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Bremer SPD-Fraktion fordert bundesweites 365-Euro-Ticket für den Nahverkehr

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Von: Thomas Kuzaj

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Ein Bus spiegelt sich an der Domsheide in der Bremer Innenstadt in einer Straßenbahn.
Ein Bus spiegelt sich an der Domsheide in der Bremer Innenstadt in einer Straßenbahn. © Kuzaj

Bremen – Was kommt nach der Drei-Monats-Phase des Neun-Euro-Tickets? Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) bringt zum September das Jugend-Aboticket „Tim“ („Täglich immer mobil“). Schüler und Azubis zahlen dafür 30 Euro im Monat. Die Bremer SPD will noch mehr. Sie fordert ein 365-Euro-Ticket für alle.

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion schlägt einjähriges Preismoratorium im öffentlichen Nahverkehr vor – mit bundesweit einheitlichem 365-Euro-Ticketangebot für alle Verkehrsverbünde. Einen entsprechenden Brief haben die Bremer Abgeordneten an die SPD-Fraktionschefs im Bundestag und in den Ländern geschickt. Für 365 Euro im Jahr (also für umgerechnet einen Euro pro Tag – wie bei dem geplanten Jugendabo des VBN) sollen deutschlandweit die Busse und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden dürfen, so die Bremer Sozialdemokraten. Finanzieren soll dieses Ticket hauptsächlich der Bund, wer auch sonst. Kinder unter 14 Jahren sollen kostenlos fahren dürfen.

Ab September soll ein einjähriges Preismoratorium für den öffentlichen Nahverkehr Bund und Ländern sowie Kommunen und Verkehrsverbünden Zeit geben, „über eine nachhaltige und gerechte Nachfolgelösung für das Neun-Euro-Ticket“ zu beraten, schreiben die Bremer Sozialdemokraten in ihrem Brief. „Ein günstiger und leistungsstarker Nahverkehr ist das Gebot der Stunde“, schreiben die Abgeordneten weiter.

Neun-Euro-Ticket kommt in der Region gut an

Befürchtungen, das Neun-Euro-Ticket werde nicht angenommen, seien „sehr schnell widerlegt worden“, so die SPD. Im Bereich des VBN etwa sind bis Anfang dieser Woche 270.000 Neun-Euro-Tickets verkauft worden, 45.000 davon auf digitalem Weg. Hinzugerechnet werden müssen noch die Abonnenten (70.000) und Studenten (50.000), sagte VBN-Geschäftsführer Rainer Counen dieser Tage.

„Das ist hocherfreulich. Überfüllte Busse und Bahnen haben allerdings auch deutlich gemacht, wie begrenzt die Kapazitäten im ÖPNV in Deutschland sind“, so sieht es nun die Bremer SPD-Fraktion. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krisen sei es zudem problematisch, wenn die Fahrkartenpreise wieder auf das jeweilige Vorniveau angehoben würden – oder gar stark steigen, wie es manche Verkehrsexperten erwarten. Obendrein würden „nach den Sommermonaten die Ticketpreise im Berufsverkehr im alltäglichen Fokus der Menschen stehen“.

Das von der Bremer SPD-Fraktion geforderte 365-Euro-Jahresticket soll – analog zum Neun-Euro-Ticket – auf allen Strecken und in allen Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs gelten. „Wir präferieren bewusst ein Jahresticket und nicht weitere Monatstickets, um für die öffentliche Hand möglichst hohe Planungssicherheit zu gewährleisten“, heißt es in dem Brief aus Bremen.

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