Bremer Wertschließfach AG macht alten Bankkeller wieder zur Tresoranlage

Seriöse Sicherheit

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Noch ist die Schließfachanlage in den Kellergewölben des alten Bremer-Bank-Gebäudes nicht scharf: „Ende des Monats geht‘s richtig los“, sagt Kundenberater Michael Voigts.

Bremen - Von Jörg Esser. Die Pläne sind ehrgeizig. Im Herbst will der Versandhändler „Manufactum“ im alten Bremer-Bank-Bau auf dem Domshof ein Warenhaus eröffnet – als Herzstück einer neuen Passage. Und im Keller des Gebäudes wird die Tresoranlage „wiederbelebt“ – von der Bremer Wertschließfach AG (BWSAG). „Nächste Woche sind wir scharf geschaltet“, sagt Michael Voigts, Kundenbetreuer der Schließfach AG.

Im Untergeschoss wird fleißig renoviert – seit knapp zwei Monaten. Dort, wo einst die Bremer Bank ihre Schließfächer hatte. Und eine Geldrutsche. Und so weiter. „Wir nutzen all das, was noch gut ist“, sagt Voigts. Tresore, Schließfächer. Und die dicken Wände mit Stahlbetonkern, die mächtigen Tresortüren, das Panzerglas.

Schließfächer gibt es jede Menge im Untergrund – und die sind zu Preisen ab 29 Euro pro Monat zu mieten. Im Tresorraum finden sich Fächer, die von „0“ bis „2367“ durchnummeriert sind. In diversen Größen – von 5,5 bis 29,5 Zentimeter hoch und dann jeweils 30 Zentimeter breit und 46 tief. Und noch Schränke mit Ausmaßen von 23 mal 62 mal 46 bis 59,5 mal 62 mal 46. In letzteren ist schon Platz für eine umfangreiche Münzsammlung. Schlüssel, Schlösser, Nummern – alles wird neu verteilt. Das ist ein akribisches Prozedere. Die Schließfachanlage ist alarmgesichert, kameraüberwacht. Jeder Kunde bekommt den Schlüssel zum Fach. Ohne den Mitarbeiter der Schließfach-AG läuft aber nichts. Die Anlage ist vorgeschlossen und elektronisch geregelt.

In den Kellerräumen ist viel Platz. Und so können auch Sammlerstücke und wertvolle Gemälde dort für einen bestimmten Zeitraum eingelagert werden. Der Spielraum ist groß. „Man muss sich überlegen, was es einem wert ist, seine Wertsachen so aufzubewahren, dass man keine Angst haben muss“, sagt Voigts. Die Bremer Wertschließfach AG, zu deren Eigentümern auch Thomas Stefes zählt, der das Gebäude gekauft hat und einen Millionenbetrag „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ in die Renovierung steckt, wirbt mit „gediegener Atmosphäre, Seriosität und Niveau“.

„Wir sind Kaufleute“, sagt Voigts, der bis Ende 2015 ein Herrenbekleidungsgeschäft in Oberneuland führte. Das Unternehmen nutzt zwar ehemalige Bankräume, ist aber an keine Banköffnungszeiten gebunden. Als privater Anbieter sei die AG „für alle diejenigen empfehlenswert, die schlichtweg Diskretion lieben“, heißt es: „Kein Bankstatus, keine Meldepflicht, kein gläserner Kunde.“

Übrigens: Es gibt eine Autozufahrt direkt zur Sicherheitsschleuse. Und die Wertschließfach AG plant zudem, einen Abholdienst anzubieten. „Fünf Sterne für die Sicherheit“ – der Slogan schwebt Voigts vor. Wenn die Passage und „Manufactum“ öffnen, erhalten die Wertfach-Leute auch einen Shop in der alten Kundenhalle des Bankgebäudes. Der soll sich über zwei Ebenen erstrecken und über eine Direkt-Fahrstuhlverbindung zu den Schließfächern verfügen. Die Akquise läuft. „Die Leute können kommen und Fächer mieten, nur noch nichts bringen“, sagt Voigts. „Ende des Monats geht’s richtig los.“

Michael Voigts schlüpft am 12. Februar noch einmal in eine alte Rolle – als Schneider. Bei der Schaffermahlzeit öffnet er seine Nähstube im Rathaus.

www.bwsag.de

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