Cannabis legalisieren?! Wirkung, Nebenwirkungen und Risiken

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Viele Menschen wollen Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisieren. Der Wirkstoff kann Symptome schwerkranker Patienten lindern – birgt jedoch auch Risiken.

Gefährliches Rauschmittel oder alternative Arznei: Beim Thema Cannabis scheiden sich die Geister. Während die einen von der positiven Wirkung überzeugt sind und Cannabis legalisieren wollen, lehnen andere die illegale Droge strikt ab. Lesen Sie hier, bei welchen Krankheiten die Hanfpflanze helfen kann und welche Risiken damit verbunden sind.

Cannabis als Medizin – Hilfe für schwerkranke Patienten

Neben 600 anderen Substanzen ist der Hauptwirkstoff von Cannabis das sogenannte Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Es hat eine berauschende Wirkung und fällt deshalb unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Gleichzeitig werden der Substanz schmerzlindernde, entzündungshemmende, krampflösende und appetitanregende Eigenschaften zugesprochen.

In Medizin und Forschung rückt die Hanfpflanze deshalb verstärkt in den Fokus, um die Symptome schwerkranker Patienten zu lindern – zum Beispiel:

  • Cannabis reduziert Spasmen und Krämpfe bei Patienten mit Multipler Sklerose.
  • Die Substanz mindert Übelkeit und lindert den Brechreiz. Gleichzeitig regt sie den Appetit an. Damit hilft sie beispielweise AIDS-Patienten, die durch ihre Krankheit stark abmagern. Zudem lindert sie die Nebenwirkungen von Krebspatienten, die eine strapaziöse Chemotherapie machen müssen.
  • Mediziner gehen davon aus, dass Cannabis bei Grünem Star hilft, indem es den Augeninnendruck senkt.
  • Auch bei neurologischen Erkrankungen wie Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) und dem Tourette-Syndrom soll die Substanz positiv wirken.

Die therapeutische Bedeutung ist ein Grund, warum sich viele Menschen in Deutschland dafür aussprechen, Cannabis zu legalisieren. So ergibt eine aktuelle forsa-Umfrage, dass sich in Berlin knapp die Hälfte aller Befragten (45 Prozent) für eine Freigabe von Hanf zu medizinischen Zwecken einsetzen.

Sucht, Psychosen, Lethargie: Risiken und Nebenwirkungen von Cannabis

Immerhin 39 Prozent der Einwohner der deutschen Hauptstadt wollen laut der Erhebung Cannabis generell legalisieren. Doch ihre Chancen stehen nicht gut. In Deutschland ist der Anbau, Erwerb und Besitz von Cannabis strafbar. Hierzulande gilt die Hanfpflanze als illegale Droge – aus gutem Grund. Der Konsum ist mit psychischen, körperlichen und sozialen Risiken verbunden:

  • Wer Cannabis regelmäßig konsumiert, kann eine psychische und milde körperliche Abhängigkeit entwickeln. Dann wird das Kiffen zur Sucht.
  • Der Konsum kann zu psychotischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Depressionen führen.
  • Das Rauschmittel verursacht Desorientiertheit und Halluzinationen bis hin zur De-Personalisierung – einem gestörten Ich-Gefühl – und paranoiden Symptomen.
  • Der Konsum wirkt sich negativ auf Ihre kognitive Leistungsfähigkeit aus. Ihre Aufmerksamkeit, Konzentration und Ihr Lernvermögen leiden. Zudem steigt Ihr Unfallrisiko, etwa im Straßenverkehr.

Irreparable Hirnschäden durch Cannabis bei Jugendlichen

Vor allem bei jungen Menschen kann Cannabis schwerwiegende Folgen haben: Bis zum 25. Lebensjahr entwickelt sich das Gehirn weiter. Durch den Konsum der Droge werden Synapsen nicht mehr korrekt gebildet und das Gehirn wird unwiederbringlich geschädigt. Zudem steigt das Risiko für psychotische Störungen.

Vor diesem Hintergrund ist es beunruhigend, dass der Konsum von Cannabis bei Jugendlichen weiter ansteigt. In der aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren an, im vergangenen Jahr mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 waren es 11,6 Prozent. Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen stiegt die Zahl von 4,6 Prozent im Jahr 2011 auf 7,7 Prozent.

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