„Breminale“ mit starken Bands / „Faakmarwin“ präsentiert sich spielfreudig

Die Qual der Wahl

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Tausende von Menschen tummelten sich am Donnerstagabend bei sommerlichem Wetter auf der „Breminale“ an den Osterdeichwiesen.

Bremen - Von Ulla Heyne. Wer die „Breminale“ der Musik wegen besucht und nicht gerade monostilistisch gestrickt ist, der hatte auch am Donnerstag die Qual der Wahl.

Zwischen dem auf der „Himmelwärts“-Bühne am Altenwall ausgerufenen Thema „Songbirds“ mit Songwriterinnen wie Kyrie Kristmanson und Rachelle Garniez und dem Motto „Die Bühne bebt“ auf der „Flut“ am anderen Ende des Osterdeichs liegen zwar nur einige hundert Meter und eine Handvoll weiterer Spielorte – musikalisch jedoch Welten. Und die lohnten auch am zweiten „Breminale“-Tag, der nach dem Auftakt wieder mit Besucherrekorden glänzte, einen Blick: Ein fulminantes Set der „Mad Monks“ mit einer Melange aus Rock, Ska und Swing brachte ganze Familien im kleinen „Wohnzimmer“ zum Tanzen, ebenso wie  „Reggaedemmi“ auf der MS „Treue“, die ihr Versprechen, „Wir bringen den Ska zurück“, einhalten.

Die Vielfalt kommt nicht von ungefähr: Die Hauptbühnen, aber auch Nebenstätten wie die Bühne der „Dreimeterbretter“ oder das „Wohnzimmer“, werden tageweise von anderen Kulturstätten bestückt. Besonders schwer fiel die Wahl am späteren Abend, begannen doch auf so gut wie allen Bühnen die Hauptacts gleichzeitig. Also: Lieber zu Daisy Chapman, der englischen Songwriterin, die ihren Gig bei der Zelträumung im Vorjahres-Gewitter einfach vor das Zelt verlegte? Oder nebenan auf die „Treue“ zu den Hamburger Hip-Hoppern von „E123“? Gut zu hören, dass es noch Jugend gibt, die politisch Stellung bezieht. Gleichzeitig brüllten die Metaller von „Mantar“ ihre Wut am anderen Ende in der „Flut“ heraus.

Breminale am Donnerstag

Da tropfte der Schweiß von den halbnackten Leibern, und im Publikum flogen die Haare beim Headbanging. Ruhigere Töne schlug Singer-Songwriter Nils Ellerbusch an, der über die Liebe, das Leben und den ganzen Rest sang und beim Song „Zeit“ von seinen Fans Stille sogar per „Leisefuchs“ einforderte.Die genreübergreifende Essenz des Abends hieß „Faakmarwin“, die den Abend nicht großartiger hätten besiegeln können. Die Abräumer des Bandwettbewerbs „Live in Bremen“ von 2014 ließen sich von ihren Fans feiern.

Kuscheln mit Frontmann Alex Skipka, der immer wieder den Kontakt zum Publikum suchte, inklusive. Frisch, direkt, spielfreudig – die Bremer verkörpern das, was wohl die meisten Bands hier ausmacht. „Die Stadt lebt in der Nacht“, wie Recht sie hatten mit ihrem aus vielen Kehlen beschworenen Mantra eines stimmigen Konzertabends, der mit einem Jam mit „Yellowtree“, Nils Ellerbusch und allen anderen Akteuren des „Deichgrafs“ nach Mitternacht sein Ende fand.

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