Marktführer „Redux“

Der weltgrößte Batterie-Recycler sitzt in Bremerhaven - und hat große Ziele

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Batteriesortierung von Hand bei „Redux“. Das Bremerhavener Unternehmen im Überseehafen ist auf dem Sektor Batterie-Recycling weltweit Marktführer.

Bremerhaven - Von Wolfgang Heumer. Wer seine alten Batterien in den dafür vorgesehenen grünen Boxen entsorgt, wie sie etwa in Supermärkten stehen, kann sicher sein: Die ausgedienten und zurückgegebenen Energiespender werden nahezu zu 100 Prozent wiederverwertet. Der weltweit führende Recycler von Gerätebatterien ist die „Redux“ GmbH in Bremerhaven.

Das Röntgengerät in der großen Industriehalle am Rande des Bremerhavener Überseehafens ist einfach beeindruckend. Gar nicht mal wegen seiner Form oder seines Volumens: Durch mehrere Röhrchen in dem Kasten von der Größe zweier Schlafzimmerschränke rauschen klassische Haushaltsbatterien im Höchsttempo. Bis zu 40 Batterien werden pro Sekunde von Röntgenblitzen durchleuchtet und sofort per Druckluft in den richtigen Sammelbehälter gepustet. „Das System erkennt anhand der Grauschattierungen auf den Röntgenbildern die Art der Batterien“, erläutert deren Geschäftsführer Holger Kuhlmann und ergänzt nach kurzer Pause: „Die Anlage ist vor gut 20 Jahren entwickelt worden und immer noch weltweit Stand der Technik. Nicht schlecht, oder?“

Bis zu 25.000 Tonnen Altbatterien werden hier in Bremerhavenen in ihre Bestandteile zerlegt. Ihre Inhaltsstoffe werden für die Wiederverwertung aufbereitet. „Im Vergleich zu anderen Stoffkreis-Läufen ist das eine kleine Menge, aber in unserem Nischenmarkt sind wir das führende Unternehmen“, sagt Kuhlmann. Den Grundstein dafür haben Bremerhavener Ingenieure und Wissenschaftler kurz vor der Jahrtausendwende gelegt: In einem öffentlich geförderten Forschungsprojekt entwickelten sie das Sortierverfahren, nachdem die EU die Sammelpflicht für Altbatterien vorgeschrieben hatte. Bis dahin waren die verbrauchten Energiespender einfach im Hausmüll gelandet und hatten durch ihren Gehalt an Schwermetallen – und damals auch noch Quecksilber – für erhebliche Umweltschäden gesorgt.

Die neue Anlage bei „Redux“ in Bremerhaven kann sogar Lithium-Batterien recyclen.

Kuhlmann betrachtet das Recycling aber nicht nur unter dem Blickwinkel Umweltschutz: „Batterien enthalten eine Vielzahl von seltenen Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Zink. Wir holen dieses wertvolle Material zurück in den Wertstoffkreislauf.“ Das Ziel ist ambitioniert: Wo immer es möglich ist, will „Redux“ eine 100-Prozent-Quote erreichen. „Unser Ziel ist ‚Zero Waste‘“, so Kuhlmann. Mit anderen Worten: Aus einer alten Batterie soll wieder eine neue werden. Das technische Verfahren klingt einfach, auch wenn es im Detail tatsächlich sehr kompliziert und aufwendig ist. 

Zunächst werden die Batterien nach ihrer Art sortiert, dann geschreddert. Die einzelnen Hauptbestandteile werden durch eine spezielle Siebetechnik voneinander getrennt. Dieser Rohstoff kann entweder durch Schmelzen oder durch Auswaschen mit Chemikalien weiter verfeinert werden. Rund 30 Mitarbeiter beschäftigt „Redux“ in Bremerhaven, einen weiteren Standort gibt es in Offenbach am Main. „Redux“ arbeitet im Auftrag der Sammelsysteme, zu denen der Gesetzgeber Hersteller und Handel verpflichtet hat. Insgesamt ist das Unternehmen für Batterierücknahmesysteme in 20 Ländern tätig.

Herausforderung Lithium-Ionen-Akkus

Seit einigen Jahren drängen Lithium-Ionen-Akkus auf den Markt, die besondere Ansprüche an das Wiederverwerten stellen, auch durch die Vielzahl von Formen und Größen. Das eigentliche Problem ist aber der extrem hohe Energiegehalt und die hohe Energiedichte sogar in verbrauchten Akkus: eine Spannung zwischen 400 bis 600 Volt ist keine Seltenheit. Bevor irgendetwas mit den Akkus geschieht, müssen sie komplett entladen werden. Dennoch ist es den Bremerhavenern gelungen, eine innovative Anlage zum Zerlegen der Akkus zu entwickeln.

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