Mordfälle aus 1992 und 1993

„Aktenzeichen XY“: Polizei rollt Morde an Prostituierten neu auf - viele Hinweise

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Mit diesen Phantombildern sucht die Polizei Cuxhaven nach den Mördern von Vanessa Wardelmann (links, 1992) und Anja Witt (rechts, 1993).

Mehr als 25 Jahre nach den Morden an zwei Prostituierten aus Bremerhaven versuchen Ermittler der Polizei die Verbrechen doch noch aufzuklären. Die Polizei hat neue Hoffnung geschöpft.

  • Zwei Prostituierte verschwinden vom Straßenstrich in Bremerhaven
  • Wer erdrosselte Anja Witt und Vanessa Wardelmann? 
  • Mordfälle bei „Aktenzeichen XY“: Polizei setzt mehr Ermittler ein

Update, 22. November: Bei der Ermittlungsgruppe „Cold Case“ der Polizei Cuxhaven sind nach einem Zeugenaufruf in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ rund 200 Hinweise eingegangen. 

Nach wie vor kämen neue Hinweise zu den zwei Frauenmorden aus den Jahren 1992 und 1993 hinzu, teilte die Polizei am Freitag mit. Zusätzlich würden Beamte von Tür zu Tür gehen, um so neue Informationen zu den alten Fällen zu sammeln. Die Ermittlungsgruppe für die Prostituiertenmorde ist deshalb auf acht Beamte aufgestockt worden. Kollegen der Ortspolizeibehörde Bremerhaven helfen mit, um Flyer zu verteilen und so mögliche Zeugen zu finden.

Der Leiter der Ermittlungsgruppe „Cold Case“ erklärte zum möglichen Täter: „Der Täter könnte sich durchaus im damaligen Drogenumfeld der Frauen aufgehalten haben. Es ist aber nicht auszuschließen, dass hier ein Serientäter unterwegs war, der aus sexueller Motivation die Frauen getötet hat.“

Nach „Aktenzeichen XY“: Viele Anrufe zum Prostituiertenmord von Bremerhaven

Update, 15. November, 13 Uhr: Nach der Ausstrahlung des „Cold Case“ der Prostituiertenmorde aus Bremerhaven im ZDF haben die Polizei Cuxhaven etwa 100 neue Hinweise erreicht. „Einige davon scheinen interessant zu sein“, heißt es von den Ermittlern.

Die Fahnder veröffentlichten bei „Aktenzeichen XYPhantombilder des Täters. Außerdem zeigten sie Leukoplast mit einer Breite von 5 Zentimetern, das damals haushaltsüblich war, und eine 3 Millimeter breite Nylonschnur. Diese Gegenstände wurden an den Ablageorten der Leichen von Anja Witt und Vanessa Wardelmann gefunden.

Mit Leukoplast und dieser Art Schnur sind die beiden Prostituierten aus Bremerhaven geknebelt worden.

Wer Hinweise zur Identität des Täters oder weitere relevante Angaben zu den Morden geben kann, meldet sich telefonisch bei der Polizei Cuxhaven unter der Nummer 04721/573-200 oder besucht das Fahndungsportal des LKA Niedersachsen. (jdw)

Prostituiertenmord bei „Aktenzeichen XY“: Neue Hinweise

Update, 14. November, 14 Uhr: Nachdem die Mordfälle von zwei Prostituierten aus Bremerhaven in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt worden sind, haben die Ermittler der Kripo Cuxhaven neue Hinweise von Zuschauern erhalten. Insbesondere die Phantombild-Zeichnungen des mutmaßlichen Täters erregten Interesse.

„Es gab auch Anrufe, die sich auf die Phantombilder gemeldet haben. Im Fall des zweiten Phantombilds hatte sich ein Anrufer gemeldet, der sehr konkrete Hinweise geben konnte“, erklärte Alfred Hettmer vom LKA München am Ende der Sendung. „Die Resonanz auf die Sendung war sehr gut, es gibt eine tolle Beteiligung in den sozialen Medien“, sagte Anke Rieken von der Polizeiinspektion Cuxhaven. Ob eine heiße Spur darunter sei, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben.

„Cold Case“ aus Bremerhaven: Serientäter nicht ausgeschlossen

Ermittler Reiner Brenner erklärte im Gespräch mit „Aktenzeichen XY“-Moderator Rudi Cerne, dass es sich bei dem gesuchten Täter in den Mordfällen aus Bremerhaven um einen Serientäter handeln könnte.

„Cold Case“: Vanessa Wardelmann (links, 1992) und Anja Witt (1993) aus Bremerhaven sind ermordet worden. Die Polizei rollt den Fall nochmal auf.

Bei den Frauenmorden, die in den Jahren 1992 und 1993 begangen wurden, gibt es laut Polizei auffällige Parallelen. Neben den DNA-Spuren sind beide Frauen erdrosselt worden, die Leichenfundorte befinden sich im Bereich der Autobahn 27 und beide Frauen wurden mit fünf Zentimeter breitem Leukoplast geknebelt. Deshalb die Ermittler aktuell von einem Täter aus. (jdw/dpa)

Prostituiertenmorde in Bremerhaven bei „Aktenzeichen XY“

Originalmeldung: Cuxhaven/Bremerhaven/Verden - Am 24.9.1992 gegen 20 Uhr lockte ein unbekannter Täter die 22-jährige Prostituierte Vanessa Wardelmann als mutmaßlicher Freier in einen dunkelblauen Kleinwagen. Die 22-Jährige arbeitete am Straßenstrich an der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven, teilt die Polizei mit.

Am 26.9.1992 wurde die Leiche der jungen Frau nahe dem Fluss Lune in der Gemeinde Loxstedt in der Nähe der Anschlussstelle Bremerhaven-Süd/Nesse an der A27 von einem Fahrradfahrer gefunden.

Der Fundort der Leiche von Vanessa Wardelmann.

Am 8. Mai 1993 nahm ein bislang unbekannter Täter Kontakt mit der damals 26-jährigen Anja Witt auf, die ebenfalls als Prostituierte an der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven gearbeitet hatte. 

Die Leiche der jungen Frau wurde am 9.5.1993 in einem Waldstück an der B215 in der Nähe der A7 an der Ausfahrt Verden Nord von Spaziergängern aufgefunden. Beide Frauen wurden erdrosselt, berichtet kreiszeitung.de*.

Der Fundort der Leiche von Anja Witt.

Die Polizeiinspektion Cuxhaven hat eine Ermittlungsgruppe gegründet, um die Morde an diesen beiden jungen Frauen zu klären. „Mord verjährt nie“, betont Polizeihauptkommissarin Anke Rieken von der Polizeiinspektion Cuxhaven, denn viele Fragen seien noch nicht beantwortet. 

Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgelobt

„Wir wollen Gewissheit für die Hinterbliebenen schaffen“, so Rieken. Die Polizeidirektion Oldenburg hat für entscheidende Hinweise, die zu einer rechtskräftigen Verurteilung des Täters führen, eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgesetzt.

Die Sendung „Aktenzeichen XY ...... ungelöst“ berichtete am 13.11.2019 um 20.15 Uhr im ZDF über die beiden Fälle. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Cuxhaven unter Telefon 04721/5730 zu melden.

Aktenzeichen XY ... ungelöst - die Sendung am 13.11.2019

Die Zuschauer können dabei helfen, ungelöste Kriminalfälle aufzuklären. Diese Fälle werden nach Angaben des ZDF in der ZDF-Sendung behandelt:

Gefährliche Begegnung: Ein Pärchen ist nachts auf dem Heimweg. Plötzlich nähern sich zwei junge Männer, die zunächst nett und freundlich erscheinen. Doch sie sind bewaffnet und führen nichts Gutes im Schilde.

Zwei Mordopfer – ein Täter? Binnen sieben Monaten werden zwei junge Frauen getötet. Die Fälle weisen erschreckende Parallelen auf – und beide Opfer lebten vor ihrer Ermordung in Todesangst.

Attacke auf dem Heimweg: Ein Mann macht sich abends mit dem Auto auf den Weg nach Hause. Er fährt unter einer Brücke durch, als es plötzlich knallt und die Windschutzscheibe zersplittert. Was ist passiert?

Gefesselt, geknebelt, beraubt: Im Flur eines Hauses wird ein Mann von zwei Räubern überrascht. Sie fesseln und knebeln ihn. Schnell wird klar, worauf sie es abgesehen haben: den Tresor im Wohnzimmer.

Der XY-Preis 2019: Ein syrischer Flüchtling ist auf dem Weg zum Eingliederungskurs, als er auf dramatische Szenen aufmerksam wird: Ein Mann sticht auf eine Frau ein. Der 37-Jährige eilt zu Hilfe.

Bei „Aktenzeichen XY“ präsentierten das ZDF und Moderator Rudi Cerne einen Cold Case aus Hamburg. Sogar pensionierte Ermittler meldeten sich daraufhin.

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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