Termin passt perfekt: 21 Paare lassen sich im Standesamt an der Hollerallee trauen

Brückentag ins Eheleben

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Frisch verheiratet, gehen Sabrina und Karl-Heinz Paborn durch ein Spalier, das die Hunde und Menschen des TuS Komet Arsten gebildet haben. Das Paar hat den Brückentag zum Hochzeitstermin gemacht.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Elf Hunde und ihre Herrchen und Frauchen: Ein prächtiges Aufgebot wartet auf ein frischverheiratetes Paar und bildet eine Gasse. Die Sparte Hunde-Sport vom TuS Komet Arsten steht neben dem Eingang des Standesamtes Bremen-Mitte an der Hollerallee. Der Brückentag passt perfekt für den Start ins Eheleben.

„Wir versuchen, immer so etwas zu machen, aber sonst ist das schwierig. Die meisten Leute müssen ja arbeiten“, sagt Hermann Wichmann, Vorsitzender der Vereinssparte. Die Tiere sind diszipliniert und schauen herum. Alle warten auf Sabrina und Karl-Heinz Paborn, eines von 21  Paaren, die an diesem Freitag den Bund fürs Leben an der Hollerallee eingehen. Der Brückentag sorgt für einen Hochzeitsansturm.

Dann kommt das Paar die Treppen hinunter, er im Anzug und sie ganz in Weiß. Langsam gehen die beiden durch die Menschen- und Hundegassen. Die Zweibeiner gratulieren und klatschen. Die Vierbeiner schauen sich das Geschehen ruhig an. Es ist wohl nicht ihre erste Hochzeit. „Wir haben gar nicht mit den Hunden gerechnet“, sagt die Braut. Den eigenen Hund hat das Paar zu Hause gelassen. „Wir haben uns den Termin spontan ausgesucht“, sagt der Bräutigam. Nach der Zeremonie soll es zum Essen gehen.

Drinnen warten Rafael Schybalski und Christin Lippert darauf, in eines der zwei Trauzimmer gerufen zu werden. Bis dahin sind es noch 15  Minuten. Im Wartezimmer herrscht Betrieb. „Mich stört das gar nicht. Ich bin so aufgeregt“, sagt Lippert. Auch dieses Paar hat den Termin gewählt, weil er am besten gepasst hat. „Ich finde es toll hier. Der Wartebereich ist schön“, sagt Schybalski. Im Anschluss sollen noch Fotos im erblühenden Bürgerpark gemacht werden.

Standesbeamtin Marisa Güse hat vier Paare getraut und ist für heute fertig. Die ganze Woche hat sie sich vorbereitet. „Ich habe mich damit beschäftigt, wer da vor mir steht“, sagt sie. Die Paare bekommen nicht nur eine Rede. Güse hat Gedichte geschrieben, die die Bedeutung des Tages untermalen. Ein Auszug: „Es ist der erste Schritt, ,Ja‘ zu sagen, doch ein Leben lang sollen zwei Herzen im selben Rhythmus schlagen…“

Petra Konzok, Leiterin des Standesamtes, kann dem Trubel viel Schönes abgewinnen. „Die Angehörigen lassen sich immer verschiedene Sachen einfallen. Einige lassen Tauben fliegen, Kinder machen eine Gasse, wenn Erzieherinnen heiraten, und andere stellen ein Sekttischlein auf“, sagt sie. Manchmal würde es auch eng, da jeder zu seinem Recht kommen will. „Alle wollen ein Foto vor dem Eingang. Die jeweilige Trauung muss dann rechtzeitig abbauen, damit Platz für die nächste ist“, sagt Konzok. Da müsste man etwas dirigieren.

„Schnapszahl-Ehen gehen überproportional oft in Richtung Scheidung“, sagt Konzok. „Das ist aber mehr ein gefühlter Wert. Der ist nicht wissenschaftlich erhärtet. Es liege vielleicht daran, dass der Termin bei so vielen Paaren gefragt sei, sagt Konzok. Wie es mit Brückentagen aussieht, ist unerforscht.

Jährlich werden in der Stadt Bremen etwa 2 400 Paare getraut, in den Standesämtern und an besonderen Orten wie dem Rathaus, der „Schulschiff Deutschland“, dem Lür-Kropp-Hof und hoch über Bremen auf der Spitze des Fallturms. „Der 7. Juli ist bereits ausgebucht, aber am 17.  Juli sind noch einige wenige Termine zu haben“, heißt es.

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