„Hier wird verwaltet, aber nicht gestaltet“

Angela-Merkel-Open-Air auf dem Bremer Marktplatz

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann auf dem Marktplatz.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. So ein Open-Air-Auftritt ist immer eine riskante Sache, Festivalbesucher können ein Lied davon singen. Hält das Wetter, bleibt es trocken? Angela Merkel hat es am Donnerstagnachmittag gewagt. Und nachdem es zuvor schon heftig gestürmt und geregnet hatte, schien plötzlich die Sonne, als die Bundeskanzlerin sich auf dem Marktplatz zeigte.

„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“? Nein, das ist nicht in Merkels Repertoire. Die CDU-Politikerin, auch unter den Künstlernamen „Angie“ und „Mutti“ bekannt, hat ihren 19-minütigen Auftritt ganz auf ihr Bremer Publikum abgestimmt. Schließlich wird an „Muttis“ Tag, am Muttertag, 10. Mai, in Bremen gewählt. Und so bringt sie zu Gehör, was ihre Bremer Fans – etwa 1 700 sind auf dem Marktplatz erschienen – hören wollen, darunter Klassiker wie „Innere Sicherheit“ und „Bildung“. Kostproben:

„Bremen wird vielleicht ganz ruhig verwaltet, aber in Bremen wird nicht gestaltet.“

„Schauen Sie mal, wie viele Stunden Unterricht hier ausfallen. Das ist doch nicht normal.“

„Bremen braucht mehr Polizisten. Und zwar nicht irgendwo, sondern auf der Straße.“

„Dem Land Bremen muss auch in Zukunft geholfen werden, wenn es um einen fairen Ausgleich der Finanzen geht.“

„Ein Schuss CDU würde Bremen gut tun. Die Zeit der großen Koalition in Bremen war die beste Zeit für Bremen in den vergangenen Jahren.“

Und deshalb, so der Refrain, sollen sich die Bremer Wähler an „Muttis“ Tag für Merkels Bremer Parteifreundin Elisabeth Motschmann entscheiden.

Anhänger der „Partei“ wollen das nicht. Sie halten Plakate („Groko Haram“) hoch und kommentieren das Geschehen mit Zwischenrufen. Nach zehn Minuten reagiert Merkel: „Ein bisschen rumbrüllen, das ist nicht das, womit man eine gute Zukunft gestaltet.“

Ansonsten – ein Open Air ohne große Showeffekte wie, sagen wir mal, bei den Auftritten von Helene Fischer. Kein Feuerwerk, keine Kostümwechsel. Kaum Tanzeinlagen. Und die auch nur dann, wenn Winken als Tanzbewegung durchgeht.

Aber auch ein Auftritt ohne Starallüren. Die Fans müssen nicht warten, ganz im Gegenteil. Schon zehn Minuten vor dem angekündigten Beginn kommen Merkel und Motschmann auf die Bühne. Merkel im roten Blazer, Motschmann in einem Zitronenfaltergelb mit Stich ins Grünliche.

Am Schluss die Zugabe. „25 Prozent plus x.“ Das gibt Motschmann als Ziel für Sonntag aus. Dann wird (mit Merkel) gesungen – die Nationalhymne.

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