Umweltschützer sind alarmiert

BUND: Deutschland muss beim Klimaschutz mehr Einsatz zeigen

Bremen - Die Umweltschutzorganisation BUND fordert von der Bundesregierung ein deutlich stärkeres Engagement beim Klimaschutz.

„Wenn es so weiter geht, dann werden wir die Ziele nicht nur bis 2050 nicht erreichen, sondern auch bis zum Jahr 2100 verfehlen“, warnte der BUND-Vorsitzender Hubert Weiger mit Blick auf die Umweltministerkonferenz (UMK) in Bremen. Es sei völlig absurd, den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu bremsen, während andere Länder vor allem in Asien den Ausbau vorantrieben.

„Wenn wir die Ziele für den Klimaschutz nicht erreichen, dann brauchen wir zu keiner internationalen Konferenz mehr zu fahren und dort große Reden zu schwingen“, so Weiger. Von der Konferenz in Bremen müsse ein Signal ausgehen, das Aufbruch bedeute. 

Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterlagen mehr Anstrengungen beim Klimaschutz und bei der Bewältigung der prognostizierten Klimafolgen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Klimapolitik des Bundes weiter mit Zielstrebigkeit verfolgt wird“, sagte Lies. 

Erst vor Kurzem wurde Umweltminister Olaf Lies (2.v.r.) gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil (2.v.l.) auch praktisch für Umwelt tätig und trug bei einer BUND-Aktion zum Weltbienentag ein Wildbienenbeet in den Landtag.

Ein Nachlassen in den Bemühungen könne man sich in Anbetracht des fortschreitenden Klimawandels nicht leisten, sagte Lies. Dies gelte für den stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso wie für eine konsequente Vernetzung der Sektoren Elektrizität, Verkehr und Industrie in der Energiewirtschaft.

Zu der Tagung wird auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erwartet, die über nationale und internationale Klimaschutzpolitik informieren will. Es ist das erste Mal, dass sie in ihrem Amt am Freitag an der Konferenz der Umweltminister des Bundes und der Länder (UMK) teilnimmt.

Deutschland kommt nach Worten Weigers bei der Energiewende eine zentrale Rolle für die gesamte Weltgemeinschaft zu. „Wenn wir als Industrienation das schaffen und gleichzeitig Wohlstand sichern, dann ist das tatsächlich ein Signal der Hoffnung für die Welt“, sagte der BUND-Vorsitzende. Mit der Energiewende seien wesentlich mehr Arbeitsplätze geschaffen worden, als deshalb in anderen Sektoren abgebaut worden seien. Dabei handle es sich Zukunftsarbeitsplätze.

Weiger: Erneuerbare Energie soll leichter nutzbar werden

Weiger kritisierte unter anderem eine Diskreditierung von kleinen Energieanlangen durch Ausschreibungsmodelle. „Das muss beendet werden, damit sich das Bürgerengagement wieder voll entwickeln kann.“ Auch die in vorigen Legislaturperiode beschlossene Deckelung für den Ausbau erneuerbarer Energieträger müsse aufgehoben werden. 

Deutschland habe die besten Voraussetzungen für die Energiewende. „Wir haben das Know-how, die Technologie und vor allem eine umweltengagierte und aufgeschlossene Bevölkerung, die mit großer Mehrheit hinter der Energiewende steht.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Matthias Balk/dpa

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