Für Start-ups, Künstler und Kreative

„Creative Hub“ im Bundeswehrhochhaus – auch „Hood Training“ dabei

Der Inklusionspädagoge Daniel Magel, Gründer des Bremer Sozial-Sport-Projekts „Hood Training“, steht vor dem 60 Meter hohen Bundeswehrhochhaus an der Falkenstraße. In dem Gebäude hat das Projekt gegenwärtig seinen Sitz. Foto: KUZAJ
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Der Inklusionspädagoge Daniel Magel, Gründer des Bremer Sozial-Sport-Projekts „Hood Training“, steht vor dem 60 Meter hohen Bundeswehrhochhaus an der Falkenstraße. In dem Gebäude hat das Projekt gegenwärtig seinen Sitz.

Von irgendwo her ist Musik zu hören, in einem Flur werden Kunstwerke aufgehängt, ein Mann schleppt dicke Pakete durchs Treppenhaus. Viel los im Bundeswehrhochhaus an der Falkenstraße, das zwar seinen Namen behalten hat, aber lange schon nicht mehr Adresse des Kreiswehrersatzamts ist. Stattdessen sollen hier bald Wohnungen entstehen.

Bremen - Vor dem Umbau aber sind Zwischennutzer eingezogen, wie man das heute so macht, um Leerstand zu vermeiden. Bis zum 31. Dezember stellt die Gewoba dem Netzwerk „Visionskultur“ – Leitung: Marc Fucke und Hachem Gharbi – die Räumlichkeiten der ersten sechs Etagen zur Verfügung, so eine Sprecherin. 75 Start-ups, Künstler und Kreative sind eingezogen und arbeiten hier nun an Kunst-, Kultur-, Sport- und Theaterangeboten. Ein „Creative Hub“, ein Ideenzentrum für Existenzgründer – das ist die Idee der Zwischennutzer.

„Hood Training“ arbeitet als gemeinnützige GmbH

Mit von der Partie und in der sechsten Etage untergekommen ist das (auch im Umland aktive) Bremer Sozial-Sport-Projekt „Hood Training“, das jetzt zehn Jahre alt wird und gerade einen Neustart als eigenständige gemeinnützige Organisation macht. Das Projekt hat den Träger „Aktion Hilfe für Kinder“ verlassen. „Hood Training“ arbeitet nun als gemeinnützige GmbH.

Perspektiven schaffen durch Sport als Form der Gewaltprävention – das bleibt der Grundgedanke. Der Sport: „Calisthenics“, eine Mischung aus (nach Möglichkeit) Freiluft-Geräteturnen und Fitnesstraining an Stangen. Der Begriff „Calisthenics“ hat seinen Ursprung im Griechischen.

Sport als Gewaltprävention, das war 2010 der Ausgangspunkt. Strukturgebende Präsenz in sozialen Brennpunkten, um Kinder und Jugendliche mit einem Angebot auf Augenhöhe von der Straße zu holen – das funktioniert in inzwischen über Bremens Grenzen hinaus. Und mittlerweile ist einiges hinzugekommen zum regelmäßigen Training in Hallen und „Calisthenics“-Parks. Schulbegleitung, Jugendhilfe, Camps zum Beispiel.

Mädchentraining „Hood Girlz“ in Bremen-Tenever

„In Tenever gibt es jetzt auch ein Mädchentraining, die ,Hood Girlz‘“, sagt der Inklusionspädagoge Daniel Magel, Gründer des Projekts. „Girlz mit ,z‘.“ Auch solche Details sind wichtig – „Hood Training“ spricht die Sprache der Jugendlichen, die es erreichen will.

Anlagen und Trainer aber müssen auch bezahlt werden. Und so will – und muss – das Projekt über die „Hood Work“ GmbH auch Geld verdienen. Es sollen beispielsweise Events angeboten werden – Show-Vorführungen für Firmenfeiern etwa oder auch Trainings-Aktionen für Mitarbeiterfeste. „Wir können ein ganzes Event auf die Beine stellen oder Teil eines Events sein“, sagt Magel.

Online-Shop für „Hood-Training“ geplant

Geplant ist weiter ein Online-Shop für „Hood-Training“-Kleidung und Sportgeräte. Auch Video-Drehs sind im Portfolio – wie überhaupt das Visuelle wichtig ist in einer zunehmend digitalisierten Welt. „Wir müssen Werbung machen, damit die Kids wissen, dass wir da sind.“

Interaktionen und Zusammenarbeit mit den vielen neuen kreativen Nachbarn im Bundeswehrhochhaus sind da höchst willkommen – Magel denkt da unter anderem an Kooperationen mit Grafikern aus dem „Creative Hub“.

Info: Das Gebäude

Das Bundeswehrhochhaus an der Falkenstraße 45 stammt aus dem Jahr 1968 – aus einer Zeit also, in der Stadtplaner davon ausgingen, Bremen werde sich bis zum Jahr 2000 zur Millionen-Metropole entwickeln. Entsprechend groß wurde gedacht und geplant. Das Gebäude hat 15 Etagen und ist 60 Meter hoch – einen Meter niedriger als das Siemens-Hochhaus. Oberbaurat Willi Bornemann hat das Bundeswehrhochhaus entworfen. Es war Sitz des Kreiswehrersatzamts Bremen. Ab 2015 waren dort Flüchtlinge untergebracht. Im vorigen Jahr hat das städtische Wohnungsunternehmen Gewoba das Gebäude gekauft. Es soll zum Wohnhaus umgebaut werden. kuz

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