Bunte Feuer auf dem Wasser

20.000 Gäste besuchen „Musik und Licht am Hollersee“

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Traditionell erklingt bei „Musik und Licht am Hollersee“ Händels Feuerwerksmusik. Bei einer der schnelleren Passagen steigen verschiedene Raketen in kurzem zeitlichen Abstand in den Himmel.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Schon gegen 17 Uhr haben es sich viele Menschen um den See auf Klappstühlen und Decken gemütlich gemacht. Einige gönnen sich ein nettes Picknick. Das ist normal bei „Musik und Licht am Hollersee“.

Die Großveranstaltung fand am Sonntag zum 29. Mal statt. Bei angenehmen Wetter kamen nach Angaben des veranstaltenden Bremer Bürgerparks etwa 20.000 Gäste, um dem Programm des Jugendsinfonieorchesters Bremen-Mitte zu lauschen.

Brigitte Kappig aus Bremen sitzt in der Nähe der Bühne. „Ich komme seit zehn Jahren, immer früh und immer an diesen Platz“, sagt sie. „Es ist einfach toll. Die Musik und auch das Ambiente sind richtig schön.“ Insgesamt 50 Helfer sind im Einsatz. Sie verteilen Programm-Flyer und verkaufen Fackeln.

Kurz vor sieben ist der Ponton mit der Pyrotechnik in der Mitte des Sees angekommen. Da hat der Feuerwerker Sven Schneider aus Goslar bereits die Funkverbindung geprüft. Zum Feuerwerk zu Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ wird er sich zu Dirigent Martin Lentz stellen. Beide werden sich Einsätze geben.

Mal schnelles, mal langsames Feuerwerk

„Wir haben kein programmiertes Tempo“, sagt Lentz. Schneider hat ein sogenanntes Kombinationsfeuerwerk vorbereitet. „In den ruhigen Teilen zünde ich Sonnenräder, Vulkane und Fontänen“, sagt Schneider. Beim schnellen Allegro steigen aus Batterien Effekte in bis zu 40 Metern Höhe. Vier Tage Vorbereitung im Betrieb und fast fünf Stunden Aufbau hat es gebraucht.

Pünktlich um 20 Uhr geht es los. Die jungen Musiker im Alter von zwölf bis 20 Jahren nehmen Platz. Martin Lentz hebt den Taktstock. Ein bekanntes, tiefes Grollen erklingt, dann folgen mit viel Pathos die Bläser. Mit dem „Sonnenaufgang“ aus Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ sorgt das Orchester für eine Eröffnung mit viel Bombast. Fürs Auge gibt es dazu Projektionen auf den Wänden der Bühne.

Die Ouvertüre aus „Eine feste Burg ist unser Gott“ von Joseph Joachim Raff, eine Schauspielmusik aus dem Jahr 1854 nach dem gleichnamigen Kirchenlied von Martin Luther, besticht durch melancholische und impulsiv mitreißende Klänge. Der dritte Satz aus dem „Konzert für Oboe und Orchesters“ von Ludwig August Lebrun wirkt dagegen tänzerisch und sogar frech. Die Solistin Mia Pribbernow spielt die schnellen Läufe locker und mit sichtlicher Freude.

Schauspiel und Musik verschmelzen

Mit vollem Körpereinsatz interpretiert auch Marysol Schalit, Sopranistin am Bremer Theater, die Musik bei ihren Auftritten. Schauspiel und Musik verschmelzen besonders bei „Spiel’ ich die Unschuld vom Lande“ aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Auch den Habitus einer Königin und einer Pariser Dame bringt sie mit Stimme und Körper voller Verve auf die Bühne.

Immer wieder zeigen Martin Lentz und die jungen Musiker ein gutes Händchen für Dynamik. So auch beim Kaiserwalzer, den Johann Strauß neckischerweise mit einem Zwei-Halbe-Takt beginnen lässt. Ein sensibles, leises Intro und der folgende majestätische Bombast ergänzen sich letztlich zu einer herrlichen Einheit.

Höhepunkt des Abends ist natürlich die „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel. Auf Fontänen und Stößen mit schillernden Funken folgen mit vehementer Instrumentenunterstützung aufsteigende Raketen. Verschiedene Farben und Effekte verschönern den Himmel. Dann: Ein kurzer Knall. Etwas fliegt über den See. 

Kurz danach leuchten schwimmende, bunte Feuer im Wasser des Hollersees auf, herrlich passend zu den ruhigeren Tönen. Zu wilderen Passagen sausen weiße Kreisel in luftige Höhen. Das Spektakel spiegelt sich im Wasser, genauso wie die vielen brennenden Fackeln.

Unverzichtbar: Das Lied „Der Mond ist aufgegangen“. Es bereitet den Abschied der Besucher vor – bis zum nächsten Jahr.

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