Tourismus-Boom macht Pause

Busunternehmen meiden Bremen

Der Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale, Peter Siemering, hält die sinkenden Zahlen im Tourismus für eine Momentaufnahme. Jahrelang ging es im Bremer Tourismus immer nur aufwärts. Bei inzwischen mehr als 1,5 Millionen Übernachtungen im Jahr erhält die Euphorie jetzt allerdings einen Dämpfer – Umweltzone und City-Tax spielen dabei eine Rolle. ·

Bremen - Von Sönke Möhl. Jahrelang ging es im Bremer Tourismus immer nur aufwärts. Bei inzwischen mehr als 1,5 Millionen Übernachtungen im Jahr erhält die Euphorie jetzt einen Dämpfer. Das Wachstum stockt. Politische Entscheidungen wie Umweltzone und City-Tax spielen dabei offenbar eine Rolle.

Der seit Jahren anhaltende Tourismus-Boom hat sich zur Mitte des Jahres deutlich abgeschwächt. Seit Januar steht noch ein Plus von knapp einem Prozent bei den Übernachtungen in der Statistik, im Mai gab es aber einen Rückgang um neun Prozent.

Der Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), Peter Siemering, erklärt das hauptsächlich mit vier Großveranstaltungen, die es im vergangenen Mai in Bremen gab und die in diesem Jahr fehlten.

„Es handelt sich um eine Momentaufnahme. Das ist überhaupt kein Aufreger“, sagte er. „Wir sind im Vergleich zum Vorjahr stabil, das Vorjahr war ein Sensationsergebnis.“ Eine zweite Entwicklung könnte aber für längerfristigen Schaden in der Tourismusentwicklung sorgen. Etliche Busreiseveranstalter hätten Bremen aus ihren Programmen gestrichen. „Wir haben mehrere zehntausend Stornos zusammengezählt“, sagte Siemering. Die Busunternehmer seien wegen der Umweltzone verärgert. „Ich hatte gebeten, dass die Ausnahmeregelung verlängert wird, das hat uns der Umweltsenator (Joachim Lohse, Grüne, d. Red.) abgelehnt. Wir haben jetzt die härteste Regelung und deutliche Nachteile.“

Ein weiteres Problem sei die Bettensteuer. „Ich gebe unumwunden zu, dass die Faktoren Umweltzone und City-Tax, die Diskussion darum, dem Standort eher schaden.“ Die Flugsteuer komme noch hinzu. „Der Tourismus wird mit solchen Faktoren belastet“, sagte Siemering.

Die BTZ arbeite weiter daran, Reiseanlässe zu schaffen. Das seien etwa Tagungen und Kongresse. „Wir haben Pakete mit Veranstaltungen geschnürt, und wir haben eine Sommerkampagne, um dem Trend entgegenzuwirken.“ Die Angebote würden mit großem Aufwand in den Quellmärkten, vor allem in Nordrhein-Westfalen, beworben.

„Wir haben auch im Internet neue Produkte“, sagte der Geschäftsführer. Außerdem werde die Zusammenarbeit mit der irischen Fluggesellschaft Ryanair intensiviert. „Wir betreiben unbeirrt weiter unsere überseeische Akquisition. Dabei setzen wir auf den Markt in China, wir sehen, dass es sich positiv entwickelt.“ · lni

http://www.bremen-tourismus.de

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