Trotz zunehmender Risiken bleiben Spediteure zuversichtlich

Die Chance liegt in den Köpfen

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Symbolbild

Bremen - Von Ralf Sussek. Die Wirtschaft in Bremen und insbesondere die Logistikbranche brauchen eine zukunftsfähige Infrastruktur. Simon Reimer, der Vorsitzende des Vereins Bremer Spediteure, hat die Politik daher aufgerufen, nicht wirtschaftsfeindlich zu handeln und bei den Bürgern für eine positive Einstellung zu werben. „Nur dann haben wir eine Chance“, sagte Reimer gestern.

Die Logistikbranche ist ein stiller Riese. Mit um die 250 Milliarden Euro Umsatz im Jahr und 2,4 Millionen Beschäftigten ist sie nach dem Automobilbau die zweitgrößte Branche in Deutschland. In Bremen und Bremerhaven haben die im Verein Bremer Spediteure organisierten rund 200 Speditions- und Logistikfirmen etwa 4 000 Mitarbeiter, mit denen sie regelmäßig zweieinhalb bis drei Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.

In Zeiten der Globalisierung wird die Bedeutung der „verbindenen Wirtschaft“, wie sie der Vereinsvorsitzende Simon Reimer nennt, weiter zunehmen. Auch deshalb hat Reimer im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Vereins nicht nur eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen, sondern die Politik aufgerufen, für eine gute tatsächliche und digitale Infrastruktur zu sorgen.

Zufriedenstellende Geschäfte machten im vergangenen Jahr besonders die Unternehmen zu, die ohne eigene Lkw oder Läger ihr Geschäft betreiben und überwiegend See- und Luftfrachttransporte organisieren. Dies ist den Angaben zufolge die überwiegende Mehrheit der Unternehmen im Verein.

Der Blick in die Zukunft sieht objektiv weniger gut aus. Die Spediteure betrachten mit Sorge, dass die chinesische Wirtschaft große Probleme hat. Auch die anderen BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) dürften die ursprünglich in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Hinzu kommen Krisen, Konflikte und weltweiter Terror.

Dennoch: Die Spediteure sind zuversichtlich. Ein Grund dafür ist ihr Sitz am Hafen- und Logistikstandort Bremen und der Bedeutung für den deutschen Außenhandel. „Bremen finden wir alle große Klasse“, sprach Reimer für die hier ansässigen Unternehmen, man müsse aber weiter für die Stärke des Standorts arbeiten. So spiele die Digitalisierung der Prozesse und Datenströme eine immer größere Rolle. „Ohne IT läuft nichts, und die Ansprüche an die Systeme werden immer höher.“ Gute Rahmenbedingungen gilt es jedoch nicht nur digital zu schaffen. Auch eine angemessen schnelle „Trasse für Waren“ ist wichtig, so Reimer, oder eine neue Berufsschule. Köpfe und Technik – das sei angesichts der Rohstoffarmut das einzige, womit Deutschland punkten könne. Ein Lob für die Bremer Politik gab es aber auch: Angesichts der immer größer werdenden Schiffe sei die Entscheidung für die Beteiligung am Jade-Weser-Port Wilhelmshaven richtig gewesen.

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