BSAG testet weiteren Elektrobus mit Technik und Karosserie aus China

Leicht und leise

„Eurabus“-Geschäftsführer Christian Seitz (v.l.), Michael Glotz-Richter (Umweltressort), Projektleiter Yusuf Demirkaya und Martin Schmitz (VDV) vor dem neuen Elektrobus, der jetzt in Bremen einen rund viermonatigen Test durchläuft.
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„Eurabus“-Geschäftsführer Christian Seitz (v.l.), Michael Glotz-Richter (Umweltressort), Projektleiter Yusuf Demirkaya und Martin Schmitz (VDV) vor dem neuen Elektrobus, der jetzt in Bremen einen rund viermonatigen Test durchläuft.

Bremen - Von Ralf Sussek. Nächster Akt der Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs: Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) erprobt ab Ende Juli bis Ende November einen Elektrobus der Marke „Eurabus 2.0“ auf der Buslinie 29/52. Und ist damit bundesweit Vorreiter.

Das zweiachsige Fahrzeug mit zwölf Metern Länge („Solobus“), das in vergleichbarer Größe auf vielen Linien der BSAG im Einsatz ist, soll auf der Strecke Neue Vahr-Nord–Kattenturm-Mitte–Flughafen–Roland-Center verkehren. Eine optimale Route, hier werden Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn abgebildet. Wobei das gestern präsentierte Testexemplar seinen Vorgängern schon etwas voraus hat: Von Schwerin aus absolvierte es die Strecke nach Bremen nicht auf einem Trailer, sondern über die Autobahn auf den eigenen Rädern– „und die Batterie war immer noch halbvoll“, sagte gestern BSAG Projektleiter Yusuf Demirkaya. Für rund 300 Kilometer reicht laut Hersteller „Eurabus“ die Kapazität der 325-Kilowattstunden-Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie im Wagenboden, das soll unter BSAG-Bedingungen für einen ganzen Einsatztag reichen.

Weitere Verbesserungen gegenüber den bisher getesteten E-Bussen: „Er hat im Innenraum keine Stufen mehr, Einbauten für Techniken sind nicht erforderlich. Insgesamt bietet er den gleichen Komfort-Standard wie Dieselbusse gleicher Länge“, erklärte BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer. Nur leiser. Batterien und leichte VollaluminiumKarosserie stammen aus China. Türen, Getriebe, Bremsen, Fahrer-Arbeitsplatz – insgesamt über die Hälfte der Bauteile – sind weitgehend aus deutscher und europäischer Produktion. Deshalb sagte „Eurabus“-Geschäftsführer Christian Seitz: „Wir sind kein chinesischer Hersteller.“ Sondern eine Marke der Euracom-Gruppe aus Berlin, einem deutschen Spezialfahrzeugbauer und Elektrobus-Hersteller. Laut Firmenangaben startete das Projekt Elektrobus 2009. Dafür wurde ein chinesischer Partner gewonnen, der langjährige Erfahrungen im Bereich Batterietechnik und Elektrobusse besitzt: Teewo. Die Erfahrung kommt nicht von ungefähr: In China wird der Buslinienverkehr seit Jahren mit Elektrofahrzeugen bestritten.

„Bremen ist ein Pionier“, lobte der Technikgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Martin Schmitz, das Bemühen Bremens, auch die Busflotte zu elektrifizieren. Schmitz hat für den Norden viele Vorteile ausgemacht: Die Energieerzeugung durch Windkraft vor Ort, eine flache Topographie. Und es braucht keine neue, individuelle Infrastruktur wie bei der Million von Elektrofahrzeugen, wie sie die Bundesregierung bis 2020 anstrebt. Darin waren sich alle Beteiligten einig: Mit der Elektrifizierung des Busverkehrs könnten Klimaziele viel schneller verwirklicht werden.

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