Bremer Verein Borda setzt sich für gesunde und lebenswerte Umwelt ein

Menschenrecht auf Wasser

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Die gemeinnützige Bremer Organisation Borda setzt sich für Menschenrechte auf Wasser, Sanitärversorgung und gesunde Gewässer ein.

Bremen - Von Viviane Reineking. Knapp zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser – weltweit eine der Hauptursachen für Krankheit, Kindersterblichkeit und Migration, sagt diegemeinnützige Bremer Organisation Borda. Wie sie dem Thema auf politischer Ebene mehr Gewicht verleihen können, diskutierten jetzt europäische Organisationen in derHansestadt.

Neben Vertretern von zivilgesellschaftlichen Institutionen aus den Niederlanden, England und Frankreich gehörte auch Csaba Körösi, ehemaliger Botschafter Ungarns bei den Vereinten Nationen (UN) und an der Ausarbeitung der „UN-Ziele nachhaltiger Entwicklung“ beteiligt, zu den Tagungsgästen. Anlass für das Zusammenkommen waren zwei Beschlüsse im vergangenen Jahr: die Verabschiedung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ auf dem UN-Gipfel in New York sowie der Beschluss von Paris im Rahmen des UN-Klimagipfels im vergangenen Dezember.

Borda-Geschäftsführer Stefan Reuter.

Die Verpflichtung der Staaten, die sich zur Agenda 2030 bekannt haben, Fortschritte zu machen und zu dokumentieren, sorge für neue Impulse und Bewegung in den zuständigen Ministerien, so Reuter. Hier sehen die nicht-staatlichen Organisationen ihre Chance: „Wir haben diskutiert, wie wir uns organisieren können, um mitzureden“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer der Bremer Organisation Borda (Bremen Overseas Research & Development Association). Um dem Thema Wasser auf politischer Ebene mehr Gewicht zu verleihen, wollen sie etwa gemeinsame Positionen und Vorschläge auf einer UN-Konferenz im Juli einbringen.

Seit 1977 setzt sich der gemeinnützige Bremer Verein dafür ein, dass Menschen weltweit Zugang zu grundlegenden Diensten der Daseinsvorsorge (Wasser, Abwasser, Abfall und Energie) haben, entwickelt und baut dezentrale nachhaltige Technologien in diesen Bereichen. 18 Mitarbeiter beschäftigt Borda in Bremen, weltweit arbeiten rund 240 Menschen für die Organisation.

Vor allem in den Anfangsjahren des Vereins bestand die Arbeit aus praktischer Hilfe – dem Bau von Biogasanlagen, Toiletten und Abfallanlagen. Mittlerweile gehe es aber immer mehr darum, sich in politische Prozesse auf globaler Ebene und vor Ort einzumischen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen – etwa örtliche Verwaltungen bei Formalitäten und Regierungen beim Verfassen von Gesetzen zu beraten.

Zunehmend beschäftigt die Bremer Organisation auch die Flüchtlingsproblematik: Das fachliche Know-how, das man sich in Afrika und Asien erarbeitet habe, sei mehr und mehr auch in Flüchtlingslagern gefragt, so Reuter. Seit 2014 etwa sei man in Flüchtlingscamps in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak aktiv, wo vor allem Syrer leben. Zwölf Abwasseranlagen wurden hier installiert. So könne das Abwasser nach der natürlichen Reinigung wieder in der Landwirtschaft verwendet werden.

Stichwort: 2,5 Milliarden Menschen leben der Bremer Organisation Borda zufolge in nicht-hygienischen Verhältnissen. „Dabei können von den 30 Jahren Lebenserwartung, die wir in Europa und Nordamerika in den vergangenen 100 Jahren dazugewonnen haben, 25 Jahre der besseren Hygiene zugeschrieben werden“, sagt Borda-Geschäftsführer Stefan Reuter. Bislang hat der Verein rund 2500 dezentrale Anlagen installiert, die das Abwasser von einer Million Menschen behandeln

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