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Bremer Start-up rockt Vox-Show „Die Höhle der Löwen“

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Von: Yannick Hanke

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Großer Coup für die Bremer Familie Langstädtler aus Sebaldsbrück: In der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ überzeugen Mutter und Tochter die Juroren.

Bremen/Köln – Mit einer guten Idee auf einen Schlag viel Geld verdienen? Die Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ macht das möglich. Natürlich ist es leichter gesagt als getan, die findigen Investoren mit einem Produkt zu überzeugen. Wer sich bei seiner Präsentation jedoch gut anstellt, der kann auf einen warmen Geldregen hoffen. So auch die Familie Langstädtler aus Bremen, die mit ihrem „Freibeik“ zwei „Löwen“ zu begeistern wusste.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Gleich zwei Start-ups aus Bremen wollen großen Coup landen

Gleich zwei Start-ups aus Bremen sollten am Montagabend, 2. Mai 2022, ihr Glück in der „Höhle der Löwen“ versuchen: „Freibeik“ und „Woollaa“. Der Ausgang der jeweiligen Produktvorführung hätte dabei nicht unterschiedlicher ausfallen können. Die „Höhle“ mit einem guten Gefühl verlassen konnte dabei Familie Langstädtler.

Carmen und Iris-Sabine Langstädtler stehen im Vox-Studio der Sendung „Die Höhle der Löwen“ und präsentieren das Sattelgelenk „Freibeik“ für das Fahrrad.
„Die Höhle der Löwen“: Im Rahmen der Vox-Sendung präsentieren Carmen und Iris-Sabine Langstädtler ihr Sattelgelenk „Freibeik“ für das Fahrrad. © Bernd-Michael Maurer/RTL

Der Vater, Michael, betreibt ein Fahrradgeschäft in Bremen-Sebaldsbrück. Tochter Carmens große Faszination sind wiederum die Pferde. Schnell sei ihr deswegen die Idee gekommen, quasi das Beste aus beiden Welten miteinander zu verbinden – und den großen Coup bei „Die Höhle der Löwen“ zu landen.

Bremer Familie Langstädtler hat sich auf Fahrräder spezialisiert – und tritt bei „Die Höhle der Löwen“ (Vox) auf

„Eines der Hauptanliegen unserer Kunden sind Probleme mit dem Sattel. Sie kommen rein und klagen über Rückenschmerzen, oder dass sie nicht bequem auf ihrem Fahrrad sitzen“, erklärte Mutter Langstädtler in der Vox-Show. Dieser Umstand und das tierische Hobby von Tochter Carmen sollte zum Grübeln anregen: Wie kann man die Bewegungen vom Reiten am besten auf den Fahrradsattel übertragen?

Schließlich könnten die Frauen im Reitsattel lange genug sitzen, ohne Rückenschmerzen zu bekommen. Reiten würde sie gesund halten, gab Mama Iris-Sabine Langstädtler zum Besten. „Durch das Reiten wird zum Beispiel meine Rückenmuskulatur gestärkt“. Anders verhält es sich mit dem Sattel beim Fahrrad. Druck- und Scheuerstellen können hier irgendwann ein Taubheitsgefühl und Rückenschmerzen verursachen.

„Freibeik“ bei „Die Höhle der Löwen“ (Vox): Start-up aus Bremen entwickelt speziellen Sattel fürs Fahrrad

Wie Familie Langstädtler aus Bremen den Investoren bei „Die Höhle der Löwen“ erzählen sollte, war das Problem natürlich schnell gefunden: Viele Sattelvariationen, die auf dem Markt erhältlich sind, seien fest auf dem Fahrrad montiert. Und durch diese Starrheit ist eine Bewegung des Rückens nicht wirklich gegeben. Anders würde es sich beim Reiten verhalten, die Bewegungen auf dem Pferd seien weich und bequem.

Dann sollte eines zum anderen kommen: durch die Passion zum Reiten hätte sich Mutter Langstädtler viel mit der Biomechanik beschäftigt. Das Ergebnis, das den Juroren der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ präsentiert werden sollte: das Sattelgelenk „Freibeik“. Ein rundum beweglicher Sattel, der Radfahrern eine neue Bewegungsfreiheit geben soll. Die Bewegungen des Radfahrers würden „ohne Rucken und Stucken“ übersetzt werden, so das große Versprechen.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Bremer Start-up punktet mit „Freibeik“ – Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel schlagen zu

Die Chance, den wilden Ritt auf dem Drahtesel selbst zu erleben, wollte sich Juror Nils Glagau nicht entgehen lassen. Schnell auf das Fahrrad geschwungen, sollte die Probefahrt auch schon starten. Kein Klagen, kein Jammern, das Gelenk könne man auf jedem Fahrrad nachrüsten, es würde zudem unter jedem Sattel passen.

„Die Höhle der Löwen“-Juror Nils Glagau fährt im Vox-Studio der gleichnamigen TV-Show mit dem Fahrrad herum.
„Die Höhle der Löwen“-Juror Nils Glagau testet ein Fahrrad, das mit dem Sattelgelenk „Freibeik“ versehen wurde. © Bernd-Michael Maurer/RTL

Weitere Vorteile, die das „Freibeik“ bietet und mit denen die Juroren bei „Die Höhle der Löwen“ letztendlich überzeugt werden sollten: Kurven seien viel leichter zu drehen, zudem falle auch der Schulterblick deutlich leichter. Hier wurde allem Anschein nach an alles gedacht. Auch eine klare Preisvorstellung hatte die Bremer Familie parat. 190.000 Euro, damit das „Freibeik“ in Produktion geht. Dafür sollten interessierte „Löwen“ 25,1 Prozent der Firmenanteile erhalten. Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer schlugen zu.

„Die Höhle der Löwen“-Juroren schwärmen von „Freibeik“-Gründerin aus Bremen

Als Knackpunkt hätte sich fast aber noch der Preis erwiesen – und zwar für ein einzelnes „Freibeik“. Iris-Sabine Langstädler schwebten 149 Euro vor, da konnten die „Höhle der Löwen“-Juroren nur mit dem Kopf schütteln. Einig wurde man sich trotzdem noch. Voll des Lobes waren hinterher sowohl Ralf Dümmel als auch Carsten Maschmeyer:

Was für ein super Mutter-Tochter-Team! Iris und Carmen haben einen starken Auftritt hingelegt.

„Die Höhle der Löwen“-Investor Ralf Dümmel in der gleichnamigen Vox-Sendung

In die Jubelarien sollte aber auch Maschmeyer mit einstimmen. „Sie ist eine großartige Gründerin mit Erfindergeist und einem tollen Produkt“, zollte er Mama Langstädtler Respekt. Beim Preis für ein einzelnes „Freibeik“ hat sich mittlerweile übrigens auch etwas getan. Online ist das Sattelgelenk, das in der „Höhle der Löwen“ präsentiert wurde, für unter 70 Euro zu kaufen.

Zweites Bremer Start-up bei „Die Höhle der Löwen“ ohne Deal – „Woollaa“ überzeugt Juroren nicht

Ohne Deal, dafür aber nicht völlig unzufrieden, verließen Friederike und Florian Pfeffer vom Bremer Start-up „Woollaa“ das TV-Studio. Sie konnten die „Höhle der Löwen“-Investoren nicht vollends von ihren Produkten und der dahinterstehenden Geschäftsidee überzeugen. Ihr Konzept: Produkte wie Kissen, Schals oder Babydecken werden erst dann produziert, wenn auch eine entsprechende Bestellung bei ihnen eingegangen ist.

„Die Modebranche funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Neue Kollektionen werden erst gestaltet, dann produziert und am Ende verkauft“, hieß es von Florian Pfeffer, der mit seiner Frau hauptberuflich zusammen ein Designbüro leitet. „Woollaa“ will mit seinen Produkten und seinem Konzept also auf Nachhaltigkeit setzen. Ein schönes Vorhaben, dass die wohl nicht mehr so hungrigen „Löwen“ aber nicht vollends überzeugen sollte.

„Die Höhle der Löwen“: Bremer Start-up „Woollaa“ profitiert vom Auftritt in Vox-Show

Um weitere Produkte anbieten zu können, wollten die beiden „Woollaa“-Gründer in der „Höhle der Löwen“ 180.000 Euro haben. Dafür hätten Interessierte 20 Prozent der Anteile des Unternehmens bekommen. Einig wurde sich das Bremer Ehepaar aber mit keinem der Juroren.

Mit Wehmut blicken Pfeffer und seine Frau aber nicht auf den Auftritt in der „Höhle der Löwen“ zurück. Im Gegenteil: die Vox-Sendung, die schon im Frühling 2021 aufgezeichnet wurde, hätte „Woollaa“ dennoch geholfen. Während der Ausstrahlung der Folge seien die Besucherzahlen auf der „Woollaa“-Homepage in die Höhe geschossen. Das verriet Florian Pfeffer dem „Weser-Kurier“. Sowohl Familie Langstädtler als auch das Ehepaar Pfeffer sitzen also durch „Die Höhle der Löwen“, nun ja, fest im Sattel.

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