Bremer Unternehmen Hachez feiert Jubiläum / Chocolatier gibt Einblicke

125 Jahre Schokogenuss

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Gründer Joseph Emile Hachez.

Bremen - Leidenschaft, die Liebe zum Produkt und hanseatischer Kaufmannsgeist sind es, die Joseph Emile Hachez mit 28 Jahren dazu bewegen, am 1. Juli 1890 gemeinsam mit Gustav Linde die Bremer Chocolade-Fabrik Hachez & Co. zu gründen. Noch heute wird der Schokogenuss am Standort in der Bremer Neustadt hergestellt, auch wenn das Unternehmen seit 2012 zur dänischen Toms-Gruppe gehört. Und Geschäftsführer Martin Haagensen betont zum Jubiläum, dass auch künftig in der Westerstraße produziert wird.

Den Grundstein bilden seit 125 Jahren Produktion und Verkauf von Chocolade, Kakao, Bonbons sowie Zuckerwaren. Hachez gilt als einer der bekanntesten Hersteller im Bereich Premium-Chocoladen und -Pralinen. Nach eigenen Angaben sind die Bremer in Deutschland die einzigen, die die Veredelung der Kakaobohnen noch selbst ausführen. Wer sehen möchte, wie ein Chocolatier arbeitet, kann dies von heute bis Sonnabend in der Stövesandtdiele am Marktplatz tun: Hier gibt er einen Einblick in die Herstellung feiner Confiserie-Pralinés. Zudem gibt das Unternehmen aus Anlass des Jubiläums eine Pralinen-Sonderedition zugunsten des SOS-Kinderdorfs Bremen heraus.

Zurück in die Geschichte: Bevor Hachez ein Begriff für hochwertigen Chocoladengenuss wird, lässt sich der aus einer Bremer Kaufmannsfamilie stammende Joseph Emile Hachez in Antwerpen zum Chocolatier ausbilden. Mit den gesammelten Erfahrungen kommt er zurück an die Weser und legt bei der Gründung seiner Fabrik gesteigerten Wert auf hochwertige Zutaten und das kompromisslose Einhalten seiner Rezepturen, wie es in den Annalen heißt. Für Hachez sei von Anfang an klar, nur die edelsten Kakaos für die Herstellung seiner Chocoladen zu verwenden, heißt es. „Das Festhalten an eigenen Werten und höchsten Ansprüchen zieht sich durch die gesamte Unternehmensgeschichte. Heute wie damals stehen Sorgfalt, herausragende Qualität und Liebe zum Detail für uns an erster Stelle“, so Martin Haagensen, Geschäftsführer der Hanseatischen Chocolade GmbH, wie das Unternehmen offiziell heißt.

Bereits fünf Jahre nach Gründung wird ein Umzug vom Standort an der Hutfilterstraße an den heutigen Firmensitz mitten in der Neustadt notwendig, da die Produktionskapazitäten für die große Nachfrage nicht mehr ausreichen. Im Jahre 1923 werden die beliebten und heute noch im Sortiment befindlichen „Braunen Blätter“ kreiert.

Ohne gravierende wirtschaftliche Schäden gelangt das Unternehmen durch den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise. Im Zweiten Weltkrieg wird die Fabrik durch einen Luftangriff zerstört, in den schweren Nachkriegsjahren gelingt der Wiederaufbau. Neue Perspektiven ergeben sich 1953 durch die Kooperation mit der Zuckerraffinerie Tangermünde FR. Meyers Sohn GmbH: Die Fabrik baut ihre Produktion aus und stellt von da an auch die Marke Feodora in Bremen her. Im Juli 2000 gehen Hachez und Feodora an die Bremer Kaufleute Hasso Nauck sowie Wolf Kropp-Büttner, die die Position des Unternehmens im Markt der Premium-Chocoladen festigen. Im Zuge einer Nachfolgeregelung verkaufen sie das Unternehmen im Januar 2012 an die dänische Toms-Gruppe. Nachdem sie erst noch im Unternehmen bleiben, ziehen sie sich später zurück.

„Jahrzehnte der Unternehmensgeschichte haben an der traditionellen Basisrezeptur unserer edlen Chocoladenspezialitäten nichts geändert“, sagt Haagensen. „Wie vor 125 Jahren werden diese aus Edelkakaos, Kakaobutter, Zucker, Bourbon-Vanille und weiteren erlesenen Rohstoffen wie Nüssen und Mandeln in viel Handarbeit produziert.“ Jahr für Jahr verarbeiten die Bremer Chocolatiers etwa eine Milliarde Kakaobohnen zu mehr als 80 Produkten.

Seit der Verlagerung der Verpackung nach Polen im vergangenen Jahr hat Hachez gut 360 Mitarbeiter.

fr/gn

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