Bremer Start-up vermarktet biologisch abbaubare Kartuschen

Kaffeekapseln für das grüne Gewissen

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David Wolf-Rooney, Geschäftsführer des Start-ups Velibre, testet seine neuartigen Kapseln an verschiedenen Kaffeeautomaten.

Bremen - Von Burkhard Peters. Schnell und sauber zubereitet, zumeist ordentlich im Geschmack: Die Deutschen lieben Kaffee aus der Kapsel. Die Kehrseite: Allein im vorigen Jahr entstanden deutschlandweit durch rund zwei Milliarden verbrauchte Kartuschen 4000 Tonnen Müll. Abhilfe will das junge Unternehmen Velibre aus Bremen schaffen.

Als eines der weltweit ersten Unternehmen bietet es Kapseln an, die sich komplett biologisch abbauen lassen. Dies jedenfalls verspricht David Wolf-Rooney, Geschäftsführer des Start-ups Velibre, das seine Kapseln in 14-er und 42-iger Packungen über das Internet in ganz Europa versendet.

Der 53-jährige Chef stammt nach eigenen Angaben aus der Ölbranche, hat in vielen Ländern der Welt gelebt und gearbeitet. Die Idee von der umweltschonenden Kapsel sei ihm einfach so gekommen. Er trommelte mehrere Dutzend Investoren rund um den Globus zusammen, um eine halbe Milliarde Euro für die Entwicklung einer umweltschonenden Einweg-Kapsel zu sammeln.

Nach etlichen Tausend Proben steht nun ein Sortiment aus zunächst fünf Sorten von mild über kräftig bis hin zu intensiv mit Rohstoffen aus Brasilien, Indonesien und vor allem aus afrikanischen Anbaugebieten – vorerst noch aus konventioneller Produktion. Abfüllen lässt Velibre die kleinen Koffein-Patronen in Südafrika. Dass das Start-up den Vertrieb ausgerechnet von Bremen aus steuert, liegt an der Liebe: Wolf-Rooneys Frau stammt aus der Hansestadt.

„Wir wollen in Zukunft auch Biokaffee anbieten“, kündigt der Geschäftsführer an. Über eine koffeinfreie Variante und aromatisierten Kaffee denkt man im Bremer Start-up ebenfalls nach. Das derzeit fünfköpfige Team knüpft Kontakt zum Einzelhandel, um die Kapseln in Supermärkten zu vertreiben.

Wie funktioniert das Kaffeetrinken mit den recyclebaren Kartuschen in der Praxis? Die Kapseln unterscheiden sich äußerlich und technisch nicht von den handelsüblichen. Sie arbeiten mit dem Nespresso-System. Rund 30 passende Maschinen sind nach Velibre-Angaben am Markt zu bekommen.

Einfach in die Biotonne lassen sich die verbrauchten Kapseln allerdings nur selten entsorgen, räumt Wolf-Rooney ein. Nur wenige kommunale Entsorger würden abbaubaren Kunststoff in der Biomülltonne akzeptieren. Velibre empfiehlt seinen Kunden, die Überbleibsel selbst zu kompostieren, am besten mit andern Überbleibseln aus Küche und Garten. Wegen des chemischen Aufbaus könnten Mikroorganismus überall abbauen, wo sich Bakterien tummeln.

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