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Breminale: Alle Infos zum Open-Air-Festival am Osterdeich

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Von: Fabian Raddatz

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Vom 3. bis 7. Juli ist wieder „Breminale“-Zeit. Rund 200 000 Besucher erwarten die Organisatoren in diesem Jahr auf den Osterdeichwiesen und in den Wallanlagen. Foto: CONCEPT BUREAU
Die Breminale lockt jährlich rund 200.000 Besucher an den Osterdeich. © Concept Bureau

Rambazamba am Osterdeich: Die Breminale begeistert jedes Jahr Hunderttausende mit Live-Musik und Kultur-Programm. Alle Infos zum Open-Air-Festival.

Bremen – Wenn der Osterdeich fünf Tage lang leuchtet, Musik über die Weser schallt – und Hunderttausende Richtung Osterdeich strömen, dann ist wieder Breminale. Bereits seit mehr als dreißig Jahren lockt das Open-Air-Festival in Bremen mit Kunst und Kultur, Musik und Mitmachaktionen – und das alles für umsonst.

Traditionell kostet die Breminale keinen Eintritt, das Event läuft unter dem Motto „Kultur für alle“. Die Veranstalter setzen auf einen Programm-Mix aus Popkultur und Avantgarde. Neben Live-Musik als Schwerpunkt haben sich mittlerweile auch Film-, Literatur-, Performance-, Show- und Talk-Elemente etabliert. Zudem wurde 2014 auch das Kinder- und Familienprogramm der Breminale erweitert. Alles in allem eine bunte Mischung.

Breminale: Im Herzen ein Musik-Festival in Bremen

Das Herzstück des Open-Air-Festivals am Bremer Osterdeich ist aber nach wie vor die Live-Musik. An manchen Tagen beginnen die Konzerte bereits mittags, meist herrscht Hochbetrieb bis Mitternacht. Mit zuletzt sieben Bühnen und vier großen Zirkuszelten traten über fünf Tage rund 150 Musiker und Bands aus aller Welt auf. Musik für jeden Geschmack.

Ein Musiker tritt auf der Breminale auf.
Fünf Tage, 150 Bands, mehrere Bühnen und Zelte. Die Breminale ist im Herzen ein Musik-Festival. © Heyne

So spielten 2014 die Sänger Patrice und Andreas Bourani als Headliner. Die Auftritte von Joy Denalane, Jupiter Jones und Pohlmann 2011 zählen zu den größten Publikumsmagneten in der Geschichte der Breminale. 2013 erreichte das Open-Air-Festival seinen vorläufigen Höhepunkt mit rund 220.000 Besuchern. Ein Rekord.

Auch Welt-Bands wie Green Day sammelten hier Bühnenerfahrung, rockten 1992 den Osterdeich, bevor sie ihren internationalen Durchbruch feierten.

Breminale: Künstler erobern den Osterdeich in Bremen

Neben dem Hauptprogramm fährt das Event auch mit zahlreichen kleineren Attraktionen auf, die sich auch über die Weserwiesen erstrecken, etwa bis in die Wallanlagen an der Kunsthalle. Dort findet sich Live-Musik in Zirkuszelten, Kunst, Jongleure und Gaukler, Kinderspiele wie auch Theater, Tanz und Lesungen.

Die markanten Zirkuszelte haben Tradition auf der Breminale. Im Zelt „Deichgraf“ am Osterdeich finden sich beispielsweise die Top-Acts aus der Pop und Rockszene zusammen. Das „Baronesse“ lockt mit abwechslungsreicher Musik und Fans dicker Bässe finden im „Tanzboden“ ein Zuhause.

Bernd Beistecker (l.) hat den „Hals-über-Kopf-Floor“ gebaut, Hannes Lamm das Schneckenhaus gebaut – mit ihrer eigenwilligen Kunst sind sie ein echter Hingucker auf der „Breminale“. - Foto: Reineking
Seit jeher wird Kunst auf der Breminale präsentiert. © Reineking

Etwas ruhiger geht es auf der Himmlischen Wiese auf der Altmannshöhe, auf der anderen Deichseite zu. Sofas im kühlen Schatten der Bäume laden zum Ausruhen ein, die Wiese ist als Erlebnis- und Wohlfühloase gedacht. Auf der nahen „Jurtenbühne“ geben Singer-Songwriter ihre Kunst zum Besten.

Ein gemütliches Get-together und eisgekühlte Drinks verspricht das Wohnzimmer. Die „Flut Bühne“ bietet Indie-Rock, HipHop, Funk, Soul, Punk, Afro-Jazz, Songs, Metal, World und Beat. Echte Hingucker sind zudem die Installationen des Kollektivs „Drei Meter Bretter“ an der Weser. Die Truppe baut aus Aufgelesenem und Angeschwemmtem Kunst. Eine eigenwillige Welt.

„Köstlichkeiten aus aller Welt“ auf der Breminale

Auch kulinarisch hat die Breminale einiges zu bieten, die Stadt wirbt mit „Köstlichkeiten aus aller Welt“: von regionalen Speisen aus ökologischer Landwirtschaft bis hin zu Klassikern wie Currywurst und Pommes. Am Breminale-Sonntag findet alljährlich das „Deichbankett“ statt. Über 250 Personen finden an der langen Tafel Platz und können sich über ein 3-Gänge-Menü aus regionalen Bioprodukten freuen.

Lichter leuchten auf der Breminale.
Vor allem abends entwickelt die Breminale ein besonderer Flair. © Heyne

Breminale-Besucher dürfen sich aber auch selbst Getränke und Essen mitbringen. Tipp: Damit an den Osterdeich setzen und das Spektakel genießen. Legendär sind auch die Wetter-Kapriolen zum Start der Breminale. Man munkelt, dass das Event unlösbar mit schlechtem Wetter verknüpft ist. 2019 gab es auf der Breminale sogar Hochwasser. Nach einer kurzen Pause ging die Party aber weiter.

Tragödie überschattet Premiere der Breminale 1987

Die Breminale ist übrigens bereits seit mehr als 30 Jahre am Start, am 16. August 1987 feierte sie ihre Premiere, als eine Blaskapelle in skurrilen Kostümen über den Bremer Marktplatz zog, berichtet „Buten und Binnen“.  Das Gelände erstreckte sich damals von der Straße „Tiefer“ bis zum heutigen Café Ambiente.

Eines der Highlights: ein stiller Mann, der mit einer Angel auf einem Stuhl saß, vor ihm ein Glas mit einem Fisch. Die Breminale, noch mehr Kunstshow als Festival. Doch damals wie heute galt: Der Eintritt ist frei.

Überschattet wurde der Eröffnungstag von einer schrecklichen Tragödie. Ein Besucher starb, nachdem er von einer Leuchtrakete getroffen wurde.

Die Breminale: Seit jeher ist das Geld knapp

Seit jeher ist die Breminale klamm, trotz Förderung durch die Stadt. Das Programm zu breit, das Geld: immer knapp. Das verschlimmerte sich, als Bremen die finanzielle Unterstützung einstellte. 2007 musste die Veranstaltung sogar ganz ausfallen, die Veranstalter hatten es nicht geschafft, einen Fehlbetrag auszugleichen.

Breminale-Besucher strömen über die Osterdeich-Wiesen.
2007 musste die Breminale erstmals ausfallen. Es fehlte an Geld. © Ulla Heyne

Es war – abgesehen vom Corona-Jahr 2020 – das einzige Mal, dass die Breminale ausfallen musste. Auch 2021 feierte das Festival am Deich sein Revival, wenn auch anders als sonst – dezentral und nicht mehr umsonst. 2018 wurden Streitigkeiten zwischen den Organisatoren öffentlich, ein „runder Tisch“ sollte die Breminale retten.

Der chronische Geldmangel ist auch der ausschlaggebende Grund, warum sich die Breminale immer mehr zum Musik-Festival entwickelte. Heute finanziert sich das Event über Besucher-Spenden und Merchandise-Artikel. Und so mauserte sich die einstige Performance-Art-Veranstaltung zu einer festen Größe des Bremer Veranstaltungsjahres – ähnlich wie der Freimarkt oder die Bremer Osterwiese.

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