Kosten: 2,5 Millionen Euro

„Seute Deern“ nicht mehr zu retten: Segelschiff wird abgewrackt

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Die „Seute Deern“ ist ein „Totalschaden“ und wird abgewrackt.

Das Segelschiff „Seute Deern“ in Bremerhaven ist ein „konstruktiver Totalschaden“ - und soll abgewrackt werden. 100 Jahre nach seinem Bau ist das Ende des Traditionsseglers gekommen.

Update vom 15. November: Die „Seute Deern“ erhält überraschend eine neue Zukunft. Das Schiff soll neu aufgebaut werden - mit vielen Teilen des aktuellen Seglers und vollständig finanziert durch den Bund. 

  • Gutachten zur „Seute Deern“ spricht von Totalschaden
  • Sanierung des Segelschiffs käme Neubau gleich
  • Traditionssegler wird abgewrackt

Update vom 23. Oktober 2019: Die „Seute Deern“, ein Wahrzeichen der Stadt Bremerhaven, wird abgewrackt, die Vorbereitungen dazu sollen in Kürze starten. Das hat der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums am Mittwoch entschieden. Das Museum ist Eigentümerin des Traditionsseglers, der vor 100 Jahren in den USA gebaut wurde.

„Seute Deern“ wird im Museumshafen abgewrackt

Die Bark soll direkt im Museumshafen abgebaut werden, in dem sie Ende August auf Grund gelaufen war, berichtet Radio Bremen. Ein Transport in ein Dock sei wegen der maroden Bausubstanz nicht mehr möglich. Die Kosten betragen demnach rund 2,5 Millionen Euro, wer diese übernimmt, sei noch offen.

Die Hafengesellschaft bremenports werde beauftragt, ein Konzept für den Rückbau zu erstellen, sagte ein Museumssprecher am Mittwoch. Der unter Denkmalschutz stehende Segler schwimmt nur noch mithilfe leistungsstarker Pumpen, jeden Tag werden 4800 Kubikmeter Wasser aus dem Schiff geholt.

Das Segelschiff „Seute Deern“ ist im Museumshafen auf Grund gelaufen und musste anschließend aufwendig gehoben werden.

Originalmeldung vom 18. Oktober 2019: Nach umfassender Begutachtung der „Seuten Deern“ haben die Gutachter jetzt ihren 50-seitigen Abschlussbericht vorgelegt. Dabei kam das Sachverständigenkonsortium zu dem Ergebnis, dass die „Seute Deern“ ein „konstruktiver Totalschaden“ ist. Das hat das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) mitgeteilt.

„Seute Deern“: Teile des Seglers komplett zerstört

Die Gutachter hatten vom 8. bis 11. Oktober auf der Bark alle zugänglichen Bereiche der Schiffsstruktur untersucht und Unterlagen ausgewertet. Ende August war die „Seute Deern“ nach dem Ausfall der Pumpen im Museumshafen gesunken, berichtet kreiszeitung.de*.

In dem Bericht sind alle untersuchten Bereiche des Schiffes mit einer prozentualen Schädigung beziffert worden. So sind die Außenhaut, der Kiel und der Unterraum zu 100 Prozent zerstört, Spanten und Decksbalken zu 82,5 Prozent sowie Ruderraum und Betriebsgang zu 75 Prozent. 

Sanierung der „Seute Deern“ käme Neubau gleich

Nach Auswertung von 13 Baugruppen wären nach Darstellung der Gutachter für eine Sanierung kalkulatorisch 75,48 Prozent der Schiffsmasse zu ersetzen. „Aufgrund der vorstehend aufgeführten prozentualen Angaben wäre das Ergebnis einer Instandsetzung/Sanierung dem eines Neubaus gleichzusetzen“, heißt es in dem Bericht.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum, zu dessen Museumsflotte die „Seute Deern“ gehört, lässt das Schiff auch nicht mehr in ein Schwimmdock verholen. Das Gutachterkonsortium stellt nämlich fest, dass dies angesichts des Zustands der „Seuten Deern“ nicht zu empfehlen wäre. Wie geht es nun weiter? Der DSM-Stiftungsrat berät dies am Mittwoch, 23. Oktober, in einer Sondersitzung.

sk

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes.

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