Ideen für eine „Business School Bremen“ von Uni und Hochschule Am Brill

Ein Campus in der Innenstadt

Jochen Zimmermann - Foto: Rehling/Uni Bremen

Bremen - Von Viviane Reineking. Bremen bekommt eine „Business School“ auf dem bisherigen Sparkassenareal Am Brill – so jedenfalls sieht es ein Konzept vor, dass der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen, Jochen Zimmermann, verfasst hat. Sein Vorschlag: Wirtschaftswissenschaftler von Universität und Hochschule bündeln ihre Kompetenzen auf einem etwa 20 000 Quadratmeter großen Campus samt Bibliothek, Hörsälen und Büros in der Bremer City.

Auf acht Seiten ist Zimmermanns Idee skizziert. Von gesellschaftlichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Bildungsstätten über die Rolle der Wirtschaftswissenschaften für die Bremer Stadtentwicklung bis zu Angeboten und organisatorischer Struktur einer „Business School Bremen“ reichen die Ausführungen.

Eine solche Einrichtung – nach außen „als Marke weitgehend unabhängig“, nach innen und rechtlich Bestandteil der Uni und der Hochschule – schärfe das Profil des Bremer Wissenschaftsstandortes und erhöhe die internationale Sichtbarkeit der Wissenschaftsinstitutionen, der Wirtschaftswissenschaft und des Wirtschaftsstandortes, heißt es in dem Papier. Und weiter: „Ihre Lage in der Innenstadt setzt einen starken Impuls für Bremen als lebenswerte Universitätsstadt.“

Eingeschrieben sind an wirtschaftswissenschaftlichen Standorten der Universität und Hochschule zusammen derzeit etwa 5 000 Studenten, die von etwa 150 Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern betreut werden. Die Zusammenlegung der Wirtschaftswissenschaften beider Bremer Hochschulen hebe Synergien und setze Ressourcen für neue Projekte frei, so der Dekan, der dabei an eine stärkere duale Ausbildung in Zusammenarbeit mit den Unternehmen und die Förderung von Start-ups denkt. Zudem setze das Projekt auf eine verstärkte Internationalisierung mit englischsprachigen Studiengängen und mehr ausländischen Studenten und verspreche eine „größere Flexibilität in Forschung und Lehre“. Mit einer „Business School“ könne Bremen wissenschaftspolitische Zeichen für das Zusammenwachsen universitärer und fachhochschulischer Formate setzen, heißt es weiter.

Noch hat die Sparkasse Bremen ihren Sitz Am Brill. Bis 2020 will sie in den Technologiepark ziehen. Ein Wirtschaftswissenschaftler der Uni möchte auf dem Areal dann eine „Business School Bremen“ etablieren. - Foto: Reineking

Vorteile macht die „Konzeptskizze“ für hiesige Unternehmen aus, die von mehr Fachkräften profitieren könnten. Zimmermann sieht die Wirtschaftswissenschaften aber auch als „ideale Ressource, den Innenstadtbereich aufzuwerten“. Sie gehörten wie nur wenige Studienfächer zu den Wachstumspotenzialen des Wissenschaftsbetriebes, heißt es im Konzept weiter. Wichtig, wenn Bremen die Zahl der Studenten halten oder ausbauen wolle. Mehr Studenten in Bremens Mitte, das solle laut Zimmermann die City beleben und die Kaufkraft erhöhen. Mit Blick auf die anstehenden oder geplanten Veränderungen der Innenstadt heißt es in Zimmermanns Skizze: „Ein belebteres Stephaniviertel flankiert die Entwicklungsprojekte der Innenstadt unmittelbar.“

Mit Handelskammer, Arbeitnehmerkammer, Wissenschaftsbehörde, Politikern und potenziellen Investoren habe Zimmermann bereits Gespräche geführt und „in vielen Bereichen große Zustimmung erfahren“. Im Fachbereich selbst gibt es dem Vernehmen nach aber nicht nur Unterstützung für Zimmermanns Vorschlag.

„Wir haben die Idee von Herrn Zimmermann vernommen und werden darüber nachdenken“, sagte gestern Uni-Sprecherin Kristina Logemann. Zurückhaltend ist derweil auch die Hochschule Bremen: Hochschul-Rektorin Karin Luckey und Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter wollten sich zunächst erst einmal austauschen. Hochschul-Sprecher Ulrich Berlin verweist auf die „unglaubliche Komplexität“ eines solchen Projektes. Die Hochschule sei mit rund 3 600 Studenten der Wirtschaftswissenshaften am Campus Werderstraße und am „International Graduate Center“ an der Süderstraße bereits im Zentrum vertreten und setze Impulse für die Stadt.

Am Montag, 11. Juni, soll das Projekt Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) offiziell vorgestellt werden. Einen Tag darauf wird es mit studentischen Vertretern und Mitgliedern der Bürgerschaftsfraktionen sowie Uni- und Hochschulleitung diskutiert.

Während die Wirtschaftswissenschaftler von der Uni in die City wollen, bezieht die Sparkasse Bremen bis zum Jahr 2020 ein neues Domizil auf dem Uni-Campus an der Universitätsallee im Technologiepark (wir berichteten). Das Geldinstitut hat sein

rund 11 000 Quadratmeter großes Areal zwischen Brill, Hanken-, Jakobi- und Bürgermeister-Smidt-Straße mit dem historischen Sparkassengebäude im November vergangenen Jahres verkauft. Den Zuschlag hatte eine Investorengruppe um die israelische Familie Schapira bekommen, die hier einen Mix aus Wohnen, Hotel, Einzelhandel und Dienstleistung plant. Um über die Pläne für die „Business School Bremen“ zu sprechen, wolle man mit dem neuen Eigentümer nun einen Termin vereinbaren, so Uni-Dekan Jochen Zimmermann.

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