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Bremer Wahrzeichen: So sieht die „Umgedrehte Kommode“ als Event-Location aus

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Von: Thomas Kuzaj

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Lara Medak, Sprecherin der Bremer Eventagentur „Joke“, in der Sitzlandschaft der „Kathedrale“.
Lara Medak, Sprecherin der Bremer Eventagentur „Joke“, in der Sitzlandschaft der „Kathedrale“. © Kuzaj

Bremen – Mächtige Turbinen, riesige Wassertanks? Nein. Dutzende Kissen auf langen Sofalandschaften, Loungesessel und ein Olivenbaum. Ein zehn Meter hoch aufragender Raum mit Gewölbedecken, der jetzt den Namen „Kathedrale“ trägt. Ein Wahrzeichen an der Weser wird wiederbelebt – die „Umgedrehte Kommode“ auf dem Stadtwerder ist jetzt eine Event-Location auf Zeit.

Beinahe jeder kennt das markante Gebäude von außen – aber kaum jemand war schon einmal drin. Eben das soll sich in der Regie der Bremer Eventagentur „Joke“ ändern. Die „Kathedrale“ im Erdgeschoss (sprich: über dem früheren Wassertank) kann bis Ende des Jahres für Privat- und Firmen-Events mit bis zu 100 Personen angemietet werden. Dazu wurde die 250 Quadratmeter große Fläche mit Bar, offener Küche sowie Loungezone hergerichtet. Moderne Veranstaltungstechnik ist ebenfalls eingezogen. „Zum Designkonzept gehört ein Gebäudeeingang via Schiffscontainer“, so Sprecherin Lara Medak. Hinzu kommt der authentische, sicht- und spürbare Charme des Alten, des Historischen. Dieser Ort hat Atmosphäre. Erste Unternehmen haben den Raum bereits für Firmenevents gebucht, heißt es.

Die „Umgedrehte Kommode“, ein Wahrzeichen an der Weser, wird zur Event-Location auf Zeit.
Die „Umgedrehte Kommode“, ein Wahrzeichen an der Weser, wird zur Event-Location auf Zeit. © Kuzaj

Erst im September vorigen Jahres hatte die Bremer Eventagentur „Joke“ die Veranstaltungshalle „Alte Werft“ in der Überseestadt eröffnet. Dazu wurde die frühere Halle der Atlas-Werke, zuletzt von der „Kellogg“-Logistik genutzt, auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern in Bremens größte vollmöblierte Event-Location verwandelt.

„Umgedrehte Kommode“: Historischer Ort, ruhiges Partytreiben

Nun also nimmt das „Joke“-Team um die Vorstände Christian Seidenstücker und Peter Melms sich der „Umgedrehten Kommode“ an. Das neoklassizistische Wasserwerk – ein mächtiger Bau mit vier Ecktürmen, die wie Füße eines umgedrehten Möbelstücks wirken – wurde ab 1871 nach Entwürfen des Bremer Architekten Johann Georg Poppe (1837 bis 1915, damals der Star-Architekt des Bremer Bürgertums) errichtet. 250.000 bis 300.000 Euro, so Melms, seien hier investiert worden. Und es gilt ein Motto, das Melms so zusammenfasst: „Wir wollen hier nicht auffallen, sondern einfach nur gute Veranstaltungen machen.“

Die „Kathedrale“ im Erdgeschoss der „Umgedrehten Kommode“, das Herzstück des Event-Location-Projekts – hier der Blick zur Bar.
Die „Kathedrale“ im Erdgeschoss der „Umgedrehten Kommode“, das Herzstück des Event-Location-Projekts – hier der Blick zur Bar. © Kuzaj

Der „Joke“-Ort für größere (und zuweilen eben auch lautere) Events ist die „Alte Werft“. Auf dem Stadtwerder soll es ruhiger zugehen – nicht zuletzt wegen der Anwohner in der Nachbarschaft. „Wir halten uns an die Nachtruhe“, verspricht Medak. „Wegen der kulturellen und historischen Bedeutung des Gebäudes ist eine sensible und würdige Nutzung Voraussetzung. Partys, laute Geburtstage, Kohlfahrten und sonstige ähnliche Veranstaltungsformate sind in der ,Umgedrehten Kommode ausgeschlossen‘“, heißt es auf der Website zum Projekt. Familienfeiern sind hier möglich, Firmenveranstaltungen, Tagungen, Workshops. Einen Außenbereich gibt es auch, draußen ist frischer Rollrasen verlegt worden – die Veranstaltungsexperten haben die Details im Blick. Die „Joke Event AG“ mit Hauptsitz in Findorff wurde 1992 gegründet, vor nunmehr 30 Jahren also. Und was passiert nach Jahresende? „Wenn es gut läuft, wird es vielleicht verlängert“, heißt es über das Projekt „Umgedrehte Kommode“.

Das 47 Meter hohe Bauwerk steht seit 1978 unter Denkmalschutz. Der Betrieb als Wasserwerk mit den Dampfmaschinen und Pumpsystemen wurde 1983 aufgegeben. Bis 2008 wurde die „Umgedrehte Kommode“ als Wasserspeicher für die Brauerei Beck & Co. genutzt. Zum Schluss wurden die restlichen 800.000 Liter aus dem Tank ins Trinkwassernetz abgelassen. Rund um den Wasserturm entstand auf dem Stadtwerder ein Wohngebiet.

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