Interaktive Ausstellung tourt durch Deutschland

AWI bringt die Antarktis nach Deutschland

Das AWI-Forschungsschiff „Polarstern“ kehrt am Donnerstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück. - Foto: dpa

Bremerhaven - Das Forschungsschiff „Polarstern“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) kommt nach gut fünf Monaten aus der Antarktis zurück. Das Schiff wird am 20.  April in der Seestadt zurückerwartet, teilte das AWI mit. Nach dem Entladen beginnen die Vorbereitungen, um am nächsten Wochenende, 22. und 23. April, die Luken beim „Open Ship“ für Gäste zu öffnen.

Im Gepäck haben die Wissenschaftler Sedimentproben aus dem antarktischen Amundsenmeer. „Wir haben zum ersten Mal Sedimentgestein aus der Zeit vor der ersten großen Vereisung der Antarktis in diesem Teil gebohrt“, sagte der AWI-Geophysiker Karsten Gohl. Die ältesten Meeressedimente seien bis zu 70 Millionen Jahre alt. Die Gesteinsproben sollen helfen, die Vereisungsgeschichte der Westantarktis zu entschlüsseln und so die Prognosen für den Meeresspiegelanstieg zu verbessern.

Zurück an den Liegeplatz auf der Lloyd-Werft: Für Besucher gibt es am Sonnabend (11 bis 17 Uhr) und am Sonntag (10 bis 16 Uhr) einen Vorab-Einblick in die interaktive Wanderausstellung „Science on the Road“ und das AWI-„Polarcamp“. „Endlose Weiten aus Schnee und Eis bei extremer Kälte – die Antarktis zählt zu den faszinierendsten Orten der Welt“, sagt eine AWI-Sprecherin. Wissenschaftler forschten hier das ganze Jahr über. Für die meisten Menschen sei diese Region jedoch unerreichbar. Wie es sich anfühle, in der Antarktis zu leben und zu arbeiten, das sollen die Besucher der Ausstellung herausfinden. Das AWI bringt den „antarktischen Alltag nach Deutschland“.

Im Zentrum des „Polarcamps“ steht die Kabause – eine mobile Unterkunft, die Forschern auf Polarexpeditionen Schutz bietet. Bis zu sechs Personen teilen sich wenige Quadratmeter. Der Nachbau einer Kabause wird zum begehbaren Ausstellungsraum und zeigt, wie Wissenschaftler in der Antarktis leben. Auf die Besucher des „Polarcamps“ warten aber noch viele weitere Erlebnisse. Sie können ausprobieren, wie sich Kleidung anfühlt, die bei extremen Minusgraden noch warmhält. An einer Fotostation lassen sich – eingepackt in Polarkleidung – Selfies und Grüße aus dem Camp verschicken.

Von Bremerhaven aus geht das „Polarcamp“ auf die Reise und wird das erste Mal vollständig in Potsdam zu sehen sein – am 13. Mai beim „Tag der Wissenschaften“. 13 Wochen lang reist das Camp quer durch Deutschland. Weitere elf Stationen werden angesteuert – Magdeburg, Stralsund, Hannover, Hamburg, Kiel, Berlin, Bremen (zur „Breminale“), Köln, Wiesbaden, Stuttgart und München. Der Eintritt ist überall frei. 

 je

Mehr unter: www.awi.de/polarcamp

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