17 Heime auf einen Streich 

Bremer Unternehmer Specht baut für 200 Millionen Euro neue Pflegeimmobilien

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So soll die „Kaemena-Residenz“ in Oberneuland aussehen. Zehn Millionen Euro wird das Projekt auf einem 8 000 Quadratmeter großen Areal kosten. Insgesamt will die Specht-Gruppe bis Ende 2019 im Bundesgebiet 17 neue Seniorenheime bauen. 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Eigentlich wollte es Rolf Specht, „Bremer Unternehmer“ des Jahres 2010, etwas ruhiger angehen lassen, als er sich vor zwei Jahren als Betreiber von Seniorenheimen (Residenz-Gruppe) zurückzog und die Pflegeeinrichtungen an den französischen Orpea-Konzern verkaufte. Doch so richtig hat es mit der Ruhe nicht funktioniert. Jetzt meldet sich der 64-Jährige mit einem „Meilenstein seiner fast 30-jährigen Firmengeschichte“, wie er selbst sagt: Specht baut 17 neue Pflegeimmobilien in fünf Bundesländern bis Ende 2019. Investitionsvolumen: rund 200 Millionen Euro.

Specht tritt dabei erneut als Projektentwickler und Investor auf. Der Bremer, der lange Jahre in der niedersächsischen Gemeinde Weyhe lebte, baut die Seniorenheime für die belgische Aktiengesellschaft Aedifica, die in Europa in Immobilien für Senioren investiert. Die Unternehmen haben bereits 2014 zusammengearbeitet, als Aedifica von der Specht-Gruppe mit Sitz in der Überseestadt acht Häuser erwarb.

Rolf Specht will 17 neue Seniorenheime bauen.

Die 17 neuen Seniorenresidenzen sollen in Bremen (75 Plätze), Weyhe (84 Plätze), Achim (86 Plätze), Wolfsburg, Hatten-Sandkrug, Cuxhaven, Beverstedt, Schwerin, Binz, Lübbecke, Espelkamp, Hemer, Gummersbach, Steinfurt, Blomberg, Kaltenkirchen und Heiligenhafen gebaut werden. Die Immobilien richten sich unter anderem an Senioren mit hohem Pflegebedürfnis. Neben Einzelzimmern soll es auch Pflegesuiten mit viel Platz und Komfort geben. Bis Ende 2019 entstehen so 1500 neue stationäre Pflegeplätze. „Die sind dringend notwendig“, sagt Specht allen Gesetzesänderungen zum Trotz. Um die 700 neue Jobs werden so geschaffen. Sie zu besetzen, dürfte allerdings angesichts der Marktlage eine Herausforderung werden. Betreiberin der Heime wird die Specht-Gruppe nicht, sie baut für die Belgier, mietet die Immobilien und übergibt sie an unterschiedliche Betreiber. Der 64-Jährige, dem auch das Musicaltheater gehört, schließt allerdings nicht aus, dass er sich demnächst als Betreiber zurückmeldet. Warum? „Weil ich Freude daran habe und auch die Netzwerke“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Seit 1988 hat das mittelständische Bremer Unternehmen nach eigenen Angaben gut 100 Pflegeheime realisiert, davon etliche in Bremen und im Umland. Zur Gruppe gehören auch die Rehaklinik am Sendesaal und die frühere Bremerhavener „Nordsee Pflege“. Diese stand nach der Verurteilung der einstigen Geschäftsführerin wegen Betrugs im November 2016 vor dem Aus. Specht übernahm den ambulanten Pflegedienst samt der 250 Mitarbeiter, zu dem unter anderen Standorte in Bremerhaven und Cuxhaven gehören.

Zurück zu Spechts aktuellem Projekt. Während beispielsweise für Achim und Weyhe die Standorte noch offen sind, hat der hauseigene Architekt Moritz Greiling (36) die Unterlagen für die „Kaemena-Residenz“ an der Rockwinkeler Landstraße in Oberneuland schon fertig. „Das wird eine ganz besondere Residenz“, sagt Specht. In der Tat: 8 000 Quadratmeter des riesigen Geländes am Hofe Kaemena hat die Gruppe vor einem Jahr gekauft. Der letzte Bewohner des Bauernhofs zieht in Kürze ein Haus weiter, dann wird das Gebäude abgerissen. Hier soll für zehn Millionen Euro eine aus zwei Teilen bestehende Residenz gebaut werden – verbunden mit einem gläsernen Übergang. Vorgesehen sind drei Stockwerke. Mit Innenhof und dem alten Rhododendronbestand soll die Anlage im Stile eines Bauernhofes mit Klinker-Fassade aufgezogen werden. Teile des Fachwerks, Balken und alte Träger finden in dem neuen Gebäude Wiederverwertung. Es gibt Einzel- und Komfortzimmer (40 Quadratmeter), zum Teil mit Balkonen. Die größte Kategorie sind Pflegewohnungen – bis zu 75 Quadratmeter groß mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche.

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