Staatsrätin spricht Machtwort

Breminale: Keine Einigung am „Runden Tisch“

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Die Breminale ist ein Aushängeschild der Stadt. Im Jahr 2018 soll es weitergehen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Keine Einigung am „Runden Tisch“ - der Versuch der Kulturbehörde, die zerstrittenen Breminale-Beteiligten zur Einigung zu bewegen, ist am Donnerstagabend gescheitert. Anschließend sprach Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz ein Machtwort.

Sie lässt das Festival im kommenden Jahr von einem der beiden bisherigen Veranstalter ausrichten – aber es wird eine Ausrichtung auf Probe sein. Am „Runden Tisch“ der Sozialdemokratin saßen Vertreter der privaten Gesellschaften „Breminale GmbH“ und „Sternkultur“ sowie von Radio Bremen. Das Ziel sollte sein, eine Einigung zwischen „Breminale GmbH“ und „Sternkultur“ über die gemeinsame Organisation der „Breminale“ 2018 „zu erörtern“, formulierte eine Sprecherin des Kulturressorts diplomatisch. 

„Leider war eine Einigung nicht möglich.“ Und: „Staatsrätin Emigholz bedauert dies sehr, weil die Beteiligten langjährig gemeinsam ein qualitativ hochwertiges Programm und die Breminale zu einem herausragenden Festival in Bremen entwickelt haben.“ Und das soll es ja auch weiterhin am Osterdeich geben – ein herausragendes Festival.

Geeignetes Konzept ist vorzulegen

Um das für 2018 abzusichern, forderte Emigholz die „Breminale GmbH“ als Inhaberin der Namens- und Markenrechte für die Breminale nun auf, ein „den vergangenen Jahren entsprechendes qualitätsvolles Kulturprogramm durchzuführen und der Kulturbehörde dafür ein geeignetes Konzept vorzulegen“. 

Offenbar will die Behörde abwarten, ob und wie gut das klappt. Jedenfalls hat Emigholz eine Notbremse eingebaut für den Fall, dass das Festival 2018 nicht den Anforderungen entsprechen sollte. Die Sprecherin: „Die Kulturbehörde wird der Kulturdeputation zudem den Vorschlag machen, die Haushaltsmittel für die Breminale 2019 zunächst zu sperren und nach Auswertung der Breminale 2018 neu über die zukünftige Verantwortung für die Durchführung des Festivals zu entscheiden.“

Projektmittel ans Gelingen geknüpft

65.000 Euro hatte Bremen im Haushalt 2018/19 eingeplant, hinzu kommen 60.000 Euro aus einem Projektmitteltopf der Wirtschaftsförderer. Namensrechte hin oder her – die „Breminale GmbH“ hat damit keinen Freifahrtsschein, sondern muss erst einmal etwas bieten. 

Theoretisch denkbar ist es ja auch, das Festival unter einem anderen Namen laufen zu lassen. In den 1980ern hieß das Kulturspektakel am Osterdeich auch schon mal „Weserlust“. Wie es aussieht und durch die Nicht-Einigung am „Runden Tisch“ bestätigt wurde, möchte die „Breminale Veranstaltungs- und Vermarktungs GmbH“ mit dem Geschäftsführer Harald Siegel nicht mehr mit der „Sternkultur UG“, die sich in den vergangenen Jahren um das organisatorische und künstlerische Konzept gekümmert hat, zusammenarbeiten.

Neue künstlerische Leitung

Im Herbst hatte der bisherige technischer Leiter der Breminale – zugleich einer der Gesellschafter von „Sternkultur“ – seinen Rückzug angekündigt. Jetzt ist er wieder da – mit der Agentur „Sternevents“, die die Aufgaben von „Sternkultur“ übernehmen soll, jedenfalls nach der Vorstellung der GmbH. 

Die künstlerische Leitung soll demnach Jonte von Döllen von Susanne von Essen („Sternkultur“) übernehmen. „Ich möchte die Verdienste von Susanne von Essen und dem Team Sternkultur hervorheben und wünsche mir, dass wir ihre Kompetenz für Bremen weiter sichern können“, betonte Kultur-Staatsrätin Emigholz nach dem „Runden Tisch“.

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