Bürgerschaftswahl am 26. Mai

Bremer Spitzenkandidaten Carsten Sieling und Carsten Meyer-Heder im Rededuell

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Carsten Sieling (l.) und Carsten Meyer-Heder beim Rededuell auf dem Schiff.

Bremen – Von Jörg Esser. Noch vier Wochen. Dann – am 26. Mai – ist Super-Wahltag in Bremen. Die Meinungsforscher prognostizieren ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU. Die Bürgerschaftswahl wird zum Duell von Amtsinhaber Carsten (Sieling, SPD, 60) gegen Herausforderer Carsten (Meyer-Heder, CDU, 58) hochgepimpt.

Am Donnerstagmittag ging es für die beiden Carstens aufs Schiff – zu einem Rededuell auf Einladung von RTL Nord, das am Freitagabend über den Bildschirm flimmerte.

Bei Sonnenschein und leichter Brise liefern sich die Spitzenkandidaten einen verbalen Schlagabtausch zu den Themen Bildung, Verkehr und Image. Der rote Carsten trägt einen grauen Anzug und ein hellblaues Hemd, der schwarze Carsten tritt in dunkler Jeans und dunklem Hemd vor die Kameras. Das Schiff legt ab. Die Herren werden verkabelt. Vorgeplänkel. Dann geht es hinein in die Bildungspolitik. 

Meyer-Heder sieht Defizite von SPD-Bildungspolitik

Quereinsteiger Meyer-Heder sieht selbstgemachte Defizite als Folge von 73 Jahren SPD-Bildungspolitik. Er verweist auf die Pisa-Studien, in denen Bremen das ewige Schlusslicht ist, fordert ein verpflichtendes drittes Kita-Jahr und mehr Berufsorientierung in Schulen – und gibt die Note 5. Der Bürgermeister sieht Bremen auf einem „guten Weg“. 

Er kündigt eine kostenlose Betreuung von Kindern zwischen drei und sechs Jahren ab Sommer an, verweist auf 3000 neugeschaffene Kita-Plätze und die „vielen Preise“, die Bremer Schulen bundesweit gewinnen. Gesamtnote: 2–.

Stichwort Verkehrspolitik: Meyer-Heder wirbt für eine Seilbahn („die ist auch fürs Image toll“), kritisiert die fehlenden Investitionen in den Ausbau von Straßenbahnlinien, wobei er sich gleich Rüffel einfängt. „Herr Meyer-Heder, da bitte ich Sie, sich besser zu informieren.“

Sieling präsentiert Werder-Schal

Einen Lieblingsgegenstand sollen die Herren präsentieren. Sieling hat schnell reagiert und einen Werder-Schal dabei. Werder sei eine Herzensangelegenheit. Und nur eine krasse Fehlentscheidung habe die Grün-Weißen aus dem Pokal geworfen. 

Meyer-Heder hat eine Diskette im Gepäck, eine „Floppy“, ein Uraltmodell: Früher sei er planlos unterwegs gewesen. Dann habe er sich zu einer Umschulung entschlossen und den Grundstein für sein erfolgreiches IT-Unternehmen gelegt. Die Diskette ist sein Symbol für den Aufstieg.

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