150-Jahr-Feier der DGzRS

„Public Viewing“ beim Festakt

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„Public Viewing“ auf dem Marktplatz – der Festakt im Rathaus mit Bundespräsident Joachim Gauck wird live auf Großbildleinwand gezeigt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj.  „Wie die Seenotretter Schiffbrüchigen ihre Hände entgegenstrecken, so brauchen wir überall in unserer Gesellschaft Menschen, die sich engagieren.“ In seiner Rede auf dem Festakt zur 150-Jahr-Feier der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat Bundespräsident Joachim Gauck am Freitagnachmittag die Arbeit der Seenotretter als „Ausdruck von Mitmenschlichkeit“ gewürdigt.

Die Worte Gaucks und die der anderen Redner wurden aus der Oberen Rathaushalle, in der sich 450 Gäste versammelt hatten, auf den Marktplatz übertragen – „Public Viewing“ beim Festakt. Allerdings ohne Stadionatmosphäre. Keine anfeuernden „Joachim“-Rufe, keine Fangesänge. Wohl aber hier und da Applaus. Für Gauck. Und auch für Noch-Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) bei einem seiner wohl letzten großen Auftritte im Amt.

„Stolz sind wir Bremer darauf, dass die Seenotretter ihre Zentrale in Bremen haben“, so Böhrnsen. „Die Geretteten wissen, dass ihre Rettung etwas mit Bremen zu tun hat.“ Sie können es sogar sehen: „Jedes unserer Schiffe führt die Bremer Flagge, die Speckflagge, am Bug. Wir sind ein Botschafter Bremens“, so DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder.

Mit Fachkompetenz und Mut verkörperten die Seenotretter „eine Grundidee des Gemeinwesens“, so Bundespräsident Gauck, wie seine Amtsvorgänger Schirmherr des Rettungswerks. „Ich komme ja selbst von der Küste, bei mir ist es die Ostsee. Mein Vater war Kapitän.“ So kenne er die Schönheit – aber auch die Gefahren der See.

Ihm imponiere der Gemeinsinn und das Verantwortungsgefühl der Frauen und Männer, die sich für Menschen in Seenot einsetzen: „Rausfahren, wenn andere reinkommen. Der Leitspruch sagt eigentlich schon alles.“ Der Einsatz sei selbstlos und oft gefährlich. „In der Not kommt es darauf an, zusammenzustehen.“ Dem Einsatz der Seenotretter verdankten in den vergangenen 150 Jahren fast 82 000 Schiffbrüchige ihr Leben. Der Bundespräsident: „Um diese Leistung geht es heute. Das soll heute gefeiert werden.“

150-Jahr-Feier der Seenotretter auf dem Bremer Marktplatz

Auch einen aktuellen politischen (und humanitären) Aspekt des Themas Seenotrettung sprach Gauck bei seiner Rede in der Oberen Rathaushalle an. Durch die Not von Flüchtlingen auf seeuntüchtigen Schiffen im Mittelmeer – „auf dem Weg zu uns nach Europa“ – habe das Thema eine bedrückende Aktualität. „Ich wollte das Jubiläum nicht vergehen lassen, ohne auf diesen Aspekt einmal hinzuweisen“, sagte Gauck.

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