Bremer Studentin Maria Rüsseler hat Stipendium für Oxford in der Tasche

Wenn die Elite-Uni ruft

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Sie hat viele Stunden zwischen den Regalen der Uni-Bibliothek in Bremen verbracht: Maria Rüsseler (24) zieht es jetzt nach Oxford. Dort hat sie ein Stipendium erhalten.

Bremen - Von Steffen Koller. Die Chance lag rein statistisch nicht mal bei drei Prozent, doch diese drei Prozent erfüllen ihr nun ihren Lebenstraum: Die Bremer Studentin Maria Rüsseler (24) beginnt ab September ein Studium an der alterwürdigen University of Oxford. Eine Chance, die sie damals über Tage nicht fassen konnte. Heute sagt sie bescheiden: „Ich hatte einen guten Tag.“

Auch heute ist ein guter Tag für Maria. Sie hat gerade ihre Bachelorarbeit verteidigt, nun sitzt sie im Café und trinkt einen Tee mit Milch. „1,0“, sagt sie, aber ihre Endnote sei „etwas schlechter. Bei 1,2 oder so“. Noten scheinen der jungen Frau, die gebürtig aus Hessen stammt, nicht so wichtig zu sein. Denn: Ob nun 1,0 oder 1,2 – eine Zusage für das „Welcome Trust Doctoral Programme in Neuroscience“ der University of Oxford hat sie bereits in der Tasche. Ab September beginnt dort ihr Masterstudium, anschließend sind drei Jahre für ihre Dissertation geplant. Dann wäre Maria 28 Jahre, doch für Oxforder Verhältnisse sei das „schon ein wenig alt“.

Oxford – das ist für Außenstehende eine andere Welt, ranken sich doch zahlreiche Mythen um die Elite-Uni, die in der Vergangenheit insgesamt 46 Nobelpreisträger und 25 britische Premierminister hervorbrachte. Maria ist sich ihrer Chance bewusst und weiß, dass in den nächsten Jahren viel Arbeit auf sie zukommt. „Alles nur Gewöhnungssache“, meint sie. Viele Abende habe sie bis spät in die Nacht in Laboren gesessen, sich Stunden in der Bibliothek um die Ohren geschlagen. Auch in Oxford würde sich das nicht ändern, weiß sie bereits aus einem vorherigen Aufenthalt an der Uni nordwestlich von London.

Doch bevor für Maria Ende September ein neuer Lebensabschnitt beginnt, lässt sie einen alten zurück. Dabei habe sie sich in Bremen „sehr wohlgefühlt“, sagt sie und gibt zu: „Wenn es in England nur regnet und Du siehst diese hässlichen Dörfer, dann willst Du einfach nur weg!“ Natürlich habe sie nie mit diesem Gedanken gespielt, dennoch würde sie die „offene und direkte Art der Bremer vermissen. Die Engländer sind zurückhaltender – englische Höflichkeit eben“.

Apropos Zurückhaltung: Als Maria vor einigen Monaten die Zusage für das Stipendium bekam, sei sie zunächst fassungslos gewesen, konnte ihr Glück kaum glauben. Denn die Chancen standen statistisch bei unter drei Prozent, auf sechs Plätze kamen 220 Bewerber. „Da gehört auch Glück dazu.“ „Ich hatte einen guten Tag“, sagt sie mit Blick auf die Präsentation, mit der sie die Jury in Oxford vorher überzeugen konnte. Doch ohne die Unterstützung von Familie, Freunden und den Bremer Verantwortlichen der Studienrichtung Neurobiologie, Ökologie und Molekularbiologie wäre der Traum wohl geplatzt.

In den kommenden Jahren will sich Maria Rüsseler in ihrem mit 160 000 Euro geförderten Stipendium ganz der Erforschung von Affengehirnen widmen. Ihre Erkenntnisse will sie dann auf das menschliche Gehirn übertragen, um „das Gehirn besser zu verstehen“. Im Kern will sie aber nur eines, sagt sie mit großen Augen: „Ich will Menschen helfen.“

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