Neugestaltung der Innenstadt

„Dicken, faulen Zahn ziehen“: Bremerhaven gestaltet die Innenstadt neu

Passanten gehen am Karstadt-Kaufhaus in der Fußgängerzone von Bremerhaven (Bremen) vorbei, daneben montiert der Blick auf den Lieferanteneingang.
+
Die Stadt Bremerhaven hat das alte Karstadt-Gebäude in der Innenstadt gekauft und will es nächstes Jahr abreißen. Für die Neugestaltung hat man einen Investor gesucht und ist nun fündig geworden. (kreiszeitung.de-Montage)

Nach der Karstadt-Schließung in Bremerhaven war lange nicht klar, was mit dem Gebäude passieren soll. Nun hat die Stadt es gekauft und will das Areal neu gestalten.

Bremerhaven – Die Bremerhavener waren die Diskussion um den Karstadt-Standort in ihrer Innenstadt eigentlich schon Leid, da kam im vergangenen Jahr doch noch Bewegung in die Geschichte. Inzwischen hat das Unternehmen Karstadt seine Filiale während der Corona-Krise in Bremerhaven geschlossen und die Planungen zur Neugestaltung des Geländes laufen auf Hochtouren.

Stadt in Deutschland:Bremerhaven
Fläche:93,82 Quadratkilometer
Einwohner:113.557 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:0471
Oberbürgermeister:Melf Grantz (SPD)

Mitte September nun hat die Stadt das Gebäude für insgesamt 15 Millionen Euro von einem Immobilienfonds gekauft. 12,5 Millionen Euro hat das Land aus dem Bremen-Fonds davon übernommen. „Nun ist es möglich, einen dicken faulen Zahn in unserer Innenstadt zu ziehen. Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des Oberzentrums Bremerhaven“, so Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) nach der notariellen Beglaubigung des Kaufvertrags.

Bremerhaven gestaltet Innenstadt neu: Karstadt-Gebäude abreißen – Havenwelten mit Innenstadt verbinden

Jetzt soll das Gebäude abgerissen werden und das Areal komplett neugestaltet werden. Damit will die Stadt auch erreichen, dass die Innenstadt besser an die Havenwelten angeschlossen wird. So würden letztendlich auch vermehrt Touristen den Weg in die Fußgängerzone finden.

Die Verhandlungen mit dem Eigentümer, der zweite nach Aufgabe und Verkauf von Karstadt, mussten mit höchster Vertraulichkeit erfolgen, erklärte Grantz. „Ich bin vor allem der Weser-Elbe-Sparkasse mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Peter Klett sehr dankbar für die professionelle Begleitung der Verhandlungen.“ Dass die Immobilie nicht zum Schnäppchenpreis zu erwerben gewesen sei, habe man bedauerlicherweise nicht erwarten können, da derartige Immobilien mittlerweile international gehandelt würden und so immer teurer werden.

„Ich bin froh, dass wir zügig diese zu erwartende Preisspirale unterbrechen konnten“, so der OB. Dass dieses Geschäft abgeschlossen werden konnte, sei auch der Begleitung durch die politischen Entscheidungsträger in der Stadtverordnetenversammlung zu danken, hoben Grantz und Neuhoff hervor. „Wir gehen davon aus, dass für dieses nicht ganz gewöhnliche Geschäft die politische Zustimmung sicher ist“, betonte Torsten Neuhoff, der als Bürgermeister für die Kämmerei und die Stadtplanung verantwortlich ist.

Bremerhaven gestaltet Innenstadt neu: Exponierte Innenstadtlage soll nachhaltig entwickelt werden

Beide gehen davon aus, dass sich der Stadt Bremerhaven mit dem Erwerb der Immobilie die einmalige Chance bietet, diese exponierte Innenstadtlage nachhaltig zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist der Rückbau der neuerworbenen Karstadt-Immobilie.

„Mit der Entwicklung und Umsetzung eines zukunftsweisenden städtebaulichen Konzeptes, einhergehend mit einer nachhaltigen Architektursprache der baulichen Maßnahmen und einer anziehenden Nutzungsmischung, wird es gelingen, eine deutliche Attraktivitätssteigerung der Bremerhavener Innenstadt auch gegenüber dem ‚Vor-Corona Zustand‘ zu erreichen“, skizziert der Oberbürgermeister die städtebauliche Aufgabe.

Dazu gehöre auch die Optimierung der schon seit Jahren bemängelten unattraktiven fußläufigen Verbindungen zwischen der Innenstadt und den touristischen Attraktionen in den Havenwelten, so Grantz weiter. Auch könnten so fehlende Plätze mit Aufenthaltsqualität geschaffen werden.

Bremerhaven gestaltet Innenstadt neu: Gestaltungswerkstatt begleitet Entwicklungsprozess

Der Entwicklungsprozess für das Areal um das Karstadt- und Eulenhofgrundstück soll durch eine Gestaltungswerkstatt begleitet werden. Oberbürgermeister Grantz teilte mit, dass mit der Ditzen-Gruppe außerdem ein potenzieller Investor bereitstehe, der mit Andreas Heller Architects & Designers bereits erste konzeptionelle Ideen für eine multifunktionale Bebauung und Nutzung des ehemaligen Karstadt-Areals sowie des Eulenhofgrundstücks entwickelt habe.

„Diese konzeptionellen Ideen funktionieren sehr gut ohne eine ebenen gleiche Fortführung der Oberen Bürger bis zum ehemaligen Bankhaus Neelmeyer. Insofern soll ausdrücklich auf eine solche bauliche Fortführung bei den zukünftigen Planungen verzichtet werden“, ist sich Grantz mit seinem Kollegen Neuhoff einig. Nach dem Abriss des Karstadt-Gebäudes soll zudem die bisher überbaute Straße Am Alten Hafen wiederhergestellt werden.

Bremerhaven gestaltet Innenstadt neu: Stadt beantragt 25 Millionen Euro aus Bremen-Fonds des Landes

Doch das ganze kostet natürlich. Und zwar nicht wenig. Kämmerer Neuhoff erläuterte die Finanzierungsfragen: „Für den Ankauf und den Abriss der Liegenschaft sowie die Wiederherstellung der bisher durch Karstadt überbauten Straße Am Alten Hafen hat die Stadt Bremerhaven 25 Millionen Euro aus dem Bremen-Fonds beantragt.“ Davon seien 50 Prozent – also 12,5 Millionen Euro – für 2021 bewilligt. Die noch fehlenden 2,5 Millionen Euro zur Finanzierung des 15 Millionen-Gebäudes werden durch den BremerhavenFonds gestemmt.

Für die sich anschließende Neugestaltung wird ebenfalls viel Geld benötigt, weswegen man sich in Bremerhaven auf die Suche nach einem weiteren möglichen Investor gemacht hat. Der wurde inzwischen gefunden: nämlich der Bremerhavener Ehrenbürger Karl Ehlerding. Wie der in dieser Woche gegenüber „buten un binnen“ bestätigte, plane er mit einer Investition in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro.

Bremerhaven gestaltet Innenstadt neu: Ehrenbürger Karl Ehlerdingen will 40 bis 50 Millionen Euro investieren

Geplant ist laut Ehlerding, dass er sich mit dem Geld über die Immobilieninvestmentgesellschaft ERWE mit Sitz in Frankfurt am Main beteiligt. An diesem Unternehmen hält der Kaufmann gemeinsam mit seiner Familie 25,1 Prozent. Inwiefern Ehlerding selber als Investor in Erscheinung treten wird, wird sich bei einem Treffen in der kommenden Woche zeigen, berichtet „buten un binnen“.

Bei diesem Treffen stehen dann auch die Ideen von Architekt Andreas Heller für das Karstadt-Gebäude und dem sich angrenzenden Grundstück zur Diskussion. Geht es nach diesen Plänen, könnte dort eine Markthalle, ein Medienhaus und Raum zum Wohnen entstehen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Bremer Polizei fasst jungen Räuber: „Hände weg, oder ich steche dich ab“

Bremer Polizei fasst jungen Räuber: „Hände weg, oder ich steche dich ab“

Bremer Polizei fasst jungen Räuber: „Hände weg, oder ich steche dich ab“
Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“

Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“

Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“
Wilde Verfolgungsjagd in Bremen: Polizei stellt vermeintlich Betrunkenen

Wilde Verfolgungsjagd in Bremen: Polizei stellt vermeintlich Betrunkenen

Wilde Verfolgungsjagd in Bremen: Polizei stellt vermeintlich Betrunkenen
Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz

Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz

Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz

Kommentare