Bühne wird zum magischen Ort

Die „Ehrlich Brothers“ verblüffen rund 12.000 Besucher in Bremen

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Zur Show der „Ehrlich Brothers“ gehört dieser Monstertruck, der plötzlich – wie aus dem Nichts – auf der Bühne steht. Rund 12.000 Besucher sahen die zaubernden Brüder in Bremen.

Bremen - Von Steffen Koller. Dick und fett steht es den Besuchern auf die Stirn geschrieben: Dieses riesige Fragezeichen wird wohl auch noch ein wenig bleiben, als sich die Zuschauer aus der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) wieder auf den Weg nach Hause machen.

Die „Ehrlich Brothers“ gastierten am Sonntag gleich zweimal in der Hansestadt und machten die Bühne vor insgesamt etwa 12.000 Zuschauern zu einem magischen Ort. Zwei Dinge bleiben hängen: Fragezeichen und das Gefühl, dass weniger Flachwitz der sonst unterhaltsamen Show gut getan hätte.

„Oh man ey, ich check´s einfach nicht.“ Es ist ein immer wiederkehrender Satz, den das verblüffte Publikum am Sonntag ausstößt. Schon fast so, als ärgere sich der ein oder andere Besucher, weil er einfach nicht versteht, wie das Ganze hier funktioniert. Wie kann es sein, dass aus Spielzeugautos drei Meter hohe Monstertrucks auf der Bühne erwachsen, wie geht das nur, dass Menschen auf die Ränge „teleportiert“ werden? Natürlich geht das alles nicht.

Jedenfalls nicht so, wie man glaubt, dass es passiert. Doch genau da liegen ja auch Sinn – und Reiz – der Show „Faszination“ der Brüder Andreas (40) und Chris Ehrlich (36). Das Publikum glauben lassen, man könne Dinge, die andere nicht können, ist nicht neu. Und fasziniert doch seit Jahrzehnten.

Zweistündige Show, die ankommt

Auf einer großen Videoleinwand kündigen sich die Brüder an. Aus der heimischen Werkstatt sind sie, wie aus Zauberhand, auf einmal in der Arena – mittels Teleporter natürlich. „Star Trek“ lässt grüßen. Später lassen sie die Männer mit schräger Frisur und Nieten besetzen Lederschuhen „Schwiegermonster“ verschwinden und fahren mit einer Harley aus einem Tablet auf die Bühne. Feuer, Rauch und jede Menge Humor a la Mario Barth verschmelzen zu einer zweistündigen Performance, die beim Großteil der Fans gut ankommt. 

Die Witze sind Geschmackssache. „Nehmt mal die Hand vor die Brust – vor die eigene“, ist nur einer dieser Gags, die eher ein laues Lüftchen als lautes Gelächter auslösen. Es gebe, sagt Chris, Grenzen. Man könne nicht jeden Menschen verschwinden lassen. Rainer Calmund zum Beispiel nicht. Lustig.

„Weltklasse“ diese Tricks

Doch die Tour „Faszination“ trägt ihren Namen nicht ganz zu unrecht. Angestrengt, fast analytisch versuchen die Zuschauer zu entschlüsseln, wie die Tricks funktionieren. „Weltklasse“, „Wahnsinn“, „Wow“ – Eindruck schinden die Brüder allemal, was letztlich mit langem Training, Fingerfertigkeit und hervorragender Technik auf der Bühne zusammenhängt. 

Die Magier verstehen ihr Handwerk, keine Frage. Und sie sind nah am Publikum. Ob die vermeintlich ahnungslosen Assistenten aus dem Publikum wirklich so unwissend sind? Weniger Routine würde die Sache noch authentischer wirken lassen.

Die „Ehrlich Brothers“ wissen, was tun ist und wie sie mit dem größtenteils jungen Publikum umzugehen haben. Da schockt es auch nicht, dass am Ende vermeintlich viel Blut fließt, weil die groß angekündigte Ich-zersäge-meinen-Bruder-Nummer gehörig schief läuft. Natürlich läuft sie schief, gehört ja zur Show. 

Die Brüder haben die Nische auf dem hartumkämpften Magier-Markt gefunden. Comedy gepaart mit Magie – das muss man mögen. Wer damit klar kommt, ist definitiv richtig.

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