Der Bremerhavener Willy-Brandt-Platz wird gleich zweifach ausgezeichnet

Markante Meeresfische

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Enthüllung: Oberbürgermeister Melf Grantz (l.) und Planer Tilman Latz.

Bremerhaven - Na, sowas! Ein Schwarm von stilisierten Meeresfischen drängt neugierig auf den Platz unterhalb des „Zoos am Meer“ am Tor zu Bremerhavens „Havenwelten“. So sieht er aus, der Willy-Brandt-Platz in der Seestadt. Aus einer nutzlos gewordenen Fläche des Alten Hafens ist eine „gute Stube an der Wasserkante“ geworden. Zwei Architekturpreise hat Bremerhaven dafür jetzt bekommen.

Gestern enthüllte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) die entsprechenden Auszeichnungstafeln. Da ist es nun zu lesen: Für den Willy-Brandt-Platz hat Bremerhaven den „Green Good Design Award“ des Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design bekommen – und obendrein den ersten Preis in der Fachsparte „Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung“ der OLB-Stiftung der Oldenburgischen Landesbank.

Markant und weithin sichtbar – stilisierte Fische am Willy-Brandt-Platz.

Gestaltung des öffentlichen Raums – eine Aufgabe, die in der Regel mit Diskussionen, oft auch mit Streit verbunden ist. Lange Zeit war die alte Kaje als Parkplatz genutzt worden, dann war sie Lagerfläche für den Neubau des Weserdeichs. Nutzungen, die nicht mehr passten zu Bremerhavens Absicht, mit den „Havenwelten“ zu neuen Ufern aufzubrechen. „Mit der Umgestaltung des Platzes setzen wir einen der letzten Meilensteine in der Entwicklung der Havenwelten um“, erklärte Ute Bartels von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS, die mit der Projektsteuerung beauftragt war, im Jahr 2012. Um den alten Belag der Seebäderkaje aus Kopfsteinpflaster und Schotter zu erneuern, plante die Stadt etwa 1,9 Millionen Euro ein. Entgegen der ursprünglichen Planung wurde auf ein Wasserspiel verzichtet, weil es „zu hohe Kosten verursacht hätte“.

Mit dem Willy-Brandt-Platz – der Name ist in großen Lettern zu lesen – will die Seestadt ein Zeichen setzen. Der stilisierte Fischschwarm ist auch in der virtuellen Welt gut zu erkennen – etwa via „Google Earth“.

Damit symbolisiert Bremerhaven seinen Strukturwandel. „Die positive Wahrnehmung in der überregionalen Öffentlichkeit – nicht zuletzt durch erfolgreiche Projekte wie das Klimahaus oder das Deutsche Auswandererhaus – und ein gelungener Strukturwandel machen die Seestadt als touristisches Ziel und Wohnumfeld immer beliebter“, sagte ein Sprecher der Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen. „2014 besuchten mehr als 1,5 Millionen Menschen Bremerhaven, die Tourismusumsätze kletterten über die 100 Millionen-Euro-Marke“, hieß es.

Die Neugestaltung des Platzes an der Wesermündung gelte zudem als „richtungsweisend für zukünftigen und aktiven Küstenschutz“. „Trotz Klimawandel, dem Anstieg der Meeresspiegel und den damit einhergehenden Deicherhöhungen ist in Bremerhaven ein unverwechselbarer Ort für aktives, urbanes Leben entstanden.“

„Die Auszeichnungen aus Chicago und Oldenburg sind über die regionalen Grenzen hinaus ein unübersehbares Signal für die anhaltende Entwicklung unserer Stadt als Oberzentrum mit großer Strahlkraft“, sagte Oberbürgermeister Grantz. Die nun gleich zweifach ausgezeichnete Projektidee kommt von den Landschaftsarchitekten und Stadtplanern Latz + Partner und Latz-Riehl-Partner.

„Die Anforderungen an die Umgestaltung des Platzes waren hoch, Wind- und Hochwasserschutz eine echte Herausforderung in dieser exponierten Lage. Sturmflutsichere Pflasterung, Beleuchtung und adäquates Mobiliar mit hohem ästhetischem Anspruch zu verknüpfen, ist uns gelungen. Insofern freut uns die doppelte Auszeichnung natürlich außerordentlich“, so Tilman Latz.

kuz

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