem Witz.

Das „La-Strada“-Programm beginnt am Freitag, 10. Juni, um 18 Uhr. Gespielt wird dann bis weit in den Abend hinein. Am Sonnabend, 11. Juni, treten die Straßenkünstler in der Zeit von 14 bis 21.30 Uhr auf. Am Sonntag, 12. Juni, gibt es von 14 bis 20.30 Uhr Programm unter freiem (und hoffentlich trockenem) Bremer Himmel.

Zu den Spielorten in der Innenstadt gehören neben dem Domshof der Marktplatz und der Liebfrauenkirchhof. In den Wallanlagen gibt es beispielsweise beim Heine-Denkmal neben der Kunsthalle und auf der „Wiesenbühne“ Freiluft-Theater.

In Sichtweite des „Alex“ auf dem Domshof öffnet unter anderem die Fahrschule „Actic“. Besucher werden zur Theorieprüfung aufgefordert und dürfen dann Autoscooter-Runden drehen. Natürlich hat diese Fahrschule ihre eigenen Verkehrsregeln. In den Wallanlagen zeigt bespielsweise die belgische Gruppe „Doble Mandoble“, was man mit fünf Klappleitern so alles anstellen kann.

http://lastrada-bremen.de

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