Hauptzollamt Bremen legt Jahresbilanz 2019 vor

Bremerhaven: Eingangstor für Kokainschmuggler

Kokain ist eine beliebte Schmuggelware. Foto: DPA

Bremen - Von Elisbeth Gnuschke. Die Steuereinnahmen des Hauptzollamts Bremens sind mit 4,3 Milliarden Euro leicht um 80 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert gestiegen. Das geht aus der Jahresbilanz 2019 hervor, die die Behörde am Montag vorlegte. Weitere Themenbereiche sind Drogen, Waffen, Plagiate und Schwarzarbeit.

Die Menge des sichergestellten Kokains sank entgegen dem Bundestrend, dennoch gelte Bremerhaven als viertgrößter Containerhafen Europas nach wie vor als „Eingangstor nach Europa für die Kokainschmuggler“, sagte Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamts Bremen. 93 Kilo Kokain stellten die Zöllner 2019 sicher. 2018 waren es noch 400 Kilo. Im Jahr 2017 entdeckten die Zöllner allein im November auf einen Schlag gut eine Tonne Koks. Aber, so die neue Chefin Nicole Tödter, aus taktischen Gründen seien Container mit insgesamt mehr als einer Tonne Kokain in Südamerika abgefangen worden. Bestimmt war die Ladung – richtig – für Bremerhaven als Endhafen. Insgesamt hätten Kokainsicherstellungen von gut zehn Tonnen an deutschen Häfen ein „Rekordniveau“ erreicht.

Bleiben wir bei den Drogen: Mit mehr als 80 Kilo hat sich die sichergestellte Menge von Kath, einer pflanzlichen Droge aus dem Nordosten Afrikas, fast verdoppelt. „Kath ist in seiner Wirkung dem des Amphetamin ähnlich“, sagte Tödter. In vielen Ländern im Nordosten Afrikas sei Kath eine Alltagsdroge, die auch hier in Europa konsumiert werde.

Bei den Einnahmen aus Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer von mehr als 2,8 Milliarden Euro gab es laut Zoll gegenüber dem Vorjahreswert einen „geringen Rückgang im normalen jährlichen Schwankungsbereich“. Die Einnahmen aus Verbrauch- und Verkehrsteuern hingegen hatten mit fast 1,4 Milliarden Euro einen Zuwachs um gut 100 Millionen Euro zu verzeichnen. „Die ohnehin hohen Steuereinnahmen des Vorjahres wurden auch in diesem Jahr wieder erreicht“, so die Leiterin. Das Hauptzollamt Bremen leiste damit seinen Beitrag zu den bundesweiten Einnahmen des Zolls, die mit 141 Milliarden Euro fast 45 Prozent der Steuereinnahmen des Bundes ausmachten.

Zugenommen haben den Angaben zufolge die Sicherstellungen von Waffen und Waffenteilen sowie Munition. Fast 4 500 Waffen- und Waffenteile sowie fast 4 000 Stück Munition haben die Bremer Zöllner 2019 aus dem Verkehr gezogen, unter anderem in der Freizone Bremerhaven. Hauptsächlich habe es sich dabei um Softairwaffen gehandelt, die mittels Druckluft Kugeln verschießen. In vielen Fällen seien zudem verbotene Hieb- und Stoßwaffen, aber auch Schusswaffen, die sich in Containern mit Umzugsgut befanden, sichergestellt worden.

Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Mindestlohnverstöße wurden den Angaben nach 3 000 Strafverfahren eingeleitet. Die eingeleiteten Bußgeldverfahren nahmen um mehr als die Hälfte auf fast 700 Verfahren zu, hieß es. Es wurden, so Tödter, Schäden in Höhe von gut 17 Millionen Euro ermittelt.

Im Zuge von Straftaten wurde die Sicherung von Vermögenswerten in Höhe von sechs Millionen Euro angeordnet. Teure Markenware, insbesondere Uhren, Schmuck, Brillen, Taschen und auch Autos, waren laut Zoll die Renner bei Produktpiraterie. Die Beamten haben Plagiate im Wert von 5,8 Millionen Euro beschlagnahmt.

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