Bremer Umweltphysiker beobachten Schwankungen im Nordatlantikstrom

Wichtiger Wärmelieferant

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Ein Bodenecholot wird zu Wasser gelassen und in 3500 Metern Tiefe verankert.

Bremen - Von Viviane Reineking. Im Zuge des Klimawandels könnte sich der Nordatlantikstrom – die Fortsetzung des warmen Golfstromes – in diesem Jahrhundert abschwächen. Diverse Klimamodelle sagen dieses Szenario voraus. In Europa könnte es damit zukünftig kühler werden. Deshalb beobachten Forscher der Uni Bremen die Strömung im Ozean ganz genau.

Als Nordatlantikstrom (NAC) wird die Fortsetzung des Golfstromes entlang der Westküste der USA und weiter in nordöstliche Richtung nach Europa bezeichnet. Er ist ein bedeutsamer Wärmelieferant: Aus den Subtropen transportiert er warme und salzreiche Wassermassen und beeinflusst das hiesige, für diese Breitengrade milde Klima maßgeblich. Das warme Wasser erwärmt die Luft, die dann bis über den europäischen Kontinent getragen wird. Allerdings: Wie stark der NAC-Transport ist und welche Schwankungen es gibt, ist bislang weitgehend unbekannt.

Trotz jahrzehntelanger Forschung und vieler Modellberechnungen ist die zukünftige Stabilität von Atlantikströmungen noch nicht klar. Deshalb verfolgen Forscher die Entwicklung der Strömungen. Der Bremer Umweltphysikerin Prof. Dr. Monika Rhein und ihrer Arbeitsgruppe vom Institut für Umweltphysik (IUP) und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum) der Uni ist es nach eigenen Angaben jetzt gelungen, eine 21-jährige kontinuierliche Zeitreihe der Stärke des Nordatlantikstromes (NAC) beim Einströmen vom West- in den Ostatlantik zu erstellen. Die Ergebnisse sind im Wissenschaftsmagazin „Journal of Geophysical Research“ erschienen.

Ihre Erkenntnisse: In den vergangenen 21 Jahren hat es bei den Transportschwankungen wärmerer Wassermassen in den Nordatlantik keinen Trend gegeben. „Es ist die erste Studie, die langfristige Transportschwankungen aus dem offenen Nordatlantik liefert“, so Rhein.

Ihre Ergebnisse basieren auf Messdaten, die mit Hilfe von in rund 3500 Metern Tiefe am Mittelatlantischen Rücken verankerten Bodenecholoten gewonnen wurden. Diese hatte die Arbeitsgruppe im Jahr 2006 installiert. Weil der Nordatlantikstrom mit seinem warmen, salzreichen Wasser aber in den oberen 700 Metern fließt, senden die Echolote ständig akustische Signale aus und messen die Laufzeit bis zur Meeresoberfläche und zurück. Aus den Laufzeiten und der Abhängigkeit der Schallgeschwindigkeit von Druck, Temperatut und Salzgehalt lassen sich die Wassertransporte berechnen.

Die in vier Jahren gewonnenen Daten haben die Forscher nun mit Satellitenmessungen der Wasserbewegungen an der Meeresoberfläche auf 21 Jahre verlängert „Unsere Messungen zeigen, dass der NAC beim Einstrom in den Ostatlantik immer noch halb so stark ist wie der Golfstrom in der Floridastraße“, so Dr. Achim Roessler, Erstautor der Studie. Was die Forscher in diesem Zeitraum ebenfalls feststellen: „Zwar gibt es Schwankungen, die etwa 30 Prozent um den Mittelwert betragen. Einen Trend sehen wir momentan aber noch nicht“, so Rhein.

Trotzdem wollen die Forscher die Strömungsstärken weiter fest im Blick behalten. Dafür erweitern sie ihr Beobachtungssystem und gehen einen Schritt weiter: Untersuchen werden sie künftig auch, wie viel des NAC überhaupt aus dem Subtropen-Atlantik in den Nordatlantik einströmt und ob dort Trends zu verzeichnen sind. Denn die aktuellen Ergebnisse geben nur Aufschluss darüber, wie viel weiter nördlich vom West- in den Ostatlantik strömt.

Zur Zeit sind 15 Mitarbeiter der Bremer Arbeitsgruppe an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Maria S. Merian“ im Nordatlantik unterwegs. Während dieser Expedition werden aktuelle Messdaten ausgelesen und weitere Geräte verankert.

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