„Das ,Weiter so‘ ist abgewählt“

Bürgerschaftswahl: Gleich vier Sondierungsrunden am Freitag

+
Jamaika ist ihr Ziel: Carsten Meyer-Heder (CDU) und FDP-Lady Lencke Steiner. 

Ständig treffen sich Menschen in der Hansestadt und führen „konstruktive“ Gespräche. Die Chancen für mögliche Koalitionen sollen ausgelotet werden. Am Freitag standen gleich vier Sondierungsgespräche an.

Update: 1.Juli: Im Vergleich mit der CDU und dessen Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder hatte die SPD in Bremen bei der Bürgerschaftswahl Ende Mai das Nachsehen. Nun zieht Bürgermeister Carsten Sieling eine Konsequenz und tritt von seinem Amt als Chef des Senats zurück.


Update 31.05. 20.05 Uhr:

CDU und FDP

Die Sondierung, sie war – man ahnt‘s – „konstruktiv“. Sieling sagt am Abend, es gebe „eine Reihe von Übereinstimmungen“. Vogt: „Es war nach vorne gerichtet, Richtung sozialökologischer Umbau“.

Grüne und FDP

Am Abend heißt es, ja, natürlich habe man über Klimaschutz gesprochen. Steiner: „Wir haben alle Themen in der Tiefe durchdiskutiert. Bildung hat ‘ne große Rolle gespielt. Es ist schön, zu sehen, dass man auch gemeinsame Ziele hat.“

Montag sondieren Rot-Rot-Grün und Jamaika in Dreier-Runden. Da dürfte es dann mehr zur Sache gehen als bei den Zweier-Sondierungstalks. Bleibt also abzuwarten, wie konstruktiv die Dreierrunden laufen.

Originalmeldung:

Bremen – „Konstruktiv.“ Kaum ein Wort, das in Bremen häufiger zu hören ist dieser Tage. Ständig treffen sich Menschen in der Hansestadt und führen „konstruktive“ Gespräche. Jedenfalls sagen sie das anschließend – nach den Sondierungsrunden der Parteien. Wie berichtet, werden die Chancen für eine rot-rot-grüne Koalition und für ein schwarz-grün-gelbes Jamaika-Bündnis ausgelotet. Am Freitag standen gleich vier Sondierungsgespräche an.

Grüne und Linke

Den Auftakt machten Grüne und Linke um 9.30 Uhr in der Grünen-Zentrale am Altenwall – dort, wo es immer die inzwischen berühmte veganen Kekse gibt. „Wir fanden die lecker“, sagte Linken-Spitzenkandidatin Kristina Vogt am Mittag. 

Inhaltliches wurde einmal mehr nicht verraten. „Wir haben viel gelacht“, so Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer. Und weiter: „Wir haben beide den Anspruch, dass wir was bewegen und umsetzen möchten. Das ist es ja, was die Wähler einfordern – dass sich was verändert. Die Menschen erwarten einen Aufbruch, das ,Weiter so‘ ist abgewählt.“ 

Schaefer forderte, in einem möglichen Dreierbündnis sollten alle Partner auf Augenhöhe agieren. „Uns ist es wichtig, dass alle gleichberechtigt sind.“ Vogt: „Es geht um Augenhöhe und darum, Ideen weiterentwickeln und umsetzen zu können.“

Fröhliche Gesichter: Kristina Vogt (Linke, l.) und Maike Schaefer von den Grünen. 

CDU und FDP

Die Wahlsieger von der CDU, bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai erstmals vor der SPD gelandet, trafen sich am Vormittag in ihrem Parteihaus am Wall mit den Vertretern der FDP.

Anschließend traten die Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder (CDU) und Lencke Steiner (FDP) gut gelaunt vor die Tür. „Jamaika wird an uns nicht scheitern“, so Steiner. „Wenn wir uns auf ein Ziel einigen, ist die Frage, wie ist der Weg dahin. Wichtig ist ein gemeinsamer Weg.“ Es gehe darum, Kompromisse zu finden. „Wir sind bereit, für Bremen etwas zu verändern und neu zu gestalten.“

An dieser Stelle gibt es die Ergebnisse zur Bremen Wahl. Wir haben auch Grafiken zu Gewinnen und Verlusten, die Sitzverteilung und einen Koalitionsrechner.

SPD und Linke

Im Parteibüro an der Obernstraße empfangen die Sozialdemokraten um Bürgermeister Carsten Sieling und Parteichefin Sascha Aulepp um 14 Uhr die Sondierungsdelegation der Linken.

In roten Lettern stehen Schlagworte an den Wänden des Parteibüros. Sondiert wird in einem Raum, an dessen Wand hinter Sielings Sitzplatz das Wort „Zukunft“ zu lesen ist. Gibt es nach der schweren Wahlniederlage eine Zukunft mit der SPD?

Demonstrativ betont Sieling den Willen seiner Partei, Dinge zu verändern. „Die SPD steht für einen Aufbruch“, behauptet er vor der Sondierungsrunde. „Wir werden die Herausforderungen der Zeit aufnehmen. Wir haben erweiterte finanzielle Möglichkeiten ab 2020. Die werden wir einsetzen im Bereich Bildungspolitik, im Bereich Arbeitsmarkt, im Bereich Verkehrspolitik und im Bereich Klima.“ Erst einmal aber gibt es für die Gesprächspartner Mineralwasser aus Bruchhausen-Vilsen und Kekse. Die allerdings sind nicht vegan. Fraktionschef Björn Tschöpe weist extra darauf hin.

Zukunft mit der SPD: Björn Tschöpe (l.) und Carsten Sieling beim Date mit den Linken. 

Grüne und FDP

Die größten Unterschiede, jedenfalls auf dem Papier, gibt es zwischen den Grünen und der FDP. In einer Jamaika-Koalition müssten sie Partner sein. Sondiert haben sie am Freitagnachmittag in der Grünen-Zentrale. Das starke Wahlergebnis der Grünen sei ein Signal für mehr Klimaschutz, so Steiner vorab. Schaefer betont, dass die Grünen mit ihrem Ziel einer autofreien Innenstadt weit von der FDP entfernt seien.

Lesen Sie auch: Alle Wahl-News im Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wie lange ist Eingefrorenes essbar?

Wie lange ist Eingefrorenes essbar?

Gibt es das ideale Kopfkissen?

Gibt es das ideale Kopfkissen?

So verhält sich der Renault Clio im Test

So verhält sich der Renault Clio im Test

Von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin

Von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin

Meistgelesene Artikel

Überraschende Einblicke: Naturlehr- und Erlebnispfad im Stadtwald

Überraschende Einblicke: Naturlehr- und Erlebnispfad im Stadtwald

Geschichten von der Großwerft

Geschichten von der Großwerft

A1-Anschluss Arsten gesperrt: Arbeit in vier Abschnitten vor Vollendung

A1-Anschluss Arsten gesperrt: Arbeit in vier Abschnitten vor Vollendung

Dach eines Gebäudes gerät in Brand - keine Verletzten

Dach eines Gebäudes gerät in Brand - keine Verletzten

Kommentare