Bremer Studenten präsentieren nachhaltigen Rennwagen „BreMo14“

Giftgrüner Bio-Bolide

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Geschafft und überglücklich: Bremer Studenten präsentieren den „BreMo14“. Ende Juli geht der Rennwagen auf Zeitenjagd auf dem Hockenheimring.

Bremen - Von Steffen Koller. Monatelang pendelten sie zwischen Windkanal und Werkstatt, immer wieder gab es Durchhänger, die sich mit Glücksmomenten mischten. Gestern war es endlich soweit: Bremer Studenten stellten den „BreMo14“ der Öffentlichkeit vor. Der Rennwagen vereint Dynamik und Schnelligkeit und ist vor allem überaus klimafreundlich.

Anfangs wurden sie etwas belächelt, gibt Jonas Werner zu. Der junge Mann, der hauptsächlich an der Konstruktion der Außenhaut des Boliden beteiligt war, musste Sponsoren und Professoren erstmal klarmachen, dass das Ganze nicht nur eine Idee von „durchgeknallten Studenten ist, sondern etwas mit seriöser Wissenschaft und Technik“ zu tun hat, sagte er gestern. Doch schnell wurde deutlich, die Studenten meinen es ernst. Ihre Idee: einen Rennwagen mit Elektromotor zu konzipieren, der schnell fährt und sowohl in seiner Herstellung als auch im Rennbetrieb klimafreundlich ist. Und das Projekt, an dem insgesamt 59 junge Frauen und Männer zwischen 19 und 25 Jahren aus elf verschiedenen Studienbereichen beteiligt waren, ist vollends aufgegangen.

Mit 290 Kilo Gewicht und rund 100 PS Leistung kann der giftgrüne Bio-Bolide durchaus mit modernen Straßenrennwagen mithalten. Zwar nicht bei der Endgeschwindigkeit, die bei etwa 100 km/h liegt, dafür aber in Sachen Beschleunigung und Wendigkeit. Denn genau auf die kommt es an. Mit ihrem „BreMo14“ starten insgesamt vier Mitglieder des Teams „Bremergy Racing“ Ende Juli auf dem Hockenheimring beim Konstruktionswettbewerb „Formula Student Germany“. Dort treffen sie auf andere internationale Universitätsmannschaften. Bereits 2013 feierten die Bremer in Italien mit dem „BreMo13“ Erfolge.

Alle Teile des Fahrzeugs wurden von den Studenten selbst konzipiert und gebaut. Beteiligt waren die Universität, die Hochschule und die Hochschule für Künste.

Besonders im Fokus standen dabei die Aspekte Klimafreundlichkeit und nachhaltige Materialien. So wurde zum Beispiel das Chassis des Wagens zu 80 Prozent aus Cellulosefasern und Harzen gefertigt. Das Lenkrad besteht aus speziellem Holz, und auch in Sachen Gewicht haben die Tüftler sich etwas einfallen lassen. Die Antriebswelle wiegt gerade einmal 35 Gramm, der komplette Antriebsstrang bringt 4,5 Kilo auf die Waage.

Wer denkt, die Studenten hätten den Flitzer innerhalb von Seminaren gebaut, liegt falsch. Alles beruhte auf Freiwilligkeit und wurde neben dem Studium gemacht, was ein absoluter „Fulltimejob“ gewesen sei, wie Joshua Frischhut, verantwortlich für den Motorbau, sagte. Gerade deshalb seien alle „total erleichtert“, dass der Wagen jetzt fertig sei.

Ob er auch konkurrenzfähig ist, zeigt sich in knapp sechs Wochen auf einer der bekanntesten Rennstrecken Deutschlands.

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