Innenressort zeigt sich offen für Vorstoß

CDU: Statistik für Messerangriffe

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Messerangriffe sollten künftig als eigene Kategorie in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ausgewiesen werden. Das fordert der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wihelm Hinners. Beim Innenressort trifft er damit auf offene Ohren. Der Haken: Die Richtlinien für die PKS werden beim Bundeskriminalamt festgelegt, damit die Statistiken der Länder vergleichbar sind. Bremen könne die Kriterien also nicht im Alleingang ändern, sagte am Dienstag Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), auch Nachfrage.

Nachdem die Zahl der Messerattacken in mehreren Bundesländern deutlich gestiegen ist, steht eine eigene Ausweisung derartiger Angriffe aktuell in der Diskussion. Laut Hinners haben Messerangriffe auch in Bremen zugenommen. Von 2014 auf 2016, so Hinners, stiegen in Bremen die Straftaten unter Einsatz von Stichwaffen um mehr als 18 Prozent (2014: 294, 2016: 349 zu Anzeige gebrachte Straftaten). In Bremerhaven verdoppelten sich die Zahlen im selben Zeitraum sogar fast (2014: 74, 2016: 139). Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Senats in der Fragestunde der Bürgerschaft im August 2017. In der Statistik werden sie dagegen – anders als Schusswaffen – nicht separat erfasst. 

Hinners möchte, dass Mäurer sicherstellt, dass Messerangriffe künftig als eigene Kategorie in der PKS ausgewiesen werden. „Diese differenzierte Betrachtungsweise ist wichtig, um zu kontrollieren, ob sich der Anstieg verfestigt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Alles andere wäre fahrlässig“, sagte der CDU-Mann. Die Christdemokraten haben einen entsprechenden mündlichen Bericht für die nächste Innendeputation angefordert.

Hinners verweist auf mehrere gefährliche und tödliche Messerangriffe in Bremen in den vergangenen Monaten (wir berichteten). Er nennt die jüngste Verurteilung zur Messerstecherei im Mai 2017 im Einkaufszentrum „Waterfront“ des Landgerichts. Vor wenigen Monaten war zudem ein Mann im Viertel bei einer Messerstecherei tödlich verletzt worden, im Februar ereigneten sich an nur einem Wochenende Messerangriffe in Hemelingen und der Neustadt. Wenn es belastbare Zahlen gebe, so Hinners, könne zudem auch bei der Ausbildung junger Polizisten ein Schwerpunkt auf Messerangriffe gelegt werden.

Das Innenressort steht einer entsprechenden Veränderung der PKS offen gegenüber, betonte Gerdts-Schiffler auf Nachfrage. Die Statistik werde im Laufe der Jahre immer mal wieder verändert und weiterentwickelt, wenn es neue Aspekte gebe. Wichtig sei, das bundeseinheitlich zu regeln, damit die Statistiken vergleichbar seien.

Lesen Sie auch: Polizeigewerkschaft fordert Konsequenzen aus Messerattacke

Rubriklistenbild: © Archivfoto: dpa

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