Band begeistert in ausverkaufter Stadthalle

„Broilers“: Laut und dreckig

Volle Breitseite: Die „Broilers“ (Mitte: Sammy Amara) begeisterten die Menschen in der ausverkauften Stadthalle. - Foto: Menker

Bremen - Von Steffen Koller. Wuchtig, laut, eingängig: Wer am Donnerstagabend dachte, in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) schreien sich gerade Tausende von Fußballfans fürs Nordderby warm, lag falsch. Die „Broilers“ waren zu Gast und stellten bei ihrem knapp zweistündigen Konzert neben der Statik der Halle auch die Stimmbänder der rund 9000 mitgereisten Fans auf die Probe.

Wer sich mit „If the kids are united“ der englischen Punkband „Sham 69“ dem Publikum ankündigt, hat definitiv damit schon zwei zentrale Aussagen getroffen: Es wird heute laut und dreckig. Und es geht zurück zu den Wurzeln der Musik, die fast vergessen scheint: Punkrock. Doch das Düsseldorfer Quintett um Frontmann und Sänger Sammy Amara hat dieses Genre in knapp 25 Jahren wieder salonfähig gemacht. Mit Hymnen, die auch Tage später noch im Ohr bleiben. Hymnen, die eingängig sind, mitreißen, anstecken, einfach Spaß machen.

Das spürt man auch am Donnerstagabend, wenn es die Fans keine Sekunde auf den Sitzplätzen hält, die vollkommen überflüssig wirken bei einem Konzert dieser Art. Wenn nach nicht einmal einem Lied die Arme gen Himmel gestreckt werden und fast 9000 Fans aus voller Kehle mitsingen. Dann wirkt der aktuelle Song „Ist das jemand“ schon beinahe wie eine rhetorische Frage, die prompt vom Publikum mit lautstarken Chören beantwortet wird. Mit ihrem mittlerweile siebten Studioalbum „(sic!)“ bleiben die Rocker ihrer Linie stets treu: stimmgewaltig, eingängig, politisch, volle Breitseite eben.

Für die Besucher der benachbarten Osterwiese, die an einigen Tagen vom schlechten Wetter gebeutelt wurde, scheint es fast ein Segen zu sein, wenn die Massen, die es locker mit einem ganzen Stadion aufnehmen könnten, so brachial einzelne Refrains in den Nachthimmel brüllen. „Endlich was los hier,“ wird sich der ein oder andere Budenbetreiber ganz still gedacht haben.

Broilers in Bremen

Still bleibt es in der Stadthalle bis zum Ende nicht. Keine Sekunde zum Verschnaufen, kein Moment, in dem Band und Publikum ihrer Verbundenheit beraubt werden. Da ist über Jahre etwas entstanden. Diesen Eindruck wird man schlicht nicht los.

Ein Konzert, das für Nachwehen sorgt. Ob nun aus alkoholtechnischen Gründen, oder einfach deshalb, weil es verdammt gut war. Das muss jeder für sich entscheiden. Die „Broilers“ haben ihren Teil dazu beigetragen. Und dieser war beachtlich groß.

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