Rund 30 Unternehmer vereint

„Bremer Stadtfabrikanten“ haben ein Herz für „echte Bremer Marken“

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Viele kleine Manufakturen aus der Hansestadt haben sich unter dem Markendach „Bremer Stadtfabrikanten“ zusammengeschlossen und einen Verein gegründet.

Bremen - Von Jörg Esser. Beck’s ist längst nicht mehr in Bremer Hand, Hachez ist jetzt dänisch und wird vor allem in Polen hergestellt, Kellogg hat die Cornflakes-Produktion nach England verlagert. Alles weg? Nicht alles.

Es gibt viele kleine Bremer Manufakturen, die sich der Produktion handwerklich hergestellter Produkte widmen. Rund 30 von ihnen haben sich jetzt unter dem Markendach „Bremer Stadtfabrikanten“ zusammengeschlossen.

Die „Stadtfabrikanten“ wollen die „echten Bremer Marken“ in den Fokus rücken und eben ein bremisches Markenbewusstsein schaffen, sagt Sascha Mühlenbeck, Inhaber von „Holtorfs Heimathaven“ im Viertel. „Wir wollen die Bremer wieder stolz auf ihre Marken machen“, sagt Oliver Kriegsch von „Cross Coffee“, Ideengeber für den Zusammenschluss.

Aus dem Netzwerk ist Verein geworden

Aus dem Netzwerk ist mittlerweile ein Verein geworden, just gegründet und im Vereinsregister verankert. Der Weg dorthin war irgendwie auch echt bremisch. Der eine kennt den anderen. Und der kennt auch einen. Und schon kennen sich viele. Bremen ist nun mal immer noch ein Dorf.

Die „Stadtfabrikanten“ bilden die bunte Gründerszene in Bremen ab – von Kaffee und Tee über Limonade und Spirituosen bis zu Bio-Eis und Bio-Käse. Der Verein beherbergt eine vielfältige Gesellschaft. Neben Gründern und kleinen Start-ups zählen auch etablierte „Stadtfabrikanten“ dazu. Birgitta Rust (mittlerweile: Schulze van Loon) hat mit ihren „Piekfeinen Bränden“ schon häufig für Schlagzeilen gesorgt. Sie ist just aus der Überseestadt aufs Areal der Union-Brauerei nach Walle gezogen.

Die Popcorn-Variationen von „Goldcorn“ und die Grillsoßen von „Smak“ sind in den Regalen der Einzelhandelsketten gelandet. Güldenhaus baut auf die Geschichte des gleichnamigen Traditionsunternehmens, das Mitte 1999 nach mehr als 180 Jahren die Spirituosenherstellung eingestellt und seine Produktionsstätte in der Bremer Neustadt geschlossen hat, und hat 2015 „ein neues Kapitel aufgeschlagen“. Und mit „Nork“ haben drei junge Bremer „ihren eigenen Korn ins urbane Nachtleben“ geschickt.

Zahlreiche Mitglieder des Teams

Weiter zählen zum Team: die Stieleismanufaktur „Fiev Sinn“, der Biohof Kaemena, Steintorpresse, Medienhaven, Komodo Coffee, Yummy Organics, Mitnig, die Bio-Likör-Manufaktur „Kalabums“, „Bansingwer“, Hof Pleus, Fruchthaus Hulsberg, „Phil Porter“, „YupYup!“, Manke & Coldewey, „My Cup Of Tea“, die Findorffer Familienimkerei „Hinterhofhonig“, „Js Limonade“, „Die Gewürznuss“, „Pressgut“, „Food Freak“ und die Konditorei van Heyningen.

Die „Bremer Stadtfabrikanten“ jedenfalls wollen für sich und für Bremen werben – unter dem Logo mit Speckflagge und Stadtmusikanten, die aus dem Karton steigen. Sie wollen in Zukunft auf Messen (wie der „Fisch & Feines“ im November), Veranstaltungen und auf Marktplätzen „mobil und variabel auftreten, um Produkte mit Herz, Seele und Charakter zu präsentieren und die Vielfalt darzustellen“.

Verein soll wachsen

Beim Wettbewerb „Ideen für Bremen“ haben sich die „Stadtfabrikanten“ den zweiten Platz im Kampagnen-Wettbewerb um die meisten Unterstützer und damit 6 000 Euro Preisgeld gesichert.

„Es können noch einige Sachen daraus wachsen“, sagt Mühlenbeck. Der Verein soll erweitert werden, ohne seinen Mitgliedern zu schaden. Soll heißen: Die Mischung muss stimmen. So fehlt den „Stadtfabrikanten“ unter anderem noch ein Bierbrauer. Und davon gibt es ja einige in der Hansestadt.

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