Nach 18 gemeinsamen Jahren

Bremer „Tatort“: Postel und Mommsen hören auf

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Das Bremer „Tatort“-Duo vor maritimer Kulisse: Sabine Postel und Oliver Mommsen wollen sich anderen Projekten widmen und geben ihre Jobs als Kommissare 2019 auf.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Noch fünf Filme, und dann ist Schluss: Die Schauspieler Sabine Postel (62) und Oliver Mommsen (48) werden 2019 nach 18 gemeinsamen Jahren ihrer Ermittlertätigkeit für den Bremer „Tatort“ aufgeben. Das teilte der Sender Radio Bremen (RB) am Dienstag mit.

Sie sind durch das Raumfahrterlebniszentrum „Space Park“ in Gröpelingen (heute Einkaufszentrum „Waterfront“) getobt. Sie haben einen extrem interessanten „Tatort“ in Anlehnung an einen kurdisch-libanesischen Familienclan, der Polizei und Gerichte in Bremen beschäftigt, gedreht. Und sie haben beste Einschaltquoten mit ihrem Krimi in der Welt der künstlichen Intelligenz erzielt, doch nun haben Sabine Postel und Oliver Mommsen ihre Jobs als Hauptkommissare gekündigt. 

2019 wird der letzte Radio-Bremen-„Tatort“ mit Inga Lürsen und Nils Stedefreund über den Bildschirm flimmern. Noch fünf Folgen, dann ist Schluss beim „Tatort“ für Postel (62) und Mommsen (48). Beide wollen sich anderen Projekten widmen. Sie gehören zu den dienstältesten Teams. 2019 wird Sabine Postel 22 Jahre dabei sein, Mommsen 18.

2019 wechselt das Ermittlerteam 

Die 62-Jährige hat in 35 „Tatorten“, die in Bremen, Bremerhaven und dem Umland spielten, ermittelt. Mommsen kommt auf 30 Folgen, wie Radio Bremen am Dienstag sagte. „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, waren sich die beiden dem Vernehmen nach einig. 2019 wird der zweite „Tatort“ aus Bremen bereits mit neuen Ermittlern besetzt sein. Denn, das versicherte der Sender gegenüber unserer Zeitung, auch künftig soll es den beliebten ARD-Sonntagskrimi von Radio Bremen geben. 

Hat der Sender schon Nachfolger im Blick? „Wir haben ja noch etwas Zeit, die Redaktion ist in Beratung“, mehr wollte ein Sprecher nicht verraten. Der Bremer „Tatort“ habe ihr immer viel bedeutet, „aber nach 20 Jahren ist für mich die Zeit reif für einen Wechsel“, sagte Postel, die unter anderem in der ARD-Serie „Die Kanzlei“ mitspielt. Sie höre „mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge auf“.

Abschied fühlt sich richtig an

Postel spielt die Hauptkommissarin seit Dezember 1997, ganz am Anfang mit Rufus Beck. 2001 stieg Mommsen als Stedefreund ein. „Es war eine tolle Zeit. Wir durften uns auf hohem Niveau austoben“, zitierte der Sender Mommsen. Nach so vielen Jahren fühle es sich richtig an zu gehen.

Postel erinnerte sich an ihren ersten „Tatort“ mit dem Titel „Inflagranti“. „Ich fand den Film ein bisschen hölzern und auch mich ziemlich steif. Wir haben im eisigen Winter gedreht. Ich hatte gefühlt 33 Wärmejacken an, darüber noch einen flauschigen Wollmantel. Mein Sohn sagte, ich sähe aus wie eine Rumkugel. Und das stimmte leider. Zum Glück hat mich das nicht abgeschreckt weiterzumachen.“ 

Radio-Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch bedauerte den Ausstieg der beiden Schauspieler. Sie hätten sich auch hinter und neben der Kamera für den „Tatort“ eingebracht. Er versprach den Zuschauern, den Abgang mit einem „furiosen Finale“ zu zelebrieren. Annette Strelow, beim Sender für den „Tatort“ verantwortlich, hätte gern noch mehr Krimis mit den Ermittlern gedreht. Sie seien ihr „ans Herz gewachsen“. Sie könne jedoch den Wunsch der beiden nach kreativer Veränderung verstehen, so Strelow.

Nächster Fall am 12. März

Die Bremer Ermittler sind das nächste Mal am Sonntag, 12. März, um 20.15 Uhr mit „Nachtsicht“ im Ersten zu sehen. Um was es im „Tatort“-Krimi geht und wie sich der Abschied anfühlt, erzählen die beiden am Freitag, 3. März, in der Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“ im NDR/RB-Fernsehen.

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