Bremer Autor legt Erzählung und CD vor

Schnell und hart von Date zu Date

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Der Bremer Autor Jörn Birkholz legt jetzt eine neue Erzählung vor. Und auch gleich noch eine neue CD.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er ist ein ganz schönes Schwein, der Ich-Erzähler im neuen Buch des Bremer Schriftstellers Jörn Birkholz. Unendlich viel auf Deutschlands Autobahnen unterwegs, eilt er geradezu zwanghaft von Dating-Kontakt zu Dating-Kontakt.

Jede der Frauen lässt er in dem Glauben, seine einzige Geliebte zu sein. Selbstsüchtig, emotionslos, empathiefrei geht es von Sex-Begegnung zu Sex-Begegnung – bis Clemens, so heißt Birkholz‘ Ich-Erzähler (was wie ein Gruß an den Autorenkollegen Clemens Meyer wirkt), bei Birgit hängen bleibt. In Rostock-Lichtenhagen und in wirklich trostlosen Verhältnissen. Ein unvorhergesehenes Ereignis kommt hinzu – und plötzlich ist alles ganz, ganz anders. Clemens ist mit Anfang 40 plötzlich in einer Lage, die ihn zwingt, seine Gleichgültigkeit aufzugeben. Aber da ist es zu spät – zu spät sogar für Selbstmitleid.

Birkholz erzählt seine Geschichte knapp, schnell und hart. Er macht es schnörkellos und gekonnt, da ist keine Schleife zuviel. Alles sitzt an seinem Platz. Erschienen ist die Erzählung mit dem Titel „Das Ende der liegenden Acht“ jetzt im österreichischen Sisyphus-Verlag (108 Seiten, Preis: 12,80 Euro). Die liegende Acht ist ein mathematisches Zeichen, mit dem eine unendlich große Zahl symbolisiert wird. Das mathematische Zeichen für Unendlichkeit aber wird nicht nur in der Wissenschaft gebraucht, sondern – in nahezu unendlich abgewandelten Bedeutungen – auch in der Esoterik und im Tarotspiel.

Bereits mehrere Projekte abgeschlossen

Birkholz, Jahrgang 1972, hatte zuvor unter anderem die Romane „Schachbretttage“ (2014) und „Deplatziert“ (2009) veröffentlicht. „Das Ende der liegenden Acht“ wiederum ist auch ein Songtitel einer CD des Bandprojekts „Das Leck“ – dahinter verbergen sich Birkholz, Stephan Groß und Justyna Hellfeuer.

Das Album mit dem Titel „Frauengold“ kommt am Freitag, 27. Oktober, auf dem Bremer Label „Fuego“ heraus. 30 Songs finden sich darauf – Songs an der Grenze von Elektropunk, Experiment und Kurzhörspiel. Unwahrscheinlich, dass diese Musik mal im Radio gespielt wird. Da muss man schon zur CD greifen. Und wird mit der einen oder anderen Überraschung belohnt. Zum Beispiel mit einer Cover-Version des Titels „Bremen Nacht“ von der legendenumwobenen britischen Band „The Fall“ – geschrieben in den 80ern nach einem Auftritt in Bremen.

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