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Bremer Wohnungsgesellschaft Gewoba erwirtschaftet Überschuss

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Von: Thomas Kuzaj

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Eine Drohnenaufnahme der Gartenstadt Werdersee im Grenzbereich zwischen Huckelriede und Habenhausen. Die Gewoba ist mit dem Bau von insgesamt fünf Gebäuden an dem neuen Quartier beteiligt.
Eine Drohnenaufnahme der Gartenstadt Werdersee im Grenzbereich zwischen Huckelriede und Habenhausen. Die Gewoba ist mit dem Bau von insgesamt fünf Gebäuden an dem neuen Quartier beteiligt. © Gewoba

Bremen – Mehr Überschuss, mehr Neubau-Investitionen, praktisch kein Leerstand – die Bremer Wohnungsgesellschaft Gewoba hat am Montag ihre Bilanz für 2021 vorgelegt. Die Vorstände Peter Stubbe und Anja Passlack sprachen von einem „positiven Geschäftsjahr“. Und davon profitiert auch die Stadt Bremen.

Bei einer Bilanzsumme von gut 1,52 Milliarden Euro (2020: 1,45 Milliarden Euro) erwirtschaftete die Gewoba im Jahr 2021 einen Jahresüberschuss von 30,6 Millionen Euro (2020: 29,9 Millionen Euro). Nach einer Zuführung von 14,9 Millionen Euro zu den Gewinnrücklagen bleibt unterm Strich ein Bilanzgewinn von 15,75 Millionen Euro, der in Form einer Dividende vollständig an die Anteilseigner ausgeschüttet wird, wie es weiter hieß. Hauptgesellschafterin der Gewoba ist die Stadt Bremen mit einem Anteil von 75,1 Prozent, den Rest halten die Sparkasse Bremen sowie die Weser-Elbe-Sparkasse. In Bremens Kasse fließen also etwa zwölf Millionen Euro.

Zum 31. Dezember vergangenen Jahres hat die Gewoba insgesamt 42.376 Mietwohnungen bewirtschaftet, das waren 51 Einheiten mehr als im Jahr zuvor. Geografisch verteilen sich die Bestände auf die Städte Bremen (32.620 Wohnungen), Bremerhaven (8.449 Wohnungen) und Oldenburg (1.307 Wohnungen). Mit einer Leerstandsquote von 1,10 Prozent (genauer: Bremen: 0,75 Prozent, Bremerhaven: 2,54 Prozent) sind die Gewoba-Wohnungen praktisch komplett vermietet. Im Markt ist kaum Bewegung, worauf auch die vergleichsweise geringe Fluktuationsquote von 9,26 Prozent (Bremen: 8,49 Prozent, Bremerhaven: 11,65 Prozent) verweist. Vorstandschef Stubbe sprach von einem Nachfrageüberhang.

Kleine Wohnungen sind in Bremen besonders gefragt

„Es herrscht vor allem Bedarf bei bezahlbaren, kleinen Wohnungen für Singles, Studenten und Auszubildende. Auch ist die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen und Wohnungen für größere Familien hoch.“ Die Gewoba reagiere in ihrem Neubauprogramm auf die Nachfrage. Apropos: 2021 hatte die Gewoba insgesamt 544 Wohnungen (davon 478 preisgebunden) und eine Kindertagesstätte mit 90 Plätzen (Gartenstadt Werdersee) im Bau. Das Investitionsvolumen im Neubau lag 2021 bei 58 Millionen Euro (2020: 53,9 Millionen Euro). 53 Wohnungen hat das Unternehmen 2021 fertiggestellt.

Durch Pandemie und Krieg gestörte Lieferketten sorgen auch bei Bauprojekten für neue Herausforderungen. Die Gewoba versucht, flexibel darauf zu reagieren – unter anderem durch eigene Ausführungsplanungen (und damit: direkten Draht zu den Handwerkern). Was Preissteigerungen angeht, sieht Stubbe bei manchen großindustriell gefertigten Materialien auch Mitnahmeeffekte, als Beispiel nannte er Dämmmaterial.

Energiekosten: „Abmilderungseffekt“ durch Fernwärme

Und wie sieht es bei den Energiekosten für die Mieter aus? Vorstand Passlack verweist auf den hohen Anteil der Fernwärme (70 Prozent), der für einen „Abmilderungseffekt“ sorge. Für die Stadt Bremen nannte sie Preiserhöhungen von durchschnittlich 8,5 Prozent, was neun Cent pro Monat und Quadratmeter entspreche – und das wiederum mache bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung im Jahr 62 Euro mehr aus.

Anja Passlack ist seit dem 1. Januar Mitglied des Gewoba-Vorstands. Die Nachfolgerin von Manfred Sydow ist für die Bereiche Betriebswirtschaft und Finanzen zuständig.
Anja Passlack ist seit dem 1. Januar Mitglied des Gewoba-Vorstands. Die Nachfolgerin von Manfred Sydow ist für die Bereiche Betriebswirtschaft und Finanzen zuständig. © Gewoba/Heidmann

Im Gesamtbestand der Gewoba betrug die durchschnittliche Nettokaltmiete vergangenes Jahr 6,37 Euro pro Quadratmeter. „Damit lag sie deutlich unter den Angebotsmieten der großen Immobilienportale“, hieß es dazu. Bei der Betrachtung der Teilmärkte zeige sich ein differenziertes Bild: „In der Stadt Bremen belief sich die durchschnittliche Nettokaltmiete auf 6,66 Euro pro Quadratmeter, in Bremerhaven lag sie bei 5,05 Euro.“

Was Neubauprojekte angeht, ist die Gewoba unter anderem mit 80 preisgebundenen Wohnungen am Quartier „Weserhöfe“ (Kleine Weser, Neustadt, Vermietung voraussichtlich Ende 2023) und mit 150 Wohnungen am „Europaquartier“ in der Überseestadt (Fertigstellung bis Sommer) beteiligt. Nach der Fertigstellung des ersten Gebäudes Ende 2020 setzt sie zudem ihre Bautätigkeit in der Gartenstadt Werdersee fort – mit vier weiteren Gebäuden und insgesamt 121 vorwiegend preisgebundenen Wohnungen, der Kita und Gewerbeflächen. Die Fertigstellung der ersten zwei Gebäude ist für Herbst geplant. Am früheren Bundeswehr-Hochhaus (Falkenstraße, neuer Name: „Q45“) sollen die Hochbauarbeiten zum Jahreswechsel beginnen, so Stubbe auf Nachfrage.

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